Daniel Fluhrer, kandidierender Bürgermeister der Karlsruher SPD
Daniel Fluhrer, kandidierender Bau-Bürgermeister für die Karlsruher SPD.
Bild: Presse
SPD stellt vor: Daniel Fluhrer soll neuer Bau-Bürgermeister werden
Karlsruhe
07.10.2017 00:05
Bürgermeister Michael Obert (FDP) soll im Herbst 2018 in den Ruhestand gehen, das verkündete Parsa Marvi (SPD) bei einer Pressekonferenz in der vergangenen Woche. Wer soll sein Nachfolger werden? 2016 hatte sich der Gemeinderat auf ein Vorschlagsrecht der SPD geeinigt - das hat die Karlsruher SPD nun wahrgenommen. Am Donnerstag stellte sie ihren Kandidaten vor: Daniel Fluhrer, Diplomingenieur, Regierungsbaumeister, Architekt und Stadtplaner aus Herrenberg.

Bereits seit 1. Oktober 2008 ist Michael Obert als Bürgermeister für das Dezernat 6 - die Bereiche Bauen, Planen, Immobi­li­en­ma­na­ge­ment und den Zoo in der Stadt Karlsruhe - zuständig. Ende 2018 beendet er seine langjährige Amtszeit und geht in den Ruhestand - trotz seiner Wiederwahl auf acht weitere Jahre im vergangenen Jahr.

Damals konnten sich die Parteien nach Unstimmigkeiten zwischen den Karlsruher Stadträten in Sachen Bau-Bürgermeister auf einen gemeinsamen Kompromiss verständigen: Die SPD einigte sich mit der "Zählgemeinschaft" - bestehend aus der FDP, GfK, der Wählergemeinschaft der Freien Wähler (FW) - und gab an, eine Verlängerung der Amtszeit von Obert bis 2018 zu unterstützen. Im Jahr 2018 wolle sie dann selbst einen Nachfolger aufgrund des Vorschlagsrechts als zweitstärkste Partei im Gemeinderat anbieten - und das tat die Fraktion nun auch am vergangenen Donnerstag.

Daniel Fluhrer als "Bestes, was die SPD kann"

Das Ergebnis: Daniel Fluhrer, ein parteiloser Diplomingenieur, Regierungsbaumeister, Architekt und Stadtplaner aus Herrenberg. Er soll nun den Gemeinderat im kommenden Jahr von sich für die SPD überzeugen. Eine zu diesem Zweck eingerichtete Findungskommission führte nach Angaben der SPD in den vergangenen Monaten Sondierungsgespräche mit geeigneten Kandidaten und beendete ihre Arbeit mit der Empfehlung von Fluhrer an die SPD-Gremien. Am Donnerstagabend gab die Delegiertenversammlung abschließend ihr "grünes Licht" für den Kandidaten.

Daniel Fluhrer (l.), der kandidierende Bau-Bürgermeister für die Karlsruher SPD, und Parsa Marvi, Vorsitzender der Karlsruher SPD am Donnerstag bei der Pressekonferenz. Bild: Pia Rebel

Der fünffache Vater sei das Beste, was die Fraktion momentan präsentieren könne, so Parsa Marvi, Vorsitzender der Karlsruher SPD-Fraktion am Donnerstag. Er hat nach Angaben des Vorsitzenden langjährige Erfahrung im geforderten Bereich vor allem auch durch seine aktuelle Stelle als Stadtbaudirektor in Esslingen am Neckar und stünde insgesamt für Veränderungen.

Das kann Fluhrer selbst nur bestätigen: "Ich möchte etwas bewegen", erklärt er am Donnerstag und stellt eine innovative und leistungsorientierte Struktur in Aussicht. Sein Vorschlag sei ein Vertrauensbeweis der SPD-Fraktion und eine "große Verpflichtung", so Fluhrer - diese wolle er zum Wohle der Stadt und der Karlsruher erfüllen und verspricht, als Baudezernent den Kontakt zu vielen Personen zu suchen.

Karlsruhe als "große weite Welt"

Karlsruher Bauprojekte sprach der 42-jährige Kandidat am Donnerstag allerdings nicht direkt an. Er wolle sich derzeit noch nicht in die aktuelle Tagespolitik einmischen. Wie Marvi verspricht, könne man sich allerdings unter anderem auf die künftige Stadtentwicklung auch in Bezug auf bezahlbaren Wohnraum sowie auf nachhaltige Mobilitätsentwicklung freuen.

 

Und warum stellt die SPD keinen Bau-Bürgermeister-Kandidaten aus den eigenen Reihen und schlägt hingegen einen Außenstehenden zur Wahl vor? "Für die SPD ist vor allem die fachliche Kompetenz wichtig - und diese bringt Daniel Fluhrer mit sich," erklärte Marvi am Donnerstag.

Auf die Frage, warum Fluhrer ausgerechnet in die Fächerstadt kommen will, hat er eine klare Antwort: "Karlsruhe hat einen attraktiven Lebensflair." In seiner Jugend wäre die Stadt die "große weite Welt" gewesen, die es zu entdecken galt. Diese Euphorie übernahm nach eigener Aussage auch schnell seine Frau und damit auch die gesamte Familie: Gemeinsam beschlossen sie, im Falle der Wahl nach Karlsruhe zu ziehen.

ka-news-Hintergrund:

Zunächst werden die Stellen ausgeschrieben. Gewählt werden die Bürgermeister schließlich durch Abstimmung vom Gemeinderat - unter Berücksichtigung der dortigen Parteienverhältnisses. In Karlsruhe gibt es insgesamt fünf Bürgermeister und einen Oberbürgermeister. Jeder Bürgermeister ist für ein Dezernat verantwortlich. Aktuell sitzen auf der Bürgermeisterbank:
  • Wolfram Jäger (CDU) - Dezernat 2 mit Geschäftskreisen: Kultur, öffentliche Sicherheit und Ordnung, Personal und Organisation, Statistik und Wahlen, Bürgerbeteiligung, Stadtteilentwicklung, Informationstechnik und Digitalisierung. Zudem als Erster Bürgermeister Stellvertretung des Oberbürgermeisters.
  • Martin Lenz (SPD) - Dezernat 3 mit Geschäftskreisen: Jugend und Eltern, Soziales, Bäder, Schulen, Sport und Migrationsfragen.
  • Gabriele Luczak-Schwarz (CDU) - Dezernat 4 mit den Geschäftskreisen: Finanzen und Beteiligungen, Wirtschaft und Arbeit, Kongresse, Ausstellungen, Veranstaltungen und Tourismus, Versorgung, Verkehr und Hafen, Flächenmanagement, Marktwesen.
  • Klaus Stapf (Grüne) - Dezernat 5 mit den Geschäftskreisen: Umwelt und Klimaschutz, Gesundheit, Brand- und Katastrophenschutz, Friedhofswesen, Abfallwirtschaft, Forst.
  • Michael Obert (FDP) - Dezernat 6 mit den Geschäftskreisen: Planen und Bauen, Immobilienmanagement, Zoo.
  • Den Vorsitz führt Frank Mentrup (SPD): Verwaltungssteuerung, Außenbeziehungen, Repräsentation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Stadtteilverwaltung, Recht, Verkehrsbetriebe und Kasig, Stadtmarketing, Veranstaltungen.
Gewählt wird ein Bürgermeister in der Regel auf die Dauer von acht Jahren - natürlich kann das Amt auch vorzeitig niedergelegt werden, beispielsweise durch Eintritt in den Ruhestand.

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