Kornelia Walz vom Büro Reisezeit in Kuppenheim bei der Demonstration auf dem Karlsruher Marktplatz.
Bild: Lena Kube
Demo auf dem Marktplatz: "Hier geht es um die Zukunft und um meinen Job"
Karlsruhe
13.05.2020 16:00
Kurzarbeit und rote Zahlen am Monatsende: Die Corona-Pandemie beeinträchtigt viele Unternehmen - doch die Reisebüros trifft die Krise besonders hart. Gebuchte Reisen werden storniert und die Büros stehen ohne Einnahmen da. Sie fordern von der Politik finanzielle Soforthilfen. "Wir sehen sonst keine Zukunft", sagt eine Demonstrantin vor Ort.

Sonnenschirme sind auf dem Marktplatz aufgespannt, dazwischen stehen Liegestühle in Reih' und Glied: Am Mittwochmittag haben sich Reisebüros in der Karlsruher Innenstadt Gehör verschafft. Sie möchten auf ihre derzeitige Situation aufmerksam machen, denn seit rund zwei Monaten leiden die Büros unter extremen Einnahmeausfällen.

"Uns hat es als erstes getroffen"

"Wir fordern Soforthilfen vom Staat", sagt Dirk Hoffmann, Geschäftsführer des Reisebüro Eisele. Seit Mitte März, als die Länder aufgrund des Corona-Virus die Grenzen geschlossen und Reisen untersagt haben,  steht die Branche still.  "Uns hat es als erste getroffen und wir werden die letzten sein, die aus der Krise herauskommen werden," so Hoffmann. 

Dirk Hoffmann, Inhaber des Reisebüro Eisele in Limburgerhof. Bild: Lena Kube

Dabei verzeichnen die Büros mitunter sogar negative Einnahmen, denn einige Veranstalter zahlen bereits Provisorien, sobald dem Kunden eine Reise verkauft wurde. Da die Menschen ihre Urlaube derzeit allerdings nicht antreten können, müssen die Reisebüros die Gelder zurückzahlen. 

"Ich hatte Angst, doch es geht um meinen Job"

Unter den Demonstrierenden in Karlsruhe ist auch Kornelia Walz vom Büro Reisezeit in Kuppenheim. "Wir haben gerade mit der Abwicklung der Bürokratie viel zu tun", sagt sie im Gespräch mit ka-news.de. "Darüber hinaus möchten wir weiterhin für unsere Kunden da sein". 

Kornelia Walz vom Büro Reisezeit in Kuppenheim bei der Demonstration auf dem Karlsruher Marktplatz. Bild: Lena Kube

"Ich wollte zuerst nicht kommen, denn ich hatte Angst", sagt Walz, die an diesem Tag wie vorgeschrieben mit Mundschutz demonstriert und zu den anderen Teilnehmern den geforderten Abstand hält. "Doch ich arbeite seit 30 Jahren in der Branche und hier geht es um meine Zukunft - um meinen Job."

Laut der Corona-Verordnung sind Versammlungen im Freien noch immer untersagt. Zu groß ist die Gefahr einer neuen Infektionswelle. Dennoch hat das Bundesverfassungsgericht ein generelles Verbot der Proteste gekippt.


Demo der Reisebüros auf dem Marktplatz


 

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
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