Umleitung Rheinbrücke
Die Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth wird 2018 teil- und vollgesperrt.
Bild: Fotomontage: Symboldbild
Neue Dauerbaustelle: Rheinbrücke wird mehrere Monate saniert
Karlsruhe
05.12.2017 07:00
Im Sommer 2018 steht eine Generalsanierung der Rheinbrücke bei Karlsruhe an. Seit 1966 verbindet das Bauwerk die Fächerstadt mit dem Ortsteil Maximiliansau der Stadt Wörth. Rund 80.000 Autos und Lkws nutzen die Brücke täglich - die Fahrer werden sich im kommenden Jahr auf Teil- und Vollsperrungen einrichten müssen.

Die Rheinbrücke ist in die Jahre gekommen: Mehrere tausend Fahrzeuge pro Tag belasten die Fahrbahndecke stetig. Sanierungsmaßnahmen wurden zuletzt vor rund fünf Jahren durchgeführt: Die Fahrbahnübergänge wurden erneuert. Die Fahrbahndecke besteht aus einer sieben Zentimeter starken Asphaltschicht und einem darunter liegenden rund 1,2 Zentimeter starken Deckblech.

Der Asphalt ist an einigen Stellen so stark verformt, dass das Deckblech punktuell sehr stark belastet wird. "Dies kann zu Schädigungen infolge Ermüdung an Stahl und an Schweißnähten nachgeordneter Bauteile führen", teilt das Regierungspräsidium auf ka-news-Anfrage mit. Die Sanierung kostet rund elf Millionen Euro und wird aus dem Bundeshaushalt finanziert.

Sanierung dauert 14 Monate

Wird die Brücke nicht saniert, müsste vor allem der Schwerlastverkehr die Folgen tragen: Die Anordnung von Mindestabständen, Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Lastbeschränkungen wären aufgrund der Fahrbahnschäden notwendig. Damit es nicht dazu kommt, werden in einer großangelegten Generalsanierung in der Dauer von zwei Jahren Fahrbahnbelag und Brückenteile ausgebessert. Die Bauarbeiten sollen laut Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe in der zweiten Jahreshälfte 2018 starten - einen genauen Zeitpunkt gibt es noch nicht.

Autofahrer sind 14 Monate von der neuen Dauerbaustelle betroffen: Die Fahrbahnplatte wird im Sommer durch Einbau eines Spezialbetons verstärkt. Sie werden sich auf Teil- und Vollsperrungen einstellen müssen. Saniert wird in zwei Bauabschnitten: Während der Sanierungsarbeiten sollen insgesamt vier Fahrstreifen - zwei in jede Richtung - zur Verfügung stehen. An sechs Wochenenden soll die Brücke zudem für den Autoverkehr voll gesperrt werden. Radfahrer können die Brücke auch an diesen Tagen uneingeschränkt nutzen.

Was wird saniert?

Damit die Rheinquerung weiterhin genutzt werden kann, wird während der Generalsanierung die starke Asphaltschicht durch bewehrten, hochfesten Beton ersetzt. Weiterhin werden einzelne Stahlbauteile der Brücke verstärkt. Insgesamt wird die Fahrbahndecke nach der Sanierung 0,5 Zentimeter dünner, aber dafür widerstandsfähiger sein - während die aktuelle Asphaltschicht ein Stärke von sieben Zentimetern hat, kommt der Spezialbeton auf 6,5 Zentimeter. Dafür wartet er mit einer dreifachen Druckfestigkeit eines normalen Konstruktionsbetons auf.

Um die Bauzeit möglichst kurz zu halten und unabhängig von Wetterbedingungen arbeiten zu können, wird die Baustelle weitestgehend - unter Zelten - eingehaust werden. Während der Vollsperrungen empfiehlt das RP Karlsruhe die Rheinquerungen bei Iffezheim und Speyer. Wie sich die Baustelle auf den städtischen Verkehr auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Umleitungen und Staugefahr

"Straßenbaumaßnahmen, die über längere Zeit andauern, führen zu Verhaltensänderungen bei den Verkehrsteilnehmern, die sich nur schwer vorhersehen lassen", heißt es von der Stadtverwaltung in einer aktuellen Stellungnahme zur entsprechenden FDP-Anfrage für die Gemeinderatssitzung am Dienstag, 12. Dezember. Gegebenenfalls sei mit einer Verkehrsverlagerung auf die B36 zu rechnen, heißt es weiter.

Mit der Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) stünde das RP Karlsruhe in engen Kontakt, so die Stadtverwaltung. Der Konzern passt seine Logistik an die "baustellenbedingten verkehrlichen Einschränkungen und Behinderung an" heißt es in der entsprechenden Gemeinderatsvorlage. Da die Raffineriestraße weiterhin an die B10 angebunden bleibt, besteht bislang keine Planung für eine Lkw-Umleitung.

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