Fächergärtner am Schloss Gottesaue
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Urban Gardening in Karlsruhe: Stadt verzögert Freigabe neuer Flächen
Karlsruhe
09.07.2018 16:00
Ein Gemüsebeet auf dem Dach oder ein Kräutergarten im Stadtpark - "Urban Gardening" wird auch in Karlsruhe immer beliebter. Dennoch gibt es laut Stadtrat Jürgen Wenzel von den Freien Wählern (FW) seitens der Stadt kaum Angebote. Woran liegt das?

Der Otto-Dullenkopf-Park am Schloss Gottesaue und die Hildapromenade machen es vor: Urban Gardening ist auch in der Fächerstadt angekommen - jedoch nur punktuell. Karlsruher Bürger bemängeln, bisher kein einheitliches Konzept erkennen zu können. Das findet auch Stadtrat Jürgen Wenzel. "Karlsruhe hat immer noch viele ökologisch wenig sinnvoll genutzte Rasenflächen. Wäre es nicht an der Zeit, diese zu vernetzen und über Patenschaften sowie einem 'Urban Gardening Konzept' in die Verantwortung der Bürger dieser Stadt zu geben?", will er von der Stadtverwaltung wissen. 

Vergangene Projekte durchaus erfolgreich 

Der Stellungnahme der Stadt zufolge habe es in der Vergangenheit bereits unterschiedliche Anläufe zum Thema Urban Gardening in Karlsruhe gegeben. Im Rahmen des Förderprogramms "Grüne Höfe, Dächer und Fassaden" hätten beispielsweise seit 1982 rund 350 Begrünungsmaßnahmen im Bereich des privaten Wohnumfeldes durch Beratung und finanzielle Förderung unterstützt werden können. "Es wurden 39 Hektar Hoffläche und 6.000 Quadratmeter Dachfläche ökologisch aufgewertet und damit ein erheblicher Beitrag zur Verbesserung der Wohnqualität in den dichtbebauten Stadtgebieten geleistet", erklärte die Stadtverwaltung. 


Die Fächergärtner


Wer gärtnern möchte, aber über keinen privaten Freiraum verfügt, kann auch auf einen Kleingarten zurückgreifen, denn "Karlsruhe verfügt über ein reiches Kleingartenwesen", weiß die Stadt. Das wohl bekannteste Beispiel sind aber die Fächergärtner. Seit dem Frühjahr 2013 kümmern sie sich um die Bepflanzung und Pflege des Gemeinschaftsgartens im Marstallgarten am Schloss Gottesaue

Bürokratie verhindert Freigabe neuer Flächen

Warum gibt es dennoch keine neuen Projekte? "Die Bereitstellung weiterer Flächen ist prinzipiell vorstellbar", erklärt die Stadtverwaltung auf die Anfrage von Jürgen Wenzel. Bis es allerdings so weit kommt, müssen Antragsteller eine Reihe behördlicher Anforderungen erfüllen. So wird seitens des Gartenbauamtes beispielsweise die Bildung von "Interessensgemeinschaften mit verantwortlichen Ansprechpartnern" verlangt.

Flächenvorschläge seien darüber hinaus immer im Einzelfall zu prüfen. "Unterschiedliche Belange, Anforderungen und Rahmenbedingungen sind dabei zu berücksichtigen", so die Stadt. Wer eine Flächenanfrage stellt, muss sich zudem grundsätzlichen Fragen nach den Rechten, Pflichten, Risiken, der Haftung sowie der Sicherheit stellen. Diese Maßnahmen blieben nicht ohne Folgen: "Zuletzt konnten daher keine neuen Flächen für Urban Gardening seitens des Gartenbauamts zur Verfügung gestellt werden", erläutert die Stadt Karlsruhe. "Die Stadtverwaltung arbeitet bereits an der Klärung dieser Fragen." 

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