Pfennigbasar Freitag
Birgit Maczek, Leiterin des Pfennigbasars.
Bild: Leonie Wiegel
Hinter den Kulissen des Pfennigbasars: "Teilweise sind die Stände schon fast ausverkauft!"
Karlsruhe
08.02.2019 12:00
Die Jagd auf die besten Schnäppchen ist eröffnet: Am Donnerstag startete der alljährliche Pfennigbasar in der Schwarzwaldhalle. Bis einschließlich Samstag sind hier die Schnäppchenjäger auf der Suche nach den besten Angeboten. Doch was passiert eigentlich in der Halle, sobald sich die Türen mittags für eineinhalb Stunden schließen? Und wie komme ich hier eigentlich an die besten Schnäppchen? ka-news hat einen Blick hinter die Kulissen des Pfennigbasars geworfen.

Es ist schon ein seltsames Treiben, das sich da am Freitagmittag um kurz vor 13 Uhr auf dem Karlsruher Festplatz abspielt: Menschen tragen taschen- und sogar kofferweise Gegenstände aus der Schwarzwaldhalle an mir vorbei. Dass es sich hier aber nicht um spontane Plünderungen, sondern um den Karlsruher Pfennigbasar handelt, wird mir beim Eintritt in die große Halle schnell klar: Stand um Stand, Tisch um Tisch reihen und stapeln sich hier die verschiedensten Verkaufsgegenstände und Helfer wuseln wie Ameisen durch die Gegend.

Menschenmengen vor den Verkaufsständen - das gehört zum Pfennigbasar dazu. Bild: Leonie Wiegel

Vor alledem drängeln sich große Menschentrauben, um sich das beste Angebot auch wirklich nicht entgehen zu lassen. Ich bin - als blutige Pfennigbasar-Anfängerin - verblüfft ob der großen Geschäftigkeit, die hier herrscht.

"Man sollte im Vorfeld wissen, nach was man sucht"

Mit Taschen voller Schätze kommt mir Brigitte Tietze entgegen. Sie ist eine der Schnäppchenjägerinnen und zeigt mir stolz ihr chinesisches Teeservice, dass sie für nur drei Euro an einem der vielen Stände ergattern konnte. Anscheinend habe ich einen echten Spar-Profi vor mir. Wie findet man hier also die besten Schnäppchen? "Man sollte im Vorfeld wissen, nach was man sucht. Dann hat man es definitiv leichter", verrät sie mir ihre Taktik.

Brigitte Tietze freut sich besonders über ihr neues Teeservice. Bild: Leonie Wiegel

Vor rund 40 Jahren war sie das letzte Mal auf dem Pfennigbasar. "Seitdem hat sich einiges verändert!", lacht Brigitte. Sie hat es eilig, denn sie will noch zum Bücherstand, bevor der Basar um 13 Uhr für eineinhalb Stunden seine Pforten schließt. Die Pause nutzen die rund 800 Helfer, um alle Stände wieder aufzufüllen, neu zu ordnen und ansprechend herzurichten.

Die Pause nutzen die Helfer, um die Stände neu zu bestücken. Bild: Leonie Wiegel

Elektroartikel sind besonders begehrt

Doch so wirklich gehen will keiner der Besucher, auch nach 13 Uhr entdecke ich noch viele auf der Suche nach dem besten Angebot vor den Tischen. "Das dauert oft. Und jedes Jahr wird der Andrang größer", weiß Birgit Maczek, Leiterin des Pfennigbasars.

Birgit Maczek, Leiterin des Pfennigbasars. Bild: Leonie Wiegel

Besonders Elektroartikel, aber auch spezielle und rare Artikel sowie Hobbybedarf seien sehr gefragt. Und tatsächlich: Auf dem Tisch des Elektrostandes klafft bereits eine Lücke. "Auf Lager haben wir auch nichts mehr", verrät mir eine der Helferinnen.

Der mittlere Tisch des Elektrostandes weist schon einige Lücken auf. Bild: Leonie Wiegel

Das Lager leert sich schnell

Als Lager dient ein Teil der Gartenhalle. Als es in der Schwarzwaldhalle platzmäßig zu eng wurde, wurde sie zum Lagerraum umfunktioniert. "Mannshoch haben sich die Kartons hier gestern noch gestapelt!", sagt Birgit Maczek erstaunt, als sie mir den großen Raum zeigt. Jetzt haben sich die Reihen der Kisten bereits gewaltig gelichtet. 

Wo am Donnerstag noch mannshohe Kartonberge standen, sind die Reihen einen Tag später schon deutlich lichter geworden. Bild: Leonie Wiegel

Muss ich als Schnäppchenjäger also gar fürchten, dass die besten Artikel bereits vergriffen sind? "Teilweise sind die Stände tatsächlich schon fast ausverkauft!", erklärt mir Birgit. "Dann legen wir andere Waren dort aus, von denen wir mehr als genug haben, wie T-Shirts oder Dekoartikel."

Die Ruhe vor dem Sturm

Und welchen Tipp hat die erfahrene Leiterin für mich als Pfennigbasar-Neuling? "Hartnäckig bleiben, geduldig auf etwaige Schnäppchen warten und mit den Verkäufern sprechen", meint Birgit. Während wir uns unterhalten, kehren Letztere schon wieder hinter ihre Verkaufstische zurück, denn: Die Pause ist gleich zu Ende.

In der Pause ist die Ruhe vor dem Sturm. Bild: Leonie Wiegel

Auch die ersten Besucher warten bereits seit 14 Uhr, also seit gut einer halben Stunde, draußen ungeduldig auf den Einlass. Hier werden schnell noch einmal die Waren neu drapiert, dort die letzten Kartons zur Seite geräumt, bevor die Türen der Schwarzwaldhalle sich öffnen - und die Jagd auf das beste Schnäppchen aufs Neue beginnt.

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