Karlsruher SC - Dynamo Dresden
Bild: Uwe Anspach (dpa)
Kiloweise Pyrotechnik beschlagnahmt: Razzia nach Krawallen bei KSC-Spiel
Karlsruhe/Dresden
05.12.2017 11:00
Im Mai kam es rund um das KSC-Spiel gegen Dynamo Dresden zu Ausschreitungen. Die Polizei hat am Dienstag im Rahmen ihrer Ermittlungen nun mehrere Wohnungen und Geschäfte durchsucht.

Das Heimspiel des Karlsruher SC gegen Dynamo Dresden Mitte Mai 2017 sorgte landesweit für Aufsehen. Verantwortlich dafür war vor allem das Verhalten der mitgereisten Anhänger der Gäste. Vor und während dem Spiel kam es zu "kriegsähnlichen Zuständen", wie es später beschrieben werden sollte. Später verurteilten die Führungen der beiden Vereine die Vorfälle scharf. Auch der baden-württembergische Innenminister kündigte Konsequenzen an. Am Dienstag wurde nun reagiert.


KSC vs Dresden/ Fanmarsch I


"Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe leitete in der Folge mehrere Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz und Sprengstoffgesetz ein", heißt es in einer aktuellen Pressemeldung der Karlsruher Polizei und der Staatsanwaltschaft. In der Fächerstadt sei daraufhin die Ermittlungsgruppe "Dynamo" gegründet worden.



Durchsuchungen an 33 Orten

"Anhand der polizeilichen Ermittlungsergebnisse zum Fanmarsch erwirkte die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Karlsruhe Durchsuchungsbeschlüsse für 33 Wohnungen und Geschäftsräumlichkeiten. Der überwiegende Anteil der Durchsuchungsobjekte liegt dabei in Dresden und Umgebung. Es sind aber auch Objekte in Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz betroffen. Die Maßnahmen richten sich gegen mehr als 20 Tatverdächtige", heißt es in der Pressemeldung weiter. Die Durchsuchungen fanden am heutigen Dienstag überall gleichzeitig statt.

Erste Ergebnisse der Ermittlungen werden für den Nachmittag angekündigt. Dann ist eine Pressekonferenz in Dresden angesetzt. ka-news wird berichten.

Aktualisierung, 16.04 Uhr:

"Wie berichtet wurden am frühen Morgen des 5. Dezember 2017 zeitgleich Durchsuchungsmaßnahmen bei insgesamt 28 Tatverdächtigen in Sachsen, Brandenburg, Baden-Württemberg und der Schweiz durchgeführt. Diese stehen im Verdacht, den Fanmarsch und die Gewalttätigkeiten organisiert zu haben. Die Verfahren richten sich nicht gegen Personen, die bei dem Marsch lediglich als einfache Fans teilgenommen und sich nicht an den Gewalttätigkeiten beteiligt haben", heißt es am Nachmittag in einer neuerlichen Pressemeldung der Polizei.

"Bei den Durchsuchungen wurden unter anderem eine hohe zweistellige Zahl an Smartphones, Computer und Speichermedien, sowie Pyrotechnik im Kilobereich sichergestellt. Daneben wurde das Kraftfahrzeug beschlagnahmt, das dem Fanmarsch vorausgefahren war und von dem aus Anweisungen an die zirka 1.500 Personen umfassende Menge erteilt wurden." Insgesamt seien drei Staatsanwälte und 370 Polizeikräfte bei der Aktion eingesetzt gewesen.

ka-news Hintergrund

In ihrer Pressemeldung fassen Polizei und Staatsanwaltschaft die Geschehnisse rund um die Partie zusammen: So seien am 14. Mai 2017 rund 1.500 Dresden-Anhänger zum Wildparkstadion marschiert. Dabei trugen die Marschteilnehmer einheitliche Kleidung, die an ein Militäroutfit erinnerte und mit "Football Army Dynamo Dresden" beschriftet war.

Zudem wurde ein Banner mit der Schrift "Krieg dem DFB" präsentiert. 21 Polizisten hätten ein Knalltrauma erlitten, weil sie mit Pyrotechnik beworfen wurden. Später wurde dann die Einlasskontrolle beim Wildparkstadion überrannt. Auch während des Spiels wurde immer wieder Pyrotechnik gezündet.

KSC vs Dresden/ Fanmarsch II



Karlsruhe vs Dresden - Fanmarsch und Stadion


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