"Untere Hub" - erst als Stadionstandort, nun als Ausweichfläche für die Kleingartenanlage "Mastweide" im Gespräch.
"Untere Hub" - erst als Stadionstandort, nun als Ausweichfläche für die Kleingartenanlage "Mastweide" im Gespräch.
Bild: Günter Heiberger, www.durlach.org
Stadionbau: Undurchsichtiges Spiel mit Kleingärten
Karlsruhe
19.02.2009 11:31
Für Irritationen sowohl bei Kleingärtnern als auch bei der Durlacher SPD hat am vergangenen Freitag ein Medienbericht gesorgt, demzufolge die Firma Newport mit dem Kleingartenverein "Mastweide" in Verhandlungen stehen soll.
Bekanntermaßen favorisiert Newport auch nach der Vorstellung des optimierten Gutachtens von Albert Speer & Partner das Areal Gleisdreieck an der Durlacher Allee als Standort eines neuen Stadions (siehe auch: "Stimmen zum 'optimierten' Gutachten - Investor will nicht in den Wildpark").

Inzwischen, so war nun am vergangenen Freitag zu lesen, habe Newport den Kleingärtnern des dort beheimateten Vereins "Mastweide" eine Umsiedlung in die "Untere Hub" angeboten. Das Unternehmen habe dort bereits Gelände erworben, hieß es weiter, und: Die Verhandlungen "seien schon recht weit fortgeschritten". Auch mit der benachbarten ESG Frankonia habe es entsprechende Gespräche gegeben.

Die SPD schlug daraufhin in einer Mitteilung an die Medien Alarm: "Offensichtlich" seien "hinter dem Rücken des Ortschaftsrates und der Durlacher Öffentlichkeit Verhandlungen geführt worden, die für Durlach gravierende Änderungen mit sich bringen würden". Bewusst werde dabei ignoriert, dass von Seiten des Ortschaftsrates bezüglich der "Unteren Hub“ fraktionsübergreifend und im Interesse vieler Durlacher Vereine eine andere Planung gewünscht sei: der "Sportpark Untere Hub".

Sofort stellten die Durlacher Sozialdemokraten den Antrag, die Verwaltung solle die Firma Newport und deren angeblichen Verhandlungspartner, den Kleingartenverein "Mastweide“, auf die vom Ortschaftsrat Durlach gewünschte Planung "Sportpark Untere Hub“ hinweisen. Zudem möge die Verwaltung dem Ortschaftsrat schnellstmöglich über den aktuellen Sachstand der Verhandlungen berichten.

Newport: Dementi zu Flächenkauf - keine Auskunft zu Verhandlungen mit der "Mastweide"

Indes: Von etwaigen Verhandlungen mit dem Kleingartenverein "Mastweide" will deren Vorsitzender Rudolf Lehmann auf Anfrage von ka-news nichts wissen. Woher der Autor seine Informationen habe, könne er nicht nachvollziehen, die Vereinsführung jedenfalls führe keine solchen Gespräche. Weniger eindeutig äußerte sich Newport-Projektleiter Holger Sigmund-Schultze: Darüber, ob sich Newport mit dem Kleingartenverein "Mastweide" in Verhandlungen befindet, wollte er keine Angaben machen. Den Ankauf von Flächen im Bereich "Untere Hub" dagegen dementierte Sigmund-Schultze gegenüber ka-news.

Generell gelte die Linie: Das Unternehmen wolle zusammen mit dem Kleingartenverein an die Presse gehen - und das könne noch dauern. Newport halte sich zudem an das offizielle Verfahren, wonach die Stadt Karlsruhe dem KSC das erste Angebot unterbreiten muss. Erst dann solle und dürfe sich ein anderer Investor äußern. Newport würde laut Sigmund-Schultze allerdings nichts lieber tun, als das eigene Konzept der Öffentlichkeit vorzustellen, müsse aber nach den Vorgaben des Gemeinderats stufenweise vorgehen. 

Alfred Lüthin, Vorsitzender des Verbands der Kleingärtner, betonte, dass Lehmann sein vollstes Vertrauen habe. Der sei aber gar nicht der richtige Ansprechpartner für etwaige Bauvorhaben, dies sei nur der Verband der Kleingärtner als Generalpächter der "Mastweide". An den aber habe Newport sich zu keinem Zeitpunkt gewandt, von Verhandlungen könne daher keine Rede sein. Da die Stadt Eigentümer der meisten Flächen im Gebiet der "Untere Hub" sei, wäre ein heimlicher Kauf nicht möglich. "Wären Flächen gekauft worden, so hätte das die Öffentlichkeit sehr schnell mitbekommen", so Lüthin.

Stadionneubau-Entwürfe am Wildpark 2009




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