Polizeiobermeister Yannik Burkhardt und Polizeioberkommissar Benjamin Ramm (von links) kontrollieren im Streifendienst den richtigen Sitz des Mund-Nasenschutzes.
Bild: Lisa-Maria Schuster
Unterwegs mit der Karlsruher Corona-Streife: "Die eigene Bequemlichkeit hat hier keinen Platz"
Karlsruhe
29.10.2020 08:16
Kommt eine Polizeistreife vorbei, fassen sich viele Karlsruher automatisch an ihre Maske. Trage ich sie richtig? Darf ich mich hier ohne Maske überhaupt aufhalten? Die Verwirrung rund um die sich ständig ändernden Corona-Regeln ist groß. Aufklärungsarbeit leisten - das ist daher das selbsterklärte Ziel der Karlsruher Polizei, die die Maskenpflicht in der Innenstadt kontrolliert. ka-news hat drei Polizisten bei ihrer Arbeit in der Karlsruher Fußgängerzone begleitet.

Dass man in Geschäften oder der Bahn einen Mund-Nasen-Schutz tragen muss, ist nicht neu. Dennoch ändern sich die Bestimmungen zum Infektionsschutz und damit auch zum Tragen einer Maske immer wieder. So wurde zuletzt beschlossen, dass nun auch an belebten Orten, wo der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, eine Maske aufgezogen werden muss. Und: Das gilt sogar für Personen des gleichen Haushaltes, wie Familien und Paare.

Dass das in der praktischen Umsetzung für Verwirrung sorgen kann, darüber sind sich auch Polizeioberkommissar Benjamin Ramm und Polizeiobermeister Yannik Burkhardt bewusst. Sie und ihre Kollegen vom Polizeirevier Marktplatz kontrollieren regelmäßig die Einhaltung der Maskenbestimmungen in der Karlsruher Innenstadt.

Bürger wenden sich an die Streifenpolizisten

Am Dienstagvormittag laufen sie entlang der Kaiserstraße Streife. Schnell fällt auf: Die Passanten sind dankbar über die Anwesenheit der Beamten, viele kommen mit Fragen zur Maskenpflicht auf sie zu. Die häufigste Frage: Wo genau muss ich eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen? Darf ich hier auch ohne unterwegs sein?

Die Polizei unterstützt den Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) bei den Kontrollen. Bild: Lisa-Maria Schuster

Für die Verwirrung und die Nachfragen hat die Karlsruher Polizei Verständnis. Passanten ohne oder mit falsch sitzendem Mundschutz werden von den Beamten ermahnt. Verwarnungen und Bußgelder werden nur bei hartnäckigen Maskenverweigerern ausgesprochen. Die Polizeistreife möchte in erster Linie den Karlsruher Bürgern bei der Umsetzung der neuen Maskenpflicht helfen. 

"Wir möchten jeden Tag kontrollieren"

"Wir möchten, wenn möglich, keine Bußgelder verhängen. Es geht darum, die Maske lieber einmal mehr als nötig zu tragen und nicht unbedingt immer alles bis an die Grenzen des Erlaubten auszuloten. Jeder Einzelne ist verantwortlich für die Gesundheit der Allgemeinheit. Die eigene Bequemlichkeit hat da keinen Platz", betont Polizei-Pressesprecher Ralf Minet, der die Streife des Polizeireviers Karlsruhe-Marktplatz am Dienstag begleitet.

Trägt jemand keine Maske oder setzt sie nicht korrekt auf, wird er von den Beamten direkt angesprochen. Der Großteil der Ermahnten zeigt dabei Einsicht. Damit das auch so bleibt, soll gerade der Bereich der Innenstadt so oft kontrolliert werden wie möglich. "Durch die neue Verordnung werden wir jeden Tag kontrollieren, sofern es uns möglich ist. Es kommt auch immer darauf an, was sonst noch los ist", so Oberkommissar Ramm im Gespräch mit ka-news.de. 

Zuständig sind die beiden Polizisten dabei aber nicht nur für die Fußgängerzone, sondern auch für die dort dortigen Haltestellen. Aber: "Die sind unser Problem", sagt Lutz Schönthal, Leiter des Reviers am Marktplatz, gegenüber ka-news.de. Hier könne das Vorgehen der Beamten nicht klar abgesteckt werden.

Problemzone Haltestellen

"Welche Maßnahmen sind da angemessen? Wie weit soll die Polizei gehen? In Bus und Bahn hat jeder Fahrgast die Maske auf. Im Freien gibt es vor allem junge Leute, die uneinsichtig sind. Wenn jemand die Auskunft verweigert, ist es schwierig die Personalien aufzunehmen. Die Maßnahmen müssen aber immer der Situation angemessen sein", so Schönthal.

Fälle, in denen  Bürger überhaupt keine Akzeptanz gegenüber den Regelungen zeigen, gebe es aber auch. "Die bekommen dann auch ein Bußgeld", sagt Polizeioberkommissar Benjamin Ramm. Das sei aber eher die Ausnahme. "Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist grundsätzlich groß. In der Regel müssen die Leute einfach angesprochen werden." Wie oft Verstöße bereits geahndet wurden, konnten die Polizisten allerdings nicht benennen.

Primär ist der Ordnungsdienst zuständig

Gerade die Einhaltung der neuen Regeln will die Karlsruher Polizei in den kommenden Wochen genau beobachten. "Wir schauen, wie sich die nächsten zwei Wochen entwickeln", erläutert Oberkommissar Benjamin Ramm. Eigentlich ist der Kommunale Ordnungsdienst für die Kontrolle der Maskenpflicht verantwortlich. Die Polizei unterstützt allerdings parallel dazu. 

Durch die neue Verordnung wird jeden Tag kontrolliert, sofern es möglich ist. Bild: Lisa-Maria Schuster

Sind die getroffenen Maßnahmen aus Sicht der Beamten ausreichend? Benjamin Ramm ist hier zuversichtlich. "Wir erfahren eine positive Entwicklung und ich bin gespannt, wie sich die Zahlen entwickeln. Die Leute sind überwiegend einsichtig. Zumindest dahingehend ziehen wir vorerst eine positive Bilanz."

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