Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau für einen Corona-Test einen Abstrich.
Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau für einen Corona-Test einen Abstrich.
Bild: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
Kosten, Ausnahmeregeln und Co.: Was Karlsruher seit dem 11. Oktober bei PCR und Antigen-Tests wissen müssen
Karlsruhe
12.10.2021 16:14
Seit über einem Jahr beeinflusst das Corona-Virus das alltägliche Leben. Nach drei Corona-Wellen, die letzte im Frühjahr 2021, beginnen die Zahlen aktuell wieder nach oben zu klettern - doch wohin geht der Trend? Von den Anfängen bis heute: Jede Woche gibt es einen Überblick über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Karlsruhe und einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz im Stadtkreis bleibt hoch

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass sich die Corona-Inzidenzen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe immer noch auf hohem Niveau bewegen.

Zum Vergleich: Waren am 5. Oktober 357 Personen mit dem Virus infiziert, so sind es am Dienstag, 12. Oktober, 374. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 74,6 und im Landkreis bei 90,6 (Stand: Montag, 11. Oktober, 16 Uhr). Die 7-Tage Hospitalisierungsinzidenz liegt mit aktuell 177 belegten Intensivbetten in Baden-Württemberg bei 2,05. Damit befindet sich das Land in der Basisstufe.

Bild: Landratsamt Karlsruhe

Seit Montag, den 11. Oktober, entfallen für die meisten Bürger die kostenlosen Corona-Tests. Das heißt: Wer weder einen Genesenen- noch einen Impfnachweis mit sich führt, muss sich von nun an für viele Aktivitäten freitesten lassen, wofür ein simpler Selbsttest nicht ausreicht. Aber mit welchen Kosten müssen die Bürger nun eigentlich rechnen und was gilt es sonst noch zu beachten? 

  • Wo bekomme ich einen Test?
    Wie bereits vor dem 11. Oktober können die Corona-Tests sowohl in Testzentren, Apotheken und in Arztpraxen durchgeführt werden. Meistens muss zuvor ein Termin über ein entsprechendes Online-Portal oder über Telefon vereinbart werden. An welchen Apotheken in Karlsruhe weiterhin Corona-Tests angeboten werden, kann über die Seite der Landesapothekenkammer von Baden-Württemberg eingesehen werden. Arztpraxen mit Corona-Schwerpunkt listet die Seite der Kassenärztlichen Vereinigung von Baden-Württemberg. Testzentren können nach wie vor über die Corona-Seite der Stadt eingesehen werden. Da die Stadt die Karte nur auf Anmerkung der jeweiligen Betreiber abändert, hängt die Aktualität der Testzentren  allerdings von den Betreibern selbst ab. 
  • Wer bekommt weiter kostenlose Tests?
    Weiter kostenlos sind die Test für: Schwangere, Minderjährige (bis 31. Dezember) - danach nur noch Kinder bis 12 Jahre, Studierende aus dem Ausland, die eine Impfung mit einem nicht anerkannten Impfstoff erhalten haben, Personen, die an klinischen Studien zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Virus teilnehmen oder in den letzten drei Monaten vor der Testung an solchen Studien teilgenommen haben, Personen, die sich wegen einer nachgewiesenen Infektion selbst in Absonderung begeben mussten und sich freitesten müssen, Personen, die aufgrund einer medizinischen Kontraindikation zum Zeitpunkt der Testung nicht gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft werden können.
  • Welche Nachweise brauche ich?
    Je nachdem zu welcher Gruppe die Testperson gehört, sind folgende Nachweise mitzubringen: Lichtbildausweis, Mutterpass, Zeugnis vom Arzt über medizinische Kontraindikation gegen eine Corona-Schutzimpfung, Impfpass und Studienbescheinigung.
  • Wann ist ein PCR-Test kostenlos?
    Fällt ein Schnelltest positiv aus, kann die getestete Person einen kostenlosen PCR-Test zur Bestätigung des Schnelltestergebnisses machen. Das gilt auch nach einem positiven Selbsttest. Vorsichtshalber sollte man sich zu Hause in Isolierung begeben, bis das Ergebnis vorliegt. Kostenlos bleiben die PCR-Tests auch, wenn bei einer Kontaktperson (zum Beispiel Haushaltsmitglieder, Personen die als "erhöhtes Risiko" durch die Corona-Warn-App eingestuft wurden) durch einen Arzt oder durch das Gesundheitsdienst eine Infektion festgestellt wurde. Gleiches gilt bei der Feststellung einer infizierten Person innerhalb "einer Einrichtung des Gesundheitswesens" oder "einer vergleichbaren Einrichtung außerhalb der regulären Krankenversorgung" (Asylantenheim, Notunterkünfte, Kitas, Ambulante Pflege und so weiter). Ein strikter Anspruch auf eine PCR-Testung besteht jedoch nicht, da auch eine Diagnostik durch Antigen-Tests möglich ist.
  • Was kostet ein PCR-Test in Karlsruhe?
    Je nachdem, wann das Ergebnis vorliegen muss, schwankt der Preis für einen PCR Test natürlich beachtlich. So kostet beispielsweise ein "Rapid-PCR" beim Testzentrum am Hauptbahnhof knapp 125 Euro. Hier liegt das Ergebnis nach zirka 20 Minuten vor. Für 55 Euro erhält man das Ergebnis im Verlauf des Folgetages und für 75 Euro, wenn das Ergebnis "per Express" bereits am nächsten Morgen vorliegen soll. Bei Arztpraxen und Apotheken sieht das nochmal etwas anders aus: Für Antigen-Schnelltests und PCR-Tests bei asymptomatischen Personen gibt es keine Preisfestlegung, da diese Tests keine ärztliche Leistung darstellen und daher auch die Kostenfestsetzungsregelungen für Arztpraxen nicht gelten. Die Auswertung der PCR-Tests muss ein Labor vornehmen, das noch einmal gesondert abrechnet. Je nach Auslastung des Labors, liegen die Ergebnisse nach zirka 24 bis 36 Stunden vor und können digital eingesehen werden. Nach unseren Recherchen liegen die Kosten bei einem PCR Test in Arztpraxen und Apotheken im Schnitt zwischen 80 und 100 Euro.
  • Was kostet ein Antigen-Test in Karlsruhe?
    Bei den Karlsruher Testzentren werden Antigen-Test im Schnitt für 15 Euro angeboten. Corona-Schwerpunkt Arztpraxen führen in der Regel keine Antigen-Tests, sondern sind für Personen ausgelegt, die einen PCR-Test brauchen. Bei Apotheken beläuft sich der Preis ebenfalls auf zirka 15 Euro.

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021 und erneut im Sommer 2021. Verantwortlich dafür ist die zurzeit vorherrschende Delta-Variante. 

Das Problem: Häufig sind Infektionsketten nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. Dies nennt das Gesundheitsamt ein "diffuses Infektionsgeschehen."

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage.

In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

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