Weihnachtsshopping
Gerade zur Weihnachtszeit boomt in den Läden der Stadt das Geschäft (Symbolbild).
Bild: Paul Needham
Weg-Werf-Knigge zum "Kauf-Nix-Tag": 7 Tipps zur Müllvermeidung
Karlsruhe
30.11.2019 09:33
Einfach mal einen Tag lang keinen Cent ausgeben: Am heutigen Samstag, 30. November, versucht der jährlich stattfindende "Kauf-Nix-Tag" auf das Problem des stetig wachsenden Massenkonsums aufmerksam zu machen. Denn wo Konsum ist, entsteht auch Müll. ka-news.de hat daher passend zum Aktionstag einen Knigge zusammengestellt, wie man unnötigen Müll ganz einfach verhindern und so seinen Teil gegen die Wegwerfgesellschaft beitragen kann.

Wir leben in einer Welt voller Konsum, täglich und überall sind wir damit umgeben - Tendenz steigend.  Vor allem wenn Weihnachten naht, füllen sich die Kaufhäuser mit Schnäppchenjägern. Und am weltbekannten, aus den USA stammenden "Black Friday" am 29. November erreicht das Konsumieren - egal ob im Einkaufszentrum oder durch Online-Shopping - seinen jährlichen Höhepunkt. 

Einen Tag lang nichts ausgeben

Doch damit soll Schluss sein - zumindest, wenn es nach der Gegenbewegung, dem sogenannten "Kauf-Nix-Tag", geht. Bei diesem Aktionstag geht es darum, einen ganzen Tag lang einmal nichts auszugeben: Kein Shopping-Nachmittag im ECE-Center, keinen Coffee to-go beim Bäcker um die Ecke und auch keine Online-Bestellung am heimischen Laptop. Eingeleitet hat diesen Tag in den 2000er Jahren der Verein "Narra e.V." und die Konsumnetz-AG des globalisierungskritischen Netzwerks Attac.

Konsum? Nicht am "Kauf-nix-Tag"! (Symbolbild). Bild: Paul Needham

Stattfinden wird der Tag in Europa am 30. November - genau einen Tag nach dem Black Friday - und soll auf die Missstände der Wegwerfgesellschaft hinweisen.

Auch Autor Wolfgang König beschäftigt sich mit diesem Problem. In seinem Buch "Geschichte der Wegwerfgesellschaft" schreibt er über die Verschwendung von Lebensmitteln, Kleidern und anderen Gütern, sucht nach Gründen und Alternativen, was man dagegen tun kann. 

Sieben Anti-Wegwerf-Tipps 

Vor dem Hintergrund dieses Buches hat auch ka-news.de einige Tipps zusammengestellt, wie jeder im schnelllebigen City-Alltag sein Konsumverhalten ändern, seine Müllproduktion reduzieren und somit auch der Umwelt etwas Gutes tun kann:

  • Verpackungen recyclen
    Beim nächsten Kauf aufgepasst: Auch die Verpackungen, in denen die Produkte sind, können noch anderweitig verwendet werden, statt sie nach dem Kauf einfach wegzuwerfen. Wie wäre es denn mit einem leeren Eierkarton zur Aufzucht von Pflanzen-Sätzlingen oder der Klopapier-Verpackungsfolie als Müllbeutel für den Mülleimer im Bad?
  • Kleider-Shopping aus zweiter Hand
    Karlsruhe hat einige Second-Hand-Läden zu bieten, wie beispielsweise das Kashka, das Déjà-Vu, Jacke wie Hose, Pepita oder den Laden 23. Hier gibt es neben Möbeln und Haushaltsutensilien auch eine ganze Menge an gebrauchter Klamotten, die statt dem Weg in die Mülltonne einen neuen Besitzer suchen. Mit etwas Glück und Stöber-Geschick können sich hierbei echte Schätze finden, die nicht jeder andere hat. Klamotten von der Stange kann doch jeder, oder?
    Second-Hand-Läden gibt es in Karlsruhe einige. Bild: Sophia Wagner
  • Von Einweg zu Mehrweg
    Bei manchen Artikel, die wir ganz selbstverständlich benutzen, fällt es uns nicht einmal wirklich auf, wenn wir sie wegwerfen, weil es einfach zu ihrem Gebrauch dazugehört. Doch diese Produkte lassen sich eigentlich viel länger nutzen. Feuerzeuge und Kugelschreiber beispielsweise können ganz einfach aufgefüllt werden und auch Einweg-Besteck oder Geschirr aus Plastik kann man nach Benutzung reinigen.
  • Essensreste müssen kein Müll sein
    Wandern die Schalen von Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten bei Ihnen in den Bio-Müll? Diese vermeintlichen "Essensreste" kann man ganz einfach weiterverarbeiten: Man braucht hierfür nur einen Topf voll kochendem Wasser - und schon lässt sich eine leckere Gemüsebrühe zaubern, mit der man wiederum andere Mahlzeiten verfeinern kann. Oder man nehme zum Beispiel trockenes, altes Brot und macht daraus einfach Semmelknödel.
  • "To-Go" von daheim
    Na, Hunger beim Lesen bekommen, aber keine Lust zu kochen? Da ist schnell einmal eine Nudelbox beim Asia-Imbiss um die Ecke oder für den Durst ein Kaffee für unterwegs gekauft. Das nächste Mal vor dem kulinarischen Trip einfach die eigene Box oder den eigenen Becher mitnehmen und reinfüllen lassen. Das spart Verpackungsmüll.
    Der neue Fächerbecher Bild: Tim Carmele|TMC Fotografie
  • Foodsharing - ab in den "Fairteiler"
    Wenn man dann doch mal etwas kocht, passiert es manchmal, dass man am Schluss eine ganze Menge über hat, sowohl vom fertigen Essen, als auch von den dann schon geöffneten Zutaten. Kein Talent in Resteverwertung? Eine Alternative ist Foodsharing. Auch in Karlsruhe hat der Verein foodsharing e.V. zahlreiche öffentliche Kühlschränke ("Fairteiler") eingerichtet, in die jedermann überschüssige Nahrungsmittel legen - und sich natürlich auch welche herausnehmen kann.

    Die zehn "Fairteiler" stehen in Eggenstein in der Bachstraße, am evangelischen Kindergarten Villa Regenbogen, beim Zirkus Maccaroni, am Falkenweg/Ecke Nürnberger Straße, beim HaDiKo Studentwohnheim, am Jugendfreizeit- und Bildungswerk, am Jubez, am Jugend- und Gemeinschaftszentrum Weiße Rose Oberreut, beim NCO-Club und beim Studentenzentrum Z10.
  • Do it yourself
    Für alle, die dieser Knigge jetzt dazu angeregt hat, etwas neues auszuprobieren: Es gibt noch eine ganze Menge Produkte, die man selbst herstellen kann, ohne sie zu kaufen. Wenn man hierfür auch noch Dinge verwertet, die man eigentlich wegwerfen wollte, vermeidet man eine Menge Müll.

    So kann man zum Beispiel wiederverwendbare "Wattepads" aus alten Handtüchern oder Textilien machen, oder aus haushaltsüblichen Zutaten wie zum Beispiel Kokosöl oder Speisestärke eigene Deodorants, Shampoos und Reiniger herstellen.
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