Mundschutz liegt auf einem Tisch.
Mundschutz liegt auf einem Tisch.
Bild: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild
Maske bleibt in Baden-Württemberg Pflicht
Stuttgart
06.07.2020 14:27
Seit Ende April tragen die Menschen Masken in allen Farben und Formen, mehr oder weniger konsequent und vor allem beim Einkaufen, in Bussen und in Bahnen. Nun scheint die bundesweite Solidarität zur Maskenpflicht erste Risse zu bekommen.

In der Debatte um eine Aufhebung der Maskenpflicht hat Baden-Württemberg klar Stellung bezogen: Die Maskenpflicht wird bleiben, Lockerungen oder gar ein Ende der Auflage sind nicht geplant, wie eine Sprecherin des Staatsministeriums am Montag in Stuttgart sagte.

Seit Ende April müssen Mund und Nase in Baden-Württemberg beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr bedeckt werden, ansonsten droht ein Bußgeld. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hatte sich am Wochenende für ein baldiges Ende der Maskenpflicht in seinem Bundesland ausgesprochen. 

"Maskenpflicht bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Strategie"

"Die Maskenpflicht bleibt ein zentraler Bestandteil unserer Strategie", sagte die Sprecherin des Staatsministeriums der dpa. Gemeinsam mit dem Abstandsgebot sei die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung ein wirksames Mittel im Kampf gegen das Coronavirus und weitere Infektionen. Es gebe keinen Anlass zur Entwarnung, zumal die Ansteckungszahlen weltweit gesehen immer weiter stiegen.

Manfred Lucha, Gesundheitsminister von Baden-Württemberg, spricht auf einer Pressekonferenz. Bild: Christoph Schmidt/dpa

Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) kritisierte die jüngste Debatte und warnte: "Wir befinden uns nach wie vor in einer sehr fragilen Lage. Eine Aufhebung der Maskenpflicht wäre deshalb zum jetzigen Zeitpunkt das absolut falsche Signal."

Pandemie ist noch nicht besiegt

Die Diskussion um eine Lockerung vermittele den Eindruck, die Pandemie sei besiegt worden. "Das ist mitnichten der Fall", sagte Lucha. Das Virus breite sich nur nicht aus, weil die meisten Menschen diszipliniert seien.

Gegen ein zeitnahes Ende der Pflicht für den Mund-Nasen-Schutz in Geschäften haben sich inzwischen neben Baden-Württemberg unter anderem auch Bayern, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Hamburg ausgesprochen.

Einzelhandel will Maskenpflicht lockern

Der baden-württembergische Einzelhandel hadert dagegen weiter mit der Maskenpflicht und bringt ein freiwilliges Tragen ins Spiel: "Diejenigen, die eine Maske tragen wollen, sollen dies tun, die anderen sollen weiterhin diszipliniert Abstand halten", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Handelsverbandes, Sabine Hagmann, der dpa in Stuttgart. Die Maskenpflicht belaste die Mitarbeiter schwer, sie trübe das Einkaufserlebnis und halte viele Menschen davon ab, in die Geschäfte zu kommen.

Sabine Hagmann, die Geschäftsführerin des Handelsverbandes Baden-Württemberg. Bild: Nikolai Huland/dpa/Archivbild

Das sieht die SPD anders: Viele besorgte Kunden würden Geschäfte meiden, müsse dort kein Schutz für Mund und Nase mehr getragen werden, sagte Baden-Württembergs SPD-Landeschef Andreas Stoch. Er halte eine Aufhebung für den Handel für verfrüht. Die Infektionszahlen seien begrenzt worden, weil auf Abstand und Hygiene geachtet werde - und weil dort, wo Abstände nicht eingehalten werden könnten, Masken getragen würden.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Claus Paal, rief ebenfalls zur Geduld auf: "Wir wissen immer noch nicht genug darüber, wie sich das Virus verbreitet. Was wir jedoch wissen ist, dass geschlossene Räume eine höhere Gefahr der Infektion bergen. Dazu gehören Läden und auch der ÖPNV."

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