Kind mit Stofftier
(Symbolbild)
Bild: Thomas Riedel
Kinderschänder-Ring zerschlagen: Mann reist für Missbrauch nach Karlsruhe
Karlsruhe/Freiburg
11.01.2018 18:15
Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg bearbeitete in den vergangenen Monaten nach eigenen Aussagen den "schwerwiegendsten Fall des sexuellen Missbrauchs von Kindern, an dem das LKA arbeitete" - und konnte - auch in Karlsruhe - Erfolge erzielen: Insgesamt befinden sich nun acht Verdächtige in Untersuchungshaft.

Nach Eingang eines anonymen Hinweises am 10. September 2017 nahmen das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und die Zentralstelle für Internetermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main umgehend Ermittlungen wegen des Verdachts des anhaltenden schweren sexuellen Missbrauchs eines neunjährigen Jungen auf. Die Ermittlungen des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und des Polizeipräsidiums Freiburg ermöglichten die Identifizierung von zunächst zwei tatverdächtigen Personen mit Wohnorten im Raum Freiburg.

Junge in staatliche Obhut genommen, Mutter in U-Haft

Es handelt sich um einen einschlägig vorbestraften Mann im Alter von 37 Jahren sowie um die 47-jährige Mutter des Jungen. Gegen beide wurden auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main Haftbefehle erwirkt, sie befinden sich inzwischen seit Mitte September in Untersuchungshaft. Bereits fünf Tage nach Eingang des ersten Hinweises konnte damit der nach derzeitigem Ermittlungsstand bereits seit 2015 andauernde schwere sexuelle Missbrauch des neunjährigen Kindes beendet und der Junge in staatliche Obhut genommen werden.

9-Jähriger für Missbrauch verkauft

Der Mutter des Jungen und ihrem 37 Jahre alten Lebensgefährten werden nicht nur eigene, mit Gewalt und Drohung einhergehende Missbrauchshandlungen an dem Jungen zur Last gelegt. Ihnen wird auch vorgeworfen, den Jungen anderen Männern gegen Zahlung von Geld für Missbrauchshandlungen überlassen sowie teilweise sexuellen Missbrauch mit diesen gemeinsam begangen zu haben.

Das Ermittlungsverfahren wurde dann seitens der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main an die Staatsanwaltschaft Freiburg abgegeben. Hier wurden die Ermittlungen fortgeführt. In dessen Folge konnten insgesamt sechs Männer, zum Teil aus der Schweiz und Spanien, zwischen 32 und 49 Jahren, festgenommen werden. Diese sollen sich am Kind vergangen oder dies vorgehabt haben. Alle Männer befinden sich nun in Haft.

43-Jähriger reist mit Fesseln nach Karlsruhe für Missbrauch

Einer der Festgenommenen wurde bereits am 3. Oktober nach vorangegangenen verdeckten Maßnahmen des Landeskriminalamtes in Karlsruhe von Spezialkräften festgenommen. Der 43 Jahre alte Mann aus Schleswig-Holstein war eigens nach Karlsruhe angereist, wo er den Jungen sexuell missbrauchen wollte. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll der Verdächtige zuvor Tötungsfantasien im Zusammenhang mit einem Kindesmissbrauch geäußert haben. Bei seiner Festnahme hatte der Mann einen Rucksack mit Fesselutensilien dabei.

Acht Tatverdächtige in Untersuchungshaft

Bei den weiteren Ermittlungen des Landeskriminalamts Baden-Württemberg wurde auch Filmmaterial aufgefunden, das den sexuellen Missbrauch eines Mädchens zeigt. Als mutmaßlicher Täter dieser Missbrauchshandlungen wurde der Vater des Mädchens identifiziert. Es handelt sich um einen 32 Jahre alten Mann aus Schleswig-Holstein. Auch diese Person sitzt seit 3. November in Untersuchungshaft. Der Verdächtige wurde an seinem Wohnort festgenommen. Die weiteren Ermittlungen in diesem Fall werden durch die Staatsanwaltschaft Kiel in Zusammenarbeit mit der dortigen Kriminalpolizei geführt.

Insgesamt befinden sich damit in diesem Ermittlungskomplex acht Verdächtige in Untersuchungshaft. Es handelt sich in diesem Komplex um den schwerwiegendsten Fall des sexuellen Missbrauchs von Kindern, der vom LKA BW bislang bearbeitet wurde.

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