Bild: THW Karlsruhe
Bild: THW Dettenheim
Hochwassereinsatz: Helfer aus der Region in Magdeburg
Karlsruhe und Region
10.06.2013 14:59
Viele Helfer aus der Region sind derzeit im Einsatz für das Hochwasser-Krisengebiet Magdeburg. Ortsverbände von THW, DRK, DLRG und Feuerwehr haben ihre Einsatzkräfte in das Flutgebiet entsandt. Mit Briefen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hat der mittelbadische Bundestagsabgeordnete außerdem Patrick Meinhardt schnelle und unbürokratische Hilfe auch für die Betroffenen in Karlsruhe Land gefordert.

Seit Samstag, 8. Juni, befindet sich der komplette THW Ortsverband Dettenheim im Einsatz für das Hochwasser-Krisengebiet Magdeburg. Mit Pumpen sollen großflächige Bereiche trocken gelegt und Gebäude wie Schulen, Schwimmbäder und Rathäuser wieder benutzbar gemacht werden. Die Pumpen können neben Schmutz- und Abwasser auch Schlamm aus Straßen und Kellern fördern und sind sofort einsetzbar.

Hochwasser 50 Zentimeter höher als 2002

Einsatzschwerpunkt einer Bergungsgruppe wird die Sicherung der aufgeweichten Deiche sein. Personell werden die Dettenheimer THW-Helfer durch Kammeraden aus dem Ortsverband Karlsruhe unterstützt. Bereits im Jahr 2002 war das Dettenheimer THW an gleicher Stelle im Einsatz, wobei das Hochwasser diese Mal rund einen halben Meter höher steht als im Jahr 2002.

Am späten Samstagabend erhielt zudem die Stadt Karlsruhe einen Hilferuf des Innenministeriums Sachsen-Anhalt. Die Feuerwehr Karlsruhe stellte unmittelbar entsprechende Fahrzeuge und Personal zusammen. "Für die Stadt Karlsruhe ist es eine Selbstverständlichkeit, schnelle Hilfe in das Krisengebiet zu entsenden und auf diese Weise unsere Anteilnahme und Solidarität zu zeigen", betont Bürgermeister Klaus Stapf. Bereits am Freitag morgen waren sechs Kollegen der Berufsfeuerwehr in die Partnerstadt Halle aufgebrochen.

Auch die Feuerwehr, DRK und DLRG im Einsatz

Auch zwei ehrenamtliche Helfer des DRK Bühl-Achern und des Kreisverbandes Emmendingen sind unterwegs ins Krisengebiet. Sie bringen Feldbetten und Decken nach Lüneburg. Ebenfalls in Magdeburg vor Ort sind Mitglieder der Karlsruher DLRG. Wie der Ortsverband Karlsruhe in einer Pressemeldung mitteilt, hätten die Einsatzkräfte eine Insel vor der Überschwemmung gesichert. Die Karlsruher Helfer des THW werden voraussichtlich eine Woche lang Hilfe leisten. Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz finden Interessierte unter www.thw-karlsruhe.de oder unter www.HelfenKannJeder.de.

Die Hochwasserkatastrophe hat die ganze Republik fest im Griff. Das Technische Hilfswerk Baden-Württemberg hilft derzeit mit rund 700 ehrenamtlichen Einsatzkräften, diversen Großpumpen und unzähligen Sandsäcken die Schäden für Mensch und Natur einzudämmen.

Mit Briefen an Bundeskanzlerin Angela Merkel und den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann hat der mittelbadische Bundestagsabgeordnete außerdem Patrick Meinhardt schnelle und unbürokratische Hilfe auch für die Betroffenen in Karlsruhe Land gefordert. "Auch hier sind eine ganze Reihe von Kommunen, öffentlichen Einrichtungen, Straßen, Unternehmen und Privathaushalten betroffen. Umso wichtiger ist es deswegen, dass schnellstmöglich aussagekräftige Informationen über die Mittelbeantragung weitergegeben werden, damit die Geschädigten unbürokratisch die notwendigen Informationen und Hilfe erhalten können", so Meinhardt in einer Pressemitteilung.

Meinhardt fordert Hilfe für Karlsruher Schulen

Meinhardt regt an, dass schnellstmöglich eine Hotline eingerichtet wird - möglichst mit einem regionalen Bezug über das Regierungspräsidium oder Landratsamt. "Denn es ist wenig förderlich, wenn man von Ansprechpartner zu Ansprechpartner verwiesen wird", schrieb Meinhardt in seinem Brief an die Bundeskanzlerin.

Von Ministerpräsident Kretschmann erwartet Meinhardt, dass auch die baden-württembergische Landesregierung schnell über ihre finanziellen Hilfen, insbesondere für Schulen, informiert: "Allein die Schäden in Karlsruhe-Land, wie in der Brettener Musikschule, im Ludwig-Marum-Gymnasium und der Geschwister-Scholl-Realschule im Pfinztal, machen deutlich, wie wichtig eine solche Maßnahme jetzt ist."


Flut: Karlsruher Einsatzkräfte helfen

In der Nacht zum Donnerstag ist der Wasserrettungszug 3 des Landes Baden-Württemberg aus dem Hochwassereinsatz in Magdeburg zurückgekehrt. Die Kräfte des erst seit November 2012 bestehenden Wasserrettungszuges waren dort seit 6 Tagen im Einsatz. Einsatzkräfte der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe helfen mit Hochleistungspumpen in Sachsen-Anhalt bei der Bewältigung des Hochwassers. Sechs Beamte der Berufsfeuerwehr sind in der Partnerstadt Halle und bekämpfen die Saaleflut. Sie waren direkt von der Partnerstadt angefordert worden. Weitere drei Beamte und sieben Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Karlsruhe helfen auf Anforderung des Innenministeriums Sachsen-Anhalt beim Elbehochwasser in Magdeburg. Seit Montag ist die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (WP) des THW Ortsverbandes Dettenheim damit beschäftigt, die Wassermassen von einer technischen Einrichtung der Polizei in Sachsen-Anhalt fernzuhalten. Bereits zuvor wurde die Gebäude durch meterhohe Sandsackmauern gesichert. Seit Montag ist die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (WP) des THW Ortsverbandes Dettenheim damit beschäftigt, die Wassermassen von einer technischen Einrichtung der Polizei in Sachsen-Anhalt fernzuhalten. Bereits zuvor wurde die Gebäude durch meterhohe Sandsackmauern gesichert.

Es ist nicht mehr möglich, Kommentare zu diesem Artikel zu verfassen.
3 Kommentare