Fritz-Erler-Straße
Ein Teil der Sanierung der Innenstadt-Ost ist die Fritz-Erler-Straße. Hier sollen unter anderem mehr Freiräume und eine Gleisbegrünung entstehen.
Bild: fkl
Karlsruher Innenstadt-Ost: Bald Schluss mit Bordell, Drogen und Kriminalität?
Karlsruhe
28.06.2016 11:18
Die ersten Gedanken vieler Karlsruher beim Stichwort "Innenstadt-Ost" kreisen um den "Kriminal-Hotspot Kronenplatz", den "Altstadtpuff" in der Brunnenstraße und das generelle "Schmuddel-Image" des Gebietes. Doch jetzt soll der östliche Teil der Karlsruher Innenstadt aufgewertet werden. In einem Workshop am Montagabend, berieten die Verantwortlichen gemeinsam mit den Bürgern über mögliche Sanierungspläne.

"Nur zusammen mit den privaten Eigentümern können wir etwas erreichen", machte Thomas Sippel vom beauftragten Planungsbüro schon im ersten Workshop im April deutlich. Nun, im dritten und letzten Workshop wollten die Verantwortlichen erneut mit den Bürgern in Kontakt zu treten. Unter dem Thema "Soziale Quartierserweiterung" kamen rund 50 Interessierte ins jubez am Kronenplatz.

Das Projekt nimmt Form an, neben den Workshops laufen die vorbereitenden Untersuchungen für das Gebiet Innenstadt-Ost bereits seit Juni 2015. Auch eine städtebauliche Bestandsanalyse, eine Befragung der Wohnungseigentümer und Interviewrunden mit lokalen Akteuren und Experten vor Ort wurde, laut den Verantwortlichen, durchgeführt. Startschuss des Antrages ist, so Sippel, Anfang 2017.

"Soziale Aspekte"

Einen Handlungsschwerpunkt sehen die Verantwortlichen in den differenzierten Charakteren der Bewohnerschaft der Innenstadt-Ost. "Man kann die Bevölkerung in diesem Gebiet in drei Gruppen gliedern. Es gibt die "Ideelle Bewohnerschaft", diese Menschen wohnen aus Überzeugung hier. Die zweite Gruppe sind durchziehende Menschen, sie dienen der Sicherung und Weiterentwicklung des Stadtteils als junges innerstädtisches Quartier und fallen unter den Begriff der "temporären Bewohnerschaft". Die dritte Bevölkerungsgruppe im Gebiet der Innenstadt-Ost, ist die sozial benachteiligte Bevölkerung. Sie benötigt eine aufsuchende Aktivierung und Einbindung in die vorhandenen Institutionen", so Sippel.

Um diese unterschiedlichen Charaktere der Bewohnerschaft kommunikativ zu verbinden, sprachen die Teilnehmer der Workshops in einer Dialogphase über Lösungen zum Thema "Kommunikation im privaten, halböffentlichen und öffentlichen Raum" sowie über "Orte, Treffpunkte, Angebote und Träger".

"Wie bringe ich die Leute zusammen?"

Vorschläge wie gemeinsame Gärten in den Blockinnenhöfen, Erweiterungen bestehender Einrichtungen und der Forderung "mehr Leben auf den Gassen zu schaffen", vermittelten den Verantwortlichen eine klare Sicht über die Interessen und Denkweisen der Anwohner der Innenstadt-Ost. "Die einzelnen Gebiete in der Innenstadt-Ost haben alle eigenen Qualitäten, die wir zum Vorteil nutzen können. Wir müssen nicht das Besondere hineintragen, das Besondere ist bereits vorhanden, wir müssen es nur herauskurbeln", ist sich Sippel sicher.

Innenstadt-Ost

Nachdem die Bürgern über die möglichen Maßnahmen diskutiert hatten, die eine Verbesserung der Situation und eine Konkretisierung der Sanierungsmaßnahmen zum Ziel haben, zogen die Verantwortlichen, bei Einbruch der Dämmerung, mit den Teilnehmern durch das Gebiet der Innenstadt-Ost, um den Handlungsschwerpunkt "Reduzierung der Stigmatisierung des Quartiers" zu betrachten. Während des Rundgangs konnten die Bürger auf dunkle Ecken, unsichere Plätze und andere Missstände aufmerksam machen.

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