Insgesamt 31 Hunde sind Teil der Karlsruher Hundestaffel. 25 davon sind aktuell im Einsatz, sechs Junghunde sind in der Ausbildung.
Insgesamt 31 Hunde sind Teil der Karlsruher Hundestaffel. 25 davon sind aktuell im Einsatz, sechs Junghunde sind in der Ausbildung.
Bild: Lukas Hiegle
Nach Polizeihund-Biss in der Südstadt: Wie und wann werden Hunde bei der Polizei Karlsruhe eingesetzt?
Karlsruhe
09.06.2021 18:13
Er gilt nicht nur als der beste Freund des Menschen, nein auch für die Polizei kann er ein wichtiger Begleiter sein und eine wichtige Rolle spielen: der Hund. Jüngst kam es in der Südweststadt zu einem Einsatz eines Polizeihundes. Leidtragender war ein 27 Jahre alter Mann - er wurde gebissen. Bis es zu einem Biss eines Polizeihundes kommt, müssen aber mehrere Eskalationsstufen erreicht werden. ka-news.de fragt deshalb bei der Karlsruher Hundestaffel nach, wie und wann die speziell ausgebildeten Vierbeiner eingesetzt werden.

Am vergangenen Samstag kam es in der Karlsruher Südweststadt zu einem Familienstreit zwischen zwei Brüdern. Die Lage schaukelte sich soweit hoch, dass die Polizei einen ihrer Hunde einsetzten musste. "Ein typischer Einsatz für unsere Hundestaffel", wie Uwe Kunz, Leiter der Karlsruher Hundestaffel gegenüber ka-news.de erklärt. "Unsere Hunde werden bei solchen Einsätzen öfter angefordert. Vor allem wenn es um Gewaltdelikte geht und die Lage unübersichtlich ist."

Hundestaffel ist rund um die Uhr verfügbar

Die Einheit der Karlsruher Hundestaffel ist 24 Stunden, sieben Tage die Woche auf Abruf verfügbar. "Je nach Lage wird entweder über das Führungs- und Lagezentrum oder das zuständige Revier die Hundestaffel hinzugezogen", sagt Kunz. Vor Ort entscheide dann der Hundeführer, ob ein Einsatz möglich ist. 

Uwe Kunz ist Leiter der Karlsruher Polizeihundestaffel.
Uwe Kunz ist Leiter der Karlsruher Polizeihundestaffel. Bild: Polizei Karlsruhe

Neben der Zusatzausbildung zum Drogen-, Brandmittel- oder Leichenspürhund hat jeder Vierbeiner der Karlsruher Hundestaffel die Grundausbildung zum Schutzhund absolviert. Als ein solcher Schutzhund war "Baer" - der Rufname des Hundes - beim Einsatz in der Südstadt dabei. "Zunächst im Auto", so Kunz, doch "die Lage ließ sich nicht beruhigen und die gebissene Person richtete sich dann auch gegen die Beamten." 

"Tumultlage ließ sich nicht beruhigen"

Zuvor seien die gesetzlichen Hürden für einen solchen Einsatz erfüllt worden sein. "Der Hund ist für uns ein 'Hilfsmittel der körperlichen Gewalt' ähnlich wie der Schlagstock und deren Einsätze unterliegen den Vorschriften des Polizeigesetztes Baden-Württemberg", erklärt der Leiter der Hundestaffel.

Ein Polizeihund bei der Ausbildung bei der Hundestaffel Karlsruhe.
Ein Polizeihund bei der Ausbildung bei der Hundestaffel Karlsruhe. Bild: Lukas Hiegle

Zusätzlich hängt ein Einsatz von anderen Parametern ab. "Er sollte verhältnismäßig, im Rahmen des Mindesteingriff und angedroht sein", so Kunz weiter "Der Hundeführer droht den potenziellen Einsatz an und die handelnden Personen entscheiden dann selbstständig, ob sie sich beruhigen oder nicht."

In der Südweststadt ließ sich "die Tumult-Lage und das polizeiliche Gegenüber" nicht beruhigen. Die Bilanz: vier verletzte Menschen, davon drei Polizeibeamte und ein verletzter Hund. "Baer" musste mit einer großen und einer kleinen Wunde jeweils unter seinen Augen medizinisch versorgt werden. "Ihm geht es aber gut und er ist aktuell auch im Dienst. Generell sind die Tiere sehr robust", erklärt Kunz abschließend. 

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