Ackerfläche im Landkreis Rastatt
Eine mit PFC belastete Ackerfläche im Landkreis Rastatt. Foto: Uli Deck/dpa
PFC-Skandal in Baden: Weitere Untersuchungen im Landkreis
Karlsruhe
12.03.2018 06:00
Schon kurz nach dem Bekanntwerden der PFC-Belastungen im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden im Jahr 2014 hat das Landratsamt Karlsruhe Wasserproben analysieren lassen. Ohne besorgniserregende Ergebnisse. Doch nun wurden erneut Proben entnommen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen damals waren, laut aktueller Pressemitteilung des Landratsamtes Karlsruhe, dass keine oder nur geringste Belastungen der Trinkwasserproben festgestellt wurden. Daher seien nach Absprache mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe (RP) keine weiteren Maßnahmen mehr notwendig gewesen. Auch Untersuchungen aus den Jahren 2015 und 2016 an anderen verdächtigen Stellen ergaben nur geringfügige Befunde. 

Im Zuge des Gerichtsverfahrens gegen den Unternehmer traten nun neue Anhaltspunkte auf, die das Landratsamt Karlsruhe veranlasst haben, im Lieferkreis der hier ansässigen Niederlassung weitere Boden- und Grundwasserproben sowie erneute Trinkwasseranalysen durchzuführen. Auf 16 landwirtschaftlichen Flächen im nordwestlichen Teil des Landkreises Karlsruhe wurden Proben des Oberbodens entnommen. Die Analysen dieser Proben lagen in sieben Fällen über dem gesetzlichen Warnschwellenwert und geben damit Anlass, weitergehende Untersuchungen vorzunehmen.

Landwirte sind informiert, Untersuchungen laufen

Die fünf betroffenen Landwirte wurden informiert. Die Felder werden in ein sogenanntes Vorerntemonitoring aufgenommen, das dafür sorgt, dass Pflanzen rechtzeitig vor der Ernte untersucht werden. Vorsorglich nimmt das Landratsamt Karlsruhe auch nochmals amtliche Trinkwasserproben in diesem Bereich. Mit den Ergebnissen dieser Untersuchungen ist Mitte März zu rechnen.

Als Grund der Verunreinigung in Rastatt und Baden-Baden wurde vermutet, dass ein Unternehmen, das auch eine Niederlassung im Landkreis Karlsruhe hat, in Komposte Schlämme aus der Papierindustrie eingearbeitet hatte. Vermutlich waren diese Schlämme mit perflourierten Chemikalien (PFC) verunreinigt und wurden in den Jahren 2000 bis 2008 als Dünger in den Verkehr gebracht.

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