Symbolbilder Bahn in Karlsruhe
Zum Schuljahresbeginn wird es wieder voll in den Bahnen. (Symbolbild)
Bild: Thomas Riedel
Heute ist Schulanfang: Wie voll wird es auf Karlsruhes Straßen und in den Bahnen?
Karlsruhe
10.09.2019 17:33
Mit dem Klingeln der Schulglocke wird am Mittwoch in Baden-Württemberg auch das neue Schuljahr eingeläutet. Tausende Karlsruher Kinder machen sich dann wieder auf den Weg in die Schule, mit der Bahn, dem Bus oder im elterlichen Auto - teilweise zum Leidwesen der Pendler auf Straße und Schiene. Doch mit welchem Ansturm ist tatsächlich zu rechnen und wie gut sind Polizei und die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) darauf vorbereitet?

Sechs Wochen lang war es vergleichsweise still in den Bussen, den Bahnen und vor den etwa 950 Schulen im Regierungsbezirk Karlsruhe. Doch mit den Ferien ist es nun auch mit der Ruhe vorbei, wenn rund 347.000 Schüler der öffentlichen Schulen morgens und mittags zu den Haltestellen und zum ÖPNV strömen oder von ihren Eltern mit dem Auto direkt vor der Schule abgeholt werden.

Elterntaxis sollen verstärkt kontrolliert werden

Gerade Letztere stellen dabei als sogenannte "Elterntaxis" ein Problem dar: Um ihre Sprösslinge aussteigen zu lassen, halten viele Eltern in zweiter Reihe, auf Zebrastreifen oder im Halteverbot. Dabei gefährden sie allerdings nicht nur andere Verkehrsteilnehmer, sondern auch die Verkehrssicherheit der (eigenen) Kinder.

Elterntaxis können für Kinder schnell zur Gefahr werden. Bild: Patrick Pleul

Um dagegen vorzugehen, hat die Stadt Karlsruhe seit dem Schuljahr 2011/2012 vor insgesamt acht Schulen sogenannte Elternhaltestellen in etwa 100 bis 500 Metern Entfernung eingerichtet - so sollen die Kinder gefahrlos aussteigen und der Stau vor dem Schultor vermieden werden.

Acht Elternhaltestellen gibt es in Karlsruhe - wie hier in der Nähe der Schillerschule. (Symbolbild) Bild: Lena Kube

Karlsruher Schulen mit Elternhaltestellen in der Übersicht: 

 

Auch bei der Karlsruher Polizei weiß man um die Elterntaxi-Problematik. Passend zum Start des Schuljahres wollen die Beamten daher wieder verstärkt ein Auge auf den Verkehr vor den Schulen der Fächerstadt werfen. "Alle Reviere haben den Auftrag, zusätzliche Dienstzeiten an Schulen aufzuweisen", so Marion Kaiser, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Karlsruhe, im Gespräch mit ka-news.de.

An welchen Schulen die Beamten mehr Präsenz zeigen werden und wo die Verkehrssituation besonders heikel ist, entscheiden die Reviere vor Ort selbst. Damit gefährliche Situationen erst gar nicht zustande kommen, setze die Polizei darüber hinaus auf Präventionsarbeit.

Auch vor der Grundschule am Wasserturm in der Südstadt-Ost halten Eltern oftmals unerlaubt in den Kurven vor der Schule. Bild: Julia Wessinger

An 40 Schulen im Landkreis seien die Beamten in diesem Jahr zu Gast, um über das richtige Verhalten im Straßenverkehr aufzuklären. "Dabei informieren wir zum einen die Schüler, zum anderen werden dort auch die Eltern geschult - Stichwort 'Helikoptereltern'", erklärt Kaiser, doch ergänzt: "Ein Verkehrschaos vor den Schulen gibt es nicht."

Volle Kapazität trotz Schienen-Baustellen?

Auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln der VBK drängen sich ab morgen wieder die Schüler. Laut Verbundbericht des Karlsruher Verkehrsverbunds wurden im vergangenen Jahr rund 51 Millionen Fahrten von jungen Fahrgästen mit einer ScoolCard absolviert. Sind die Verkehrsbetriebe diesem Ansturm nach den großangelegten Sommer-Baustellen auf den Schienen gewachsen?

Laut VBK können sowohl Bus als auch Bahn den Schülerandrang stemmen. (Symbolbild) Bild: Thomas Riedel

"Es ist erfreulich, dass wir trotz der Bauarbeiten ab morgen wieder voll in unser reguläres Angebot starten können", sagt VBK-Sprecher Michael Krauth auf Nachfrage von ka-news.de - ganz gleich ob Bus oder Bahn. Obwohl die Bahnen wegen Bauarbeiten an den Haltestellen Rüppurrer Tor und Kronenplatz (Fritz-Erler-Straße) auch bis Ende Oktober noch Umleitungen fahren - eine Überlastung fürchtet Krauth hier nicht. 

Diese große Menge an Fahrgästen transportieren wir schon seit vielen Jahren - und sind daher bestens vorbereitet", so der VBK-Sprecher weiter. Eine Verdichtung des Taktes zum Schuljahresbeginn sei daher nicht vonnöten. Dennoch: "Sollte während des Schuljahres eine Nachjustierung notwendig sein, werden wir diese natürlich vornehmen", meint Michael Krauth abschließend.

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