Rückschaukamera in einer VBK-Bahn
Marcus Siebentritt vom VBK-Flottenmanagement erprobt bei einer Testfahrt die neue Rückschaukamera in einer Trambahn.
Bild: VBK
Für mehr Sicherheit am Bahnsteig und bei engen Stellen auf den Straßen: Verkehrsbetriebe wollen mit neuen Kameras ein alltägliches Problem lösen
Karlsruhe
20.01.2019 13:10
Mehrmals täglich kommt es vor, dass der Weg der Karlsruher Bahnen entweder eingeschränkt oder gar vollständig blockiert ist. Autos oder Lastwagen werden zum Teil so abgestellt, dass sie in den Gleisbereich hineinragen. Nun sollen Kameras helfen, wenn es mal wieder eng wird.

Die Schuld an Verspätungen oder Zugausfällen liegt nicht immer nur bei den Verkehrsbetriebe in Karlsruhe, oftmals tragen auch die anderen Verkehrsteilnehmer einen Teil dazu bei, dass der Betrieb auf den Gleisen nicht reibungslos funktioniert. Immer wieder bleiben die rund 2,65 Meter breiten Trambahnen in Karlsruhe stecken, weil beispielsweise ein Auto zu weit auf die Gleise ragt.

Die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) setzen nun auf Technik: Eine Rückschaukamera soll den Bahnfahrer das Leben erleichtern. Das berichten die VBK. "Unser Fahrerinnen und Fahrer müssen sehr oft und präzise entscheiden, ob sie mit der Bahn eine schmale Stelle noch passieren können, ohne dabei zum Beispiel bei einem parkenden Laster den Außenspiegel zu beschädigen, oder ob sie selbst den eigenen Außenspiegel bei der Bahn einklappen müssen, um damit nicht irgendwo hängenzubleiben", erklärt Ralf Messerschmidt, Leiter des Fahrbetriebs bei den VBK.

Eine Zahl, wie oft der Weg blockiert ist, lässt sich nicht nennen

Auf Engstellen treffen die Fahrer jeden Tag, bestätigt auch der Pressesprecher der VBK Nicolas Lutterbach. Eine Zahl, wie häufig es dabei auch zu Unfällen kommt kann er nicht nennen. Auch die Zahl der Fahrzeuge, die abgeschleppt werden müssen weil sie die Schienen blockieren würde nicht explizit ausgewiesen. "Aber da kommt im Laufe der Zeit schon etwas zusammen", so die Einschätzung des Sprechers.

Symbolbilder Bahn in Karlsruhe
Bild: Thomas Riedel

Gerade in der Innenstadt, wo am Vormittag viel Lieferverkehr stattfindet, stehen die Lastwagen teilweise zu nah an den Gleisen, sodass sich der Fahrer langsam vorbei tasten muss. Parkende Autos blockieren die Bahnen häufig dort, wo die Häuserschluchten vergleichsweise eng sind. Als Beispiel nennt der Sprecher die Schillerstraße. Ein Dauerbrenner für Falschparker sei auch die Kriegsstraße zwischen Weinbrennerplatz und Kühler Krug. Dort habe man auch schon mal mit einer Flyeraktion darum geworben, den Schienenweg freizuhalten.

Test soll nun Erkenntnisse liefern

Nun die Idee mit den Kameras, die ein Bild von der Seite der Bahn in der Fahrerkabine anzeigen sollen. Dadurch erhoffe man sich eine größere "Bewegungsfreiheit", weil dadurch die Außenspiegel ersetzt werden können - was immerhin je Seite 20 Zentimeter in der Fahrzeugbreite ausmacht.

"In der mehrmonatigen Erprobungsphase geht es zudem auch darum, die Praxistauglichkeit des Systems bei unterschiedlichen Lichtverhältnissen zu testen, etwa bei tiefstehender Sonne oder bei Dunkelheit", erklärt VBK-Projektleiter Achim Hettel. "Ebenso wird evaluiert, ob das System auch unter schwierigen Witterungsverhältnissen wie Regen, Eis oder Schnee zuverlässig arbeitet."

Rückschaukamera in einer VBK-Bahn
Marcus Siebentritt vom VBK-Flottenmanagement erprobt bei einer Testfahrt die neue Rückschaukamera in einer Trambahn. Bild: VBK

Derzeit ist die Kamera in einem Fahrzeug eingebaut. Sie befindet sich auf der Seite der Türen über dem ersten Fenster. Das Bild wird dem Fahrer live angezeigt, eine Aufzeichnung gibt es nicht. Zudem ist eine zweite Kamera verbaut, die den "toten Winkel" rechts unterhalb der Fahrerkabine zeigt. Damit wolle man einen Beitrag zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer - gerade in Haltestellenbereichen - liefern.

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