Südtangenten-Tunnel
Der Edeltrudtunnel auf der Karlsruher Südtangente.
Bild: Anya Barros
Erst Fledermäuse, dann Wasser: Problem am Südtangenten-Tunnel ungelöst
Karlsruhe
11.01.2018 16:42
Auch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wurde die Karlsruher Polizei immer wieder zum Südtangenten-Tunnel gerufen. Der angebliche Grund: Tiere, die Unterschlupf suchen und dabei einen Alarm auslösen. Das Problem, das in den letzten 30 Jahren das erste Mal auftrat, soll jetzt allerdings behoben sein.

Die Höhenkontrolle des Südtangenten-Tunnels soll bezwecken, dass kein Fahrzeug, das höher als 4,50 Meter ist, in den Tunnel fährt. Ausgelöst wird der Alarm, sobald etwas vor die dazugehörige Lichtschranke kommt - im Normalfall sollten das zu hohe Lastwagen sein.

Seit Sonntagabend sind es aber Tiere. Um genau zu sein wahrscheinlich nachtaktive Fledermäuse, die in den Abendstunden in die Röhre der Höhenkontrolle fliegen und dabei über die Lichtschranke den Alarm auslösen. Die Folge: Eine Ampel am Tunneleingang schaltet automatisch auf Rot und verhindert damit das Einfahren in den Tunnel.

Im nächsten Schritt wird die Karlsruher Polizei zur Überprüfung der Sachlage alarmiert. Diese rückt aus und schaltet - vorausgesetzt es ist kein Unfall oder ähnliches entstanden - die Ampel wieder auf Grün und gibt den Tunnel damit wieder für den Verkehr frei.

Tiere müssen aus Höhenkontrollen-Röhre

So auch in den vergangenen Nächten: Bis der Verkehr wieder freigegeben werden konnte, entstanden teilweise kilometerlange Staus. Neben den Beamten rückte am Dienstag auch das Karlsruher Tiefbauamt an und versuchte die Tiere zu vertreiben und damit auch die Ursache für die fälschlichen Tunnelsperrungen zu beheben. Das gelang aber offenbar nicht.

Am Mittwoch musste daher eine Lösung für das tierische Problem gefunden werden. Wie Helga Riedel vom Presse- und Informationsamt der Stadt Karlsruhe, gegenüber ka-news erklärt, wurde kurzerhand eine Plexiglas-Scheibe vor der Lichtschranke angebracht, um zu verhindern, dass sich die Fledermäuse niederlassen. Diese Idee stellte sich in der Nacht auf Donnerstag allerdings als weniger hilfreich heraus: Die Polizei musste mehrere Male wegen des Tunnel-Alarms ausrücken.

Lichtschranke
Eine Lichtschranke auf der Südtangente. Bild: Anya Barros

In Nacht auf Donnerstag: Tropfen lösen Alarm aus

Der Grund: "Auf der Plexiglas-Scheibe haben sich durch Wärmeentwicklung Tropfen gebildet", erklärt Riedel weiter. Diese Tropfen hätten sich dann in der Nacht gelöst und in der Folge den Alarm mehrmals hervorgerufen. Entgegen anders lautender Medienberichte waren also in der Nacht auf Donnerstag nicht mehr die Tiere der Auslöser des Alarms.

Und wie geht es jetzt weiter? Zwischenzeitlich wurde die Anlage am Donnerstag außer Betrieb genommen. Gleichzeitig wurde am Boden der Lichtschranke ein Blechstück herausgeschnitten, sodass der Standort für die Tiere unwohnlich wurde, so Riedel. Das Problem sollte dadurch also der Vergangenheit angehören: "Es sollten keine Störungen mehr nach den Vorkehrungen passieren", sagt die Sprecherin des Presseamts gegenüber ka-news abschließend.

Um sicher zu gehen, dass den Tieren kein Schanden zugefügt werde, sei das Umweltamt direkt am Dienstag informiert worden.

Aktualisierung, 17.35 Uhr:

Das Problem scheint noch nicht gelöst zu sein  - Der Tunnel war am Abend wieder gesperrt! Das bestätigt auch Stadt-Sprecherin Helga Riedel gegenüber ka-news. Warum die Anlage wieder ausgelöst hat, lasse sich aber nicht sagen. Sie wurde daher erneut vorübergehend außer Betrieb genommen. Der Verkehr soll nun seit etwa einer Stunde wieder durch die Tunnelröhre fließen - und der Stau, der aktuell bis zum Entenfang reicht, allmählich nachlassen. Der Verkehr wird nun durch Schilder auf die maximale Durchfahrtshöhe hingewiesen.

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