Kröte
(Symbolbild)
Bild: pixabay.com@klara1
Ehrenamtliche Helfer, Sperrungen und verbesserte Lebensräume: Stadt setzt sich für den Schutz heimischer Amphibien ein
Karlsruhe
20.01.2019 17:55
Steigende Temperaturen und vermehrter Regen lassen bei Amphibien überall in Karlsruhe die ersten Frühlingsgefühle aufkommen. Damit die anschließenden Laichwanderungen für die Tiere nicht tödlich enden und Karlsruhe sich auch in Zukunft weiterhin eines reichhaltigen Artbestandes erfreuen kann, will die Stadt nun konkrete Schutzmaßnahmen ergreifen.

Wie aus einer Pressemeldung der Stadt hervorgeht, sollen so beispielsweise die wandernden Erdkröten im Karlsruher Schlossgarten auch in diesem Jahr wieder betreut werden. Gleiches gelte für die Molche, darunter auch seltene Kammmolche, die in Durlach am Mastweideweg über einen Radweg und eine Anliegerstraße müssen.

"Am Neureuter Heidesee werden ihre Wanderungen durch eine zeitlich begrenzte Sperrung der Straße 'Alte Bahnlinie' geschützt", erklärt die Stadt weiter. "Der Umwelt-und Arbeitsschutz bittet daher dringend alle Verkehrsteilnehmer um eine den Verhältnissen angepasste Geschwindigkeit, um insbesondere auch die ehrenamtlichen Helfer nicht zu gefährden."

Bei Bedarf werden Sperrungen eingerichtet

Zudem sei auf der L623 von Wolfartsweier nach Grünwettersbach mit spontan wandernden Feuersalamandern zu rechnen. Auch die bekannten Wanderstrecken entlang der B3 bei Grötzingen, am Regenrückhaltebecken Durlach und am Rosenhof in Neureut werden nach Angaben der Stadt in gewohnter Weise betreut. Als Schutzmaßnahme werde bei Bedarf die Straße durch den Weiherwald in den Nachtstunden gesperrt. Entsprechende Hinweisschilder werden aufgestellt. 

Auch Feuersalamander wandern, um zu laichen. Bild: Umwelt- und Arbeitsschutz Stadt Karlsruhe

Dasselbe gelte am Turmberg für die Jean-Ritzert-Straße zwischen Schützenhaus und Rittnertstraße. Ein Hinweisschild unten an der Kreuzung Neßlerstraße/Reichardtstraße weise bei Bedarf frühzeitig auf die Sperrungen oben ab dem Schützenhaus hin. Im unteren Teil der Reichardtstraße werden dann Helfer an der Strecke im Einsatz sein, um die wandernden Erdkröten abzusammeln. "Hier ist besondere Rücksichtnahme zum Schutz der Ehrenamtlichen notwendig", heißt es von Seiten der Stadtverwaltung weiter.

Lebensraum für seltene Amphibien verbessern

Doch nicht nur während der Laichwanderung müssen die Amphibien geschützt werden. Damit vor allem seltene Arten wie Gelbbauchunken, Moosfrösche, Kreuzkröten, Wechselkröten oder auch Laubfrösche in Karlsruhe auch weiterhin heimisch sind, will die Stadt deren Lebensraum im Stadtgebiet durch bauliche Maßnahmen heimeliger gestalten, erklärt sie in einer weiteren Meldung an die Presse.

Kröte auf Blatt
(Symbolbild) Bild: pixabay.com@Gellinger

Mittels eines Mobilbaggers sollen so Tümpel und Gräben bis Ende Februar nachgebessert werden. Bis Ende Februar sollen die Maßnahmen in Grötzingen am Waldrandgraben im Naturschutzgebiet "Weingartener Moor - Bruchwald Grötzingen" sowie entlang Flächen der B3 im Landschaftsschutzgebiet "Grötzinger Bergwald-Knittelberg" abgeschlossen sein. "In Rüppurr werden die baulichen Schutzmaßnahmen auf einer Brachfläche in den 'Salmenwiese'" im Landschaftsschutzgebiet 'Südliche Hardt' umgesetzt", so die Stadt abschließend.

Helfer für Amphibiengruppen

Wer sich in den Amphibien-Schutzgruppen an der Betreuung der Wanderstrecken - insbesondere der am Durlacher Turmberg - beteiligen möchte, kann sich beim Umwelt- und Arbeitsschutz unter der Telefonnummer 0721/133 3101 oder unter 115 (Bürgerdienste) melden. 

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