Bild: Thomas Riedel
"Knielingen 2.0": Bahnen erreichen neues Quartier 2020
Karlsruhe
28.07.2017 12:53
Im zweitgrößten Stadtteil Karlsruhes tut sich in letzter Zeit einiges: Das neue Wohnquartier "Knielingen 2.0" entwickelt sich immer weiter. Eine Bahn-Anbindung in den nördlichen Teil des Quartiers fehlt bisher allerdings. Ab 2020 könnte sich das ändern. Dann sollen laut den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) die ersten Bahnen fahren.

Die Tramlinie 2 fährt von Wolfartsweier aus über Durlach vorbei am Karlsruher Hauptbahnhof und dem Europaplatz bis hin zur Siemensalle in Knielingen. Diese Route soll sich bald verändern: In rund drei Jahren sollen im Rahmen des Neubaus der Straßenbahnstrecke in Knielingen vier neue Haltestellen angefahren werden und das neue Wohnquartier "Knielingen 2.0" dadurch auch mit der Bahn erreichbar sein.

Am Freitag wurde für den Ausbau ein entscheidender Schritt getan: Der Planfeststellungsbeschluss wurde von Regierungspräsidentin Nicolette Kressl an Oberbürgermeister Frank Mentrup und die VBK-Geschäftsführer Alexander Pischon und Ascan Egerer übergeben.

"Weiterer wichtiger Zwischenschritt erreicht"

"Ich freue mich, dass wir mit dem Planfestellungsbeschluss jetzt die rechtlichen Voraussetzungen für dieses wichtige Straßenbahnprojekt geschaffen haben," so Kressl am Freitag. Dass die Übergabe erst rund ein Jahr nachdem der Karlsruher Gemeinderat den Plänen der VBK zugestimmt hatte stattfand, erklärt die Regierungspräsidentin mit geläufigen Arbeitsschritten während des Planfeststellungsverfahrens.

Demnach mussten zunächst einige Abwägungen, Änderungsvorschläge und Alternativvorschläge durchgegangen werden. Konkrete Komplikationen gab es seitens des Regierungspräsidiums während der Planungsphase keine, erklärt Kressl gegenüber ka-news.

Auch der Karlsruher OB freut sich nach über 30 Jahren einen "weiteren wichtigen Zwischenschritt" für dieses Projekt erreicht zu haben: "Daran sieht man, dass wir nicht nur die Kombilösung im Kopf haben. Der Ausbau ist eine Komplettierung unseres ÖPNV-Netzes," so Mentrup bei der Pressekonferenz.

Der Planfeststellungsbeschluss wurde von Regierungspräsidentin Nicolette Kressl an OB Frank Mentrup (1. v.l.) und die VBK-Geschäftsführer Ascan Egerer (2. v.l.) und Alexander Pischon (rechts) übergeben. Bild: Julia Wessinger

Im Spätjahr 2018 soll der Ausbau beginnen

Doch was genau passiert nun? Der Plan des Ausbaus ist folgender: Eine barrierefreie, rund 1,5 Kilometer lange Bahn-Anbindung mit insgesamt vier neuen Haltestellen. Der Preis: Nach den Angaben des VBK-Geschäftführers sollen rund 12 Millionen Euro für das Projekt investiert werden. Ungefähr die Hälfte davon soll demnach vom Land als Förderung im Zuge der Gemeindeverkehrsfinanzierung übernommen werden.

Erst wenn diese Förderzusage den VBK vorliegt, kann laut Egerer weiter geplant werden. Momentan ginge man davon aus, dass das in wenigen Wochen so weit sein wird. Im Anschluss daran folgt laut VBK eine Planungsphase von rund einem halben Jahr.

Im Frühjahr 2018 könne damit begonnen werden, die Arbeiten auszuschreiben. Ein weiteres halbes Jahr später - also im Spätjahr 2018 - soll die Bauzeit von rund anderthalb Jahren starten. Das heißt konkret: Im Jahr 2020 könnten die ersten Bahnen nach den jetzigen Planungen die neuen Haltestellen "Sudetenstraße", "Pionierstraße", "Egon Eiermann Allee" und "Knielingen Nord" erreichen.


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