Mit der KABS gegen die Schnaken
Michael Kinzig ist Distriktleiter im Landkreis Rastatt bei der KABS. Seit über 20 Jahren ist er Mitarbeiter.
Bild: Anya Barros
Rheinauen voller Schnaken: "Wegen der fehlenden Helikopter mussten wir zu Fuß raus - aber das war nur begrenzt möglich"
Karlsruher/Plittersdorf
11.06.2019 07:05
Sommerzeit ist auch Schnakenzeit. Die lästigen Blutsauger verursachen Juckreiz und sind mitunter einfach nur nervig. Doch die zahlreichen Mitarbeiter der Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) tun ihr Bestes, um gegen die Stechmücken vorzugehen. ka-news-Redakteurin Anya Barros hat sich zum Interview in die Rheinauen gewagt.

Es summt überall und es fühlt sich an, als würde ständig eine der unzähligen Stechmücken auf meinem Arm landen. Doch was will ich auch anderes erwarten, wenn ich bis zum Knie im Wasser der Rheinauen stehe. "Das dauert jetzt etwa sechs Wochen, dann ist es schon wieder vorbei", sagt Michael Kinzig, Distriktleiter der Kabs für den Landkreis Rastatt. Noch sind die weiblichen Schnaken etwas träge, sind noch nicht in "Stech-Laune". Doch das wird sich in den kommenden Tagen ändern, wenn die Temperaturen weiter steigen. 

 

Im Video: Warum die Kabs gerade am Oberrhein so wichtig ist

Keine Tigermücke in den Rheinauen

Vor der gefährlichen Tigermücke muss sich aber keiner fürchten, erklärt mir Michael Kinzig, die gibt es hier draußen am Rhein nicht. "In Freiburg und Heidelberg haben wir eine Population - noch ist sie nicht sehr verbreitet, aber darin liegt die Gefahr, dass sie sich eben weiter verbreitet", sagt der Mückenexperte.

Denn diese Mückenart birgt die Gefahr, Krankheiten zu übertragen. "Noch sind sie nur ein potentieller Krankheitsüberträger, aber diese Erreger sind hier noch nicht aufgetaucht. die Menschen am Oberrhein müssen sich noch keine Sorgen machen!" Die "normalen" Rheinschnaken bergen demgegenüber keine Gefahr für die Gesundheit. 

Mit der KABS gegen die Schnaken
Bild: Anya Barros

Ebensowenig müssen sich Naturschützer um andere Insekten Gedanken machen, etwa die Honigbiene. Denn auch mit diesem Vorwurf sehen sich die etwa 600 Mitarbeiter der Kabs konfrontiert. "Das Insektensterben hat mit den Stechmücken nichts zu tun", so Michael Kinzig gegenüber ka-news. "Stechmücken sind nur Zusatzfutter für andere Tiere, das muss man unterscheiden!"

Super-Sommer könnte den Schnaken den Garaus machen

Noch steht aber das Wasser in den Rheinauen, der viele Regen der letzten Wochen hat das das Gelände überflutet. Also ideale Voraussetzungen für die Schnaken, die sich mittlerweile auf meinen Armen niederlassen oder im Gesicht von Michael Kinzig - dort finden sich gleich mehrere Tierchen. Doch der Kabs-Experte bleibt ganz locker, denn gestochen wurde er nicht.

Sollte sich der Sommer 2019 wieder zu einem Super-Sommer wie im letzten Jahr entwickeln, dann könnte die Schnakenplage glimpflich für uns ausgehen: "Der größte Feind der Stechmücke ist die Trockenheit, denn viele Feinde hat die Schnake nicht. Trockenheit verhindert die Entwicklung", so Michael Kinzig im Gespräch mit ka-news. 

Lesen Sie in Teil 2 wie man sich gegen die summenden und stechenden Plagegeister schützen kann.


Mit der KABS in den Rheinauen gegen die Schnaken

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