Daniel Born
Daniel Born
Bild: Heike Schwitalla
Daniel Born in Durlach: "Wohnen ist ein Menschenrecht", das die SPD in Zukunft besser schützen will
Karlsruhe
08.11.2018 14:26
Die SPD muss sich neu positionieren und dabei traditionelle Werte wieder in den Vordergrund rücken, das waren die Grundaussagen, die Referent Daniel Born, wohnungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, bei einer Veranstaltung in Durlach vorstellte. Über die Wohnungsnot im Land und wie man ihr am besten begegnen kann, sprach der Landtagsabgeordnete für den Kreis Schwetzingen auf Einladung der Durlacher SPD.

"Wohnen ist ein Menschenrecht" – so die Kernaussage des Vortrags. Während man andere Grund- und Menschenrechte durch die Verfassung und Gesetzgebung schützt, habe man dieses Grundrecht über Jahrzehnte der freien Marktwirtschaft ausgesetzt und die habe natürlich andere Interessen als das Gemeinwohl zu wahren. Und wo es um permanente Kapitalvermehrung gehe, trete das Interesse am Menschen naturgemäß zurück. Will man das ändern, müsse man als Gesetzgeber, als Bund, Land und Kommune auf den Immobilienmarkt einwirken, dafür wolle sich die SPD in Zukunft vehement einsetzen.

Wohnungsnot
Ein Schild, auf dem "Spekulanten vertreiben!" ist an einem Haus befestigt, das schon einige Zeit leer steht. Bild: Sebastian Gollnow

Die "Europäische Stadt" neu denken und kreativ entwickeln

In einem Ideencampus wolle man als Partei mit Experten zusammenarbeiten und den Begriff der "Europäischen Stadt im 21. Jahrhundert" positiv entwickeln. Zum einen durch innovatives Bauen, zum anderen durch gelingende Nachbarschaftssysteme und durch Respekt vor dem Boden, der naturgemäß ein endliches Gut ist, mit dem sorgsam umgegangen werden müsse. Born erwies auf urbane Nachverdichtung, vernetzte, kommunikative Städte und innovatives Bauen als die Hardware für ein gelungenes Zusammenleben.

Daniel Born
Daniel Born Bild: Heike Schwitalla

Maßgeschneiderten Wohnraum für jeden

Man müsse sich vom Gedanken "Einfamilienhaus für alle" verabschieden, zum einen, weil es dafür gar nicht den Raum gebe und zum anderen, weil sich die wenigsten Familien – gerade in Baden-Württemberg – das jemals leisten können. Man wolle als SPD für jeden da sein: Für die Alleinerziehende oder die geringverdienende Familie, die auf sozialen Wohnungsbau angewiesen ist, bis hin zur Familie, die den Traum vom Eigenheim träumt. "Wichtig ist doch", so Born, "dass der Wohnraum zur jeweiligen Lebenssituation passt und diese nicht dem verfügbaren Wohnraum unterworfen werden muss".

Eine Matratze mit Aufschrift
Ein Mann geht an einer Matratze vorbei, die mit den Worten «Wohnungsnot tötet täglich» bemalt ist, daneben liegt Sperrmüll. Bild: Marijan Murat/Archiv

Er sprach von Paaren, die ihren Kinderwunsch in Ermangelung einer bezahlbaren angemessen großen Wohnung, aufgeben, von Senioren, die ihre Wohnung nur noch teilweise nutzen können, weil diese nicht barrierefrei ausgebaut ist und von Fachkräften, die sich vor einem Umzug nach Baden-Württemberg scheuen, sobald ein Arbeitgeber keinen passenden Wohnraum vorweisen könne. "So weit ist es schon gekommen", berichtet der Landtagsabgeordnete, "folglich muss jetzt die Wende einsetzen".

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