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Neue Variante fürs KSC-Stadion: Haupttribüne soll fallen
Karlsruhe
11.02.2009 10:57
Gestern Abend legte Oberbürgermeister Heinz Fenrich das Gutachten des Frankfurter Planungsbüros Albert Speer & Partner vor. Diese "Optimierungs-" Untersuchung war vom Gemeinderat gefordert worden, um in der Planung eines neuen beziehungsweise umgebauten Stadions voranzukommen.


Stadionneubau-Entwürfe am Wildpark 2009


"Optimierte" Lösung laut Gutachten ist ein Neubau am alten Wildpark-Standort. Der Unterschied zum zuvor angedachten Umbau des Stadions besteht darin, dass die neueste Variante auch einen Abriss der im Jahr 1993 renovierten Haupttribüne beinhaltet. Außerdem soll sich die Zuschauerkapazität von 35.000 auf etwa 40.000 erhöhen, zudem ist ein Tausch der Bereiche von KSC-Fans und Gästen geplant.

"Runder Tisch" mit der Wirtschaft soll Finanzierungslücke schließen

Als Fundament für den Neubau sollen die bestehenden Wälle dienen. Dies würde Einsparungen bei den Entsorgungskosten bringen, da in den Wällen Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg vermutet werden. Dennoch belaufen sich die veranschlagten Kosten für das neue Stadion auf 107 bis 110 Millionen Euro, worin noch keine Infrastrukturmaßnahmen eingeschlossen sein sollen.

Der Grund für die Favorisierung dieser Variante im Gegensatz zum Umbau mit Erhalt der Haupttribüne ist laut Gutachten, dass eine Kombination von alten und neuen Bauteilen in der Arena zu deutlich höheren Unterhaltskosten führen würde. Zudem stünde in absehbarer Zeit erneut eine Sanierung der dann "alternden" Haupttribüne an. Allerdings wird dieses komplett neue Stadion nicht wesentlich billiger als ein Neubau an anderer Stelle, so dass die vom Gemeinderat vorgesehenen 71 Millionen Euro Budget nicht ausreichen würden. Die nicht unerhebliche Differenz soll nun mit Geld aus der Wirtschaft gedeckt werden - dazu hat Fenrich für Ende Februar einen "Runden Tisch" einberufen.

KSC-Vize zeigt sich überrascht

Fenrich betonte am gestrigen Dienstagabend die gute Qualität des Standortes Wildpark und kündigte an, die im Gutachten vorgeschlagene Neubau-Alternative weiterzuverfolgen. Das bedeutet, der Gemeinderat muss erneut darüber beschließen, nachdem der "Runde Tisch" eine Finanzierung gesucht hat. Segnet der Gemeinderat die Lösung ab, wird das Angebot dem KSC vorgelegt.

Auf Anfrage von ka-news zeigte sich KSC-Vizepräsident Michael Steidl überrascht: "Ah, interessant", seien seine ersten Gedanken gewesen, als er von Fenrichs Vorstoß erfahren habe. Idealerweise sollten zwar "Informationen direkt fließen", aber, so Steidl versöhnlich: "Man darf da keinen negativen Zungenschlag reinbringen, sondern muss diese Dinge jetzt offen und fair prüfen. Wenn man Partner ist, muss man immer aufeinander zugehen."

Alle Informationen über die Entwürfe zum KSC-Stadion finden Sie hier

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