Das Vodafone-Logo ist an der Fassade der Firmenzentrale in Düsseldorf.
Das Vodafone-Logo ist an der Fassade der Firmenzentrale in Düsseldorf.
Bild: Federico Gambarini/dpa
Wieder online! ka-news zwei Wochen ohne Internet - diese Erfahrungen haben andere Karlsruher gemacht
Karlsruhe
05.08.2021 17:00
Die gute Nachricht: das Internet ist wieder da. Sowohl ka-news.de als auch die anderen im umliegenden Wohnblock betroffenen Anschlüsse haben seit Mittwoch wieder Netz. Ziemlich genau zwei Wochen hat der Internetanbieter Vodafone gebraucht, um die Störung zu beheben. Dass ka-news mit dem Problem einen Nerv getroffen hat, beweisen die zahlreichen Kommentare und E-Mails an die Redaktion. Kein Internet in der vermeintlichen Internet-Hauptstadt scheint ein Dauerbrenner zu sein.

Nach einem ka-news.de-Artikel über Internetprobleme der Redaktion, die auch die umliegenden Wohnhäuser betreffen, erreichen die Redaktion zahlreiche Rückmeldungen aus der ka-news.de-Community. Tenor der Nachrichten: "Ich/Wir haben ähnliche Probleme mit Vodafone." 

Kein Fernsehen

So schreibt beispielsweise eine Leserin in einer E-Mail über eine Bekannte aus der Welfenstraße in Karlsruhe: "Seit über einem Monat sitzt meine Bekannte ohne funktionierenden Fernsehanschluss in ihrer Übergangswohnung. Sie besitzt kein Internet und das Fernsehen ist quasi die einzige Ablenkung für sie. Es geht auch den anderen Nachbarn in diesem Strang so." 

Einige Mitglieder der ka-news.de-Community klagen über schlechten TV-Empfang.
Einige Mitglieder der ka-news.de-Community klagen über schlechten TV-Empfang. Bild: Monika Skolimowska/dpa

Die Bekannte sei 83 Jahre alt und müsse aufgrund einer Sanierung der eigentlichen Wohnung übergangsweise in einer anderen Wohnung wohnen. Die Sanierung wäre für die Seniorin ohnehin schon eine hohe Belastung und diese würde ohne Fernsehen weiter verschlimmert werden. Der Hausverwaltung sei das Problem gemeldet worden, passiert sei seitdem aber nichts.

"Ich halte nicht viel von Vodafone. Entweder sind die total überfordert oder haben schlicht und einfach keinen Bock sich darum zu kümmern. Leider hat in meinem Haus nun auch Vodafone das Fernsehen übernommen, ich finde die haben zu viel Macht", berichtet die Leserin abschließend. 

Zeitgleich berichtet eine andere Leserin ebenfalls über TV-Probleme. Diesmal ist die Wolfartsweierer Straße der Ort des Geschehens. Von Tag zu Tag würden aufgrund eines automatischen Sendersuchlaufes immer weniger Sender empfangen werden. "ARD und ZDF  sind auf keinem unserer beiden Fernseher vorhanden. Unsere Kanalliste beginnt bei drei mit RTL. RTL und Pro7 funktionieren wie einige andere Sender reibungslos. Auf Nachfrage beim Mieter- und Bauverein wurde mir nur gesagt, dass das Problem bei Vodafone liegt", heißt es in der Mail an ka-news.de. Auch im Vodafone-Forum fand die Leserin keine passende Lösungsidee, wie sie schreibt. 

Vodafone? Bingo

Auch im ka-news.de-Forum schildern Leser ihre Probleme mit ihrem Internetanbieter. "Eigentlich habe ich den Artikel nur kurz überflogen um zu schauen ob da von Vodafone die Rede ist. Bingo. Mehr braucht man eigentlich nicht wissen. Eine Schande, wie sich diese Firma in den letzten Jahren gewandelt hat, der Kunde ist dort inzwischen leider scheinbar vollkommen egal. Kann jedem nur davon abraten, dort zu unterschreiben. Man hört es leider von so vielen Leuten, Vodafone macht nur Probleme, die Technik ist absolut unzuverlässig und der Kundenservice ist quasi nicht existent", schreib dort ein User.

Im Geschäftsjahr 2019/20 lag der Ökoanteil am Stromverbrauch bei Vodafone noch bei 33 Prozent - ab Juli dieses Jahres sollen es 100 Prozent sein.
Im Geschäftsjahr 2019/20 lag der Ökoanteil am Stromverbrauch bei Vodafone noch bei 33 Prozent - ab Juli dieses Jahres sollen es 100 Prozent sein. Bild: Federico Gambarini/dpa

Ein anderes Mitglied meint: " Wir sind auch Kunde bei Vodafone BW in Karlsruhe und wohnen in Mühlburg. Seit April habe ich keine Möglichkeit mehr im Homeoffice zu arbeiten. Es kommt mehrmals täglich zu einem Ausfall. Mein eröffnetes Ticket im April wurde jetzt am Samstag (31.07.) geschlossen. Laut Meldung wurde das Problem behoben. Nach zwei Stunden hatte ich direkt wieder den nächsten Ausfall. Werde jetzt zur Telekom wechseln."

Neuer Techniker hat auch keine Lösung

Derweil endet die ka-news.de-Odyssee rund um den Internetanschluss ziemlich genau zwei Wochen, nachdem sie begonnen hatte. Den Anfang macht ein weiterer Techniker-Termin, der zunächst wenig vielversprechend endet.

"Auch diesmal konnte der Techniker nichts machen. Er hat am Verteilerkasten das Netz gemessen und festgestellt, dass weiter sowohl unser Anschluss als auch diverse weitere Anschlüsse gestört oder ganz offline wären.  Normalerweise wäre der nächste Schritt ein Ticket, also eine Art Arbeitsauftrag für weitergehende Maßnahmen, anzulegen, sagte er mir. Nur könne er in diesem Fall nicht mal das tun. Denn dieses Ticket gebe es schon seit einer Woche.", berichtet Neubüser den Mitgliedern der Redaktion. Bedeutet auch: Netz gibt es weiterhin nur provisorisch über ein LTE-Modem, also das Handynetz.

Überraschende Wende

Der persönliche Eindruck des ka-news.de-Chef: "Der Techniker war irritiert, weil alles, was er tun konnte, längst vor einer Woche von einem seiner Kollegen erledigt worden war. "

Mittags dann die überraschende Wende. Der Vodafone-Kundenservice meldet sich von sich aus bei ka-news-Geschäftsführer Felix Neubüser: "Sie müssten jetzt wieder Internet haben." Und tatsächlich: Es gibt wieder Netz. Grund seien Arbeiten an einer Verteilstation, die man am Vormittag habe abschließen können. Wofür denn der Techniker-Termin vor Ort nötig gewesen sei. "Das konnte man mir auch nicht sagen", so Neubüser.

Neubüser abschließend: "Störungen können passieren, da mache ich niemandem einen Vorwurf, auch nicht Vodafone. Ich kann auch noch verstehen, dass diese manchmal, aus welchen Gründen auch immer, nicht immer zeitnah beseitigt werden können. Was ich nicht verstehe ist, warum man nicht von sich aus nach spätestens 24 Stunden mit dem Kunden zusammen eine Alternative sucht oder ihn wenigstens von sich aus auf dem Laufenden hält. "

Stattdessen seien seine Anfragen über das Ticketsystem, das Vodafone zur Verfügung stellt, anfangs einfach ignoriert worden. "Ich bekam immer nur die Info, meine Nachfrage sei weitergeleitet worden, sonst keine Reaktion. Rief ich selbst bei der Hotline an, bekam ich immer widersprüchlichere Aussagen gipfelnd in der Aussage, dann hätten die anderen Mitarbeiter eben gelogen. Wobei ich nicht verhehlen möchte, dass auch einige sehr engagierte Mitarbeiter dabei waren, die sich wirklich zu bemühen schienen."

Spürbar Zug bekommen habe das Thema erst bekommen, nachdem die Redaktion die Pressestelle von Vodafone kontaktiert habe. "Nur betreibt nicht jedes Unternehmen mit Internet-Störung auch ein journalistisches Angebot", so Neubüser, "und  eigentlich sollte das ja auch nicht der Weg sein."

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
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