Der illegale Welpenhandel hat nach Auskunft des Veterinäramts zugenommen.
Der illegale Welpenhandel hat nach Auskunft des Veterinäramts zugenommen.
Bild: Stadt Karlsruhe/Veterinäramt
Fünf junge Hundewelpen illegal in Karlsruhe: Tierhandel stieg in der Corona-Zeit an
Karlsruhe
29.07.2020 14:08
Fünf junge Hundewelpen sind in der Corona-Zeit zwischen März und Juli illegal nach Karlsruhe verkauft worden. In den beiden Vorjahren wurde im selben Zeitraum je nur ein Fall verzeichnet. Da Krankheiten wie Tollwut nicht ausgeschlossen werden können, werden die Tiere vorsorglich unter Quarantäne gestellt.

Das Coronavirus hat die Arbeit des städtischen Veterinäramtes verändert. Zwischen März und Ende Mai dieses Jahres führten die Mitarbeiter weniger Kontrollen durch. Gesundheitszeugnisse, die für Reisen mit Heimtieren in manche Länder gebraucht werden, wurden gar nicht mehr ausgestellt.

Gesundheitszeugnisse für andere Länder wurden in der Corona-Zeit kaum ausgestellt. Bild: Christin Klose/dpa-tmn

Stattdessen stellten die Veterinäre ein zum Vorjahr um 40 Prozent erhöhtes Aufkommen von Hunden und Katzen fest, die gewerbsmäßig aus dem europäischen Ausland nach Karlsruhe gebracht wurden. Wie das Veterinäramt weiter mitteilt, wurde ein großer Teil dieser Haustiere durch deutsche Tierschutzorganisationen vor allem aus Rumänien und Spanien nach Deutschland vermittelt.

Illegaler Welpenhandel hat zugenommen

Leider hat laut Veterinäramt aber auch der illegale Welpenhandel zugenommen. So sind zwischen März und Juli dieses Jahres fünf junge Hunde entgegen den europäischen Vorschriften ohne gültige Tollwutimpfung nach Karlsruhe verkauft und daraufhin dem Veterinäramt gemeldet worden.

(Symbolbild) Bild: Andreas Arnold/dpa

"In den beiden vorangegangenen Jahren war im gleichen Zeitraum nur jeweils ein Fall bekannt geworden", teilt die Stadt Karlsruhe in einer Pressemeldung mit. Zum Schutz der Öffentlichkeit werden diese Tiere dann bis zum Vorliegen gültiger Bedingungen unter amtliche Aufsicht, das bedeutet, unter Quarantäne, gestellt.

Vor Hundekauf gut informieren

Dies kann in manchen Fällen, wenn zum Beispiel ein Tier aus einem Nicht-EU-Land wie Serbien stammt, mehrere Monate dauern und demzufolge sehr kostspielig werden. Da Tollwut aber in Europa immer noch verbreitet ist und in den letzten Monaten zunehmend neue Fälle aus bisher tollwutfreien Ländern wie Frankreich, Polen und Italien gemeldet werden, ist das Einhalten der Vorschriften zum Schutz vor dieser, auch beim Menschen immer tödlich verlaufenden Krankheit notwendig.

Vor der Anschaffung eines Hundes sollten sich die Bürger gut informieren. Bild: Robert Günther/dpa-tmn

Deshalb rät das Veterinäramt potenziellen Hunde- und Katzenhaltern, sich vor der Anschaffung eines neuen Haustieres aus dem Ausland über die einzuhaltenden Bedingungen bei Veterinäramt oder Haustierarzt zu erkundigen. Vor allem sollten sie kein Tier im Internet kaufen. Wenn potenziellen Käufern Tiere ohne Papiere, eventuell sogar schwach und krank, angeboten werden, sollten sie diese nicht auf eigene Faust retten, sondern Polizei und Veterinäramt darüber informieren.

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
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