Formulare der Sparkasse mit männlicher Anrede
Formulare der Sparkasse mit männlicher Anrede.
Bild: Uli Deck/Archiv
Kunde oder Kundin? BGH urteilt zu weiblicher Anrede
Karlsruhe/Saarbrücken
13.03.2018 01:35
Der Bundesgerichtshof (BGH) wird heute sein mit Spannung erwartetes Urteil zur weiblichen Anrede in Formularen verkünden. Die obersten deutschen Zivilrichter entscheiden über die Klage einer Sparkassen-Kundin aus dem saarländischen Sulzbach.

Klägerin Marlies Krämer (80) fühlt sich mit männlichen Formulierungen wie "Kunde" oder "Kontoinhaber" nicht angesprochen und pocht auf die Ansprache als "Kundin" oder "Kontoinhaberin". Für den BGH geht es im Kern darum, ob die Klägerin durch die unweibliche Ansprache wegen ihres Geschlechts benachteiligt wurde (VI ZR 143/17).

In den Vorinstanzen war die Seniorin erfolglos. Das Landgericht Saarbrücken sah es wie die beklagte Sparkasse: Danach würden schwierige Texte durch die Verwendung beider Geschlechter nur noch komplizierter. Marlies Krämer hat in der Vergangenheit wiederholt als engagierte Vorkämpferin für Frauenrechte von sich reden gemacht: So sammelte sie erfolgreich Unterschriften für weibliche Wetter-Hochs - davor wurden Frauennamen nur für Tiefs verwendet.

Aktualisierung, 12 Uhr:

Frauen müssen in Formularen nicht in weiblicher Form angesprochen werden. Das entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe und wies damit die Revision einer Sparkassen-Kundin aus dem Saarland zurück, die auch in unpersönlichen Vordrucken als «Kundin» und nicht als «Kunde» angesprochen werden wollte.

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
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