Bäder-Chef Oliver Sternagel
Bäder-Chef Oliver Sternagel
Bild: Tim Carmele
Nach Tumulten in Kehl: Läuft die Polizei bald Streife in Karlsruher Freibädern?
Karlsruhe
08.07.2019 11:20
Wenn die Sonne scheint, dann sind auch die Freibäder erwartungsgemäß gut gefüllt - manchmal allerdings so gut, dass es zu Konflikten und Zwischenfällen unter den Badegästen kommt, Polizeieinsätze - wie in den vergangenen Wochen in den Freibädern in Kehl - inklusive. Auch bei den Karlsruher Bädern weiß man um das Problem. Stehen jetzt also bald uniformierte Polizeibeamte am Beckenrand?

Wer kennt es nicht: Sobald die Temperaturen über die 20 Grad-Marke steigen, bilden sich alljährlich lange Schlangen vor den Kassenhäuschen an den Freibädern der Nation - und erhitzen die Gemüter. Schlagzeilen machten in den letzten Tagen dabei vor allem die beiden Freibäder im deutschen Grenzort Kehl: Die Bäder mussten laut mehreren Medienberichten in den vergangenen Wochen mehrmals geräumt werden, weil Jugendliche dort randaliert hatten und die Bäder dem Ansturm nicht mehr gewachsen waren - ein Problem auch im ebenfalls grenznahen Karlsruhe?

"Hier wurden auch schon Bürgermeister beschimpft und beleidigt!"

"Probleme wegen Überfüllung hatten wir in unseren Freibädern in dieser Saison bisher noch nicht", erklärt der Chef der Karlsruher Bäder, Oliver Sternagel, im Gespräch mit ka-news.de. "Natürlich, im Wasser wird es an Hochfrequenztagen wie am Sonntag Ende Juni schon recht eng und die Warteschlangen vor den Kassen sind ebenfalls sehr lang, aber von Einlass-Stopps kann hier noch keine Rede sein."

Bäder-Chef Oliver Sternagel Bild: Tim Carmele

Ein Problem haben die Freibäder der Fächerstadt aber auch mit denen in Kehl gemeinsam: "Wir hatten schon mehrere Vorfälle mit pöbelnden Jugendlichen", so Sternagel weiter. Hat sich das Verhalten der Heranwachsenden seines Erachtens nach über die vergangenen Jahre verändert? "Absolut, die Jugendlichen werden immer respektloser gegenüber weisungsbefugten Personen. Hier wurden auch schon Bürgermeister beschimpft und beleidigt!"

Fünf Sicherheitskräfte sorgen für Ordnung

Aus diesem Grund setzt der Bäder-Chef seit mehreren Jahren auf die Unterstützung von vier Security-Kräften im Rheinstrandbad Rappenwört und einer Sicherheitskraft im Europabad. "Im Rheinstrandbad ist es allerdings am schlimmsten", sagt er gegenüber ka-news.de. "Solche Menschen brauchen wir hier nicht!"

Im Rheinstrandbad Rappenwört kommt es am häufigsten zu Vorfällen. Bild: Hammer Photographie

Ein Grund zur Sorge bestehe seiner Ansicht nach aber nicht. "Wir haben die Lage im Großen und Ganzen im Griff", so Sternagel. "Bei Bedarf können wir die Security an hochfrequentierten Tagen - wie beispielsweise vergangenen Sonntag - aber auch verdoppeln."

Streife im Schwimmbad? Polizei sieht keine Notwendigkeit

Doch trotz der Sicherheitsvorkehrungen: Der Chef der Karlsruher Bäder wünscht sich mehr Unterstützung durch die Polizei Karlsruhe. "Leider laufen die Beamten hier nicht regelmäßig Streife. Das würden wir uns aber wünschen, denn so sind wir momentan noch auf uns allein gestellt", äußert er sich gegenüber ka-news.de.

Beim Polizeipräsidium Karlsruhe sieht man hier aber keinen Bedarf: "Besondere Vorfälle in den Karlsruher Freibädern sind uns keine bekannt, daher sehen wir hier keine Veranlassung, in den Bädern Streife zu laufen", so ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage von ka-news.de. 

"Solche Vorfälle wird es auch in Zukunft geben"

Oliver Sternagel hingegen findet es schade, dass ein harmloser Freibadbesuch heutzutage oft von solch negativen Ereignissen überschattet wird. Gleichzeitig beschwichtigt er aber: "Wir sollten die Kirche aber auch im Dorf lassen, solche Vorfälle gab es bereits in der Vergangenheit und es wird sie auch künftig geben."

Zwischenfälle werden auch in Zukunft nicht ausbleiben, so Sternagel. Bild: Tim Carmele

Seiner Meinung nach sei Karlsruhe im Hinblick auf die Sicherheit gut aufgestellt. "Eltern können ihre Kinder getrost allein in unsere Freibäder gehen lassen", sagt er im Gespräch mit ka-news.de. "Es gibt natürlich keine hundertprozentige Sicherheitsgarantie, aber meines Erachtens sind wir schon sehr nahe dran."

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