Fahrzeugschein
Der Fahrzeugschein gibt Auskünfte über die Abgasnorm des Autos.
Bild: ka-news
Beratung in Karlsruhe: Woher weiß ich, ob mein Diesel-Auto vom Skandal betroffen ist?
Karlsruhe
13.03.2018 14:01
Momentan ist es in aller Munde zu hören: Die Thematik um Diesel-Autos. Nach dem Urteil über Fahrverbote bleibt jetzt eine Frage: Woher weiß ein Autobesitzer, dass das eigene Auto vom Abgas-Skandal betroffen ist? ka-news hat sich mit Experten aus Karlsruhe unterhalten.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass deutsche Städte Fahrverbote für Diesel-Autos eigenständig verhängen dürfen. Damit wäre es auch in Karlsruhe in naher Zukunft aus rechtlicher Sicht möglich, ein Dieselverbot auszusprechen. Es gibt aber Entwarnung: Geplant seien die Verbote in Karlsruhe bislang nicht - zunächst werde sich in Baden-Württemberg um die Städte gekümmert, in denen der Stickstoffdioxid-Überschreitungsgrad höher sei.

Doch dass in der Fächerstadt erst einmal keine Fahrverbote verhängt werden, heißt nicht, dass das Thema hier komplett vom Tisch ist: "Nach dem Urteil ist vor der Klage", gilt es jetzt. Denn wer Besitzer eines Diesel-Autos ist, könnte vom seit 2015 öffentlich bekanntem Diesel-Abgas-Skandal betroffen sein und hat damit jetzt Ansprüche gegen den Autohersteller. Dabei könnte sogar Schadensersatz für den Autobesitzer herausspringen.

Woher weiß ich, dass mein Auto betroffen ist?

Worauf ist dabei im Allgemeinem zu achten? Kunden, die in der Zeit von 2008 bis September 2015 ein gebrauchtes oder neuwertiges Fahrzeug mit Dieselmotor verschiedener Hersteller gekauft haben, sind möglicherweise vom Skandal betroffen, erklärt Maik Hermann von der Immobilien- und Bauträgergesellschaft MOS aus Birkenfeld bei Pforzheim mit Sitz in Karlsruhe gegenüber ka-news.

Er ist Experte in diesem Thema, da die Bauträgergesellschaft selbst Opfer in dieser Sache wurde. Mithilfe des Portals Verbraucherhilfe24 konnte der Firma geholfen werden - heute ist MOS Partner des Portals und hilft selbst anderen Betroffenen.

Abgasnorm Euro 5 ein "schlechter" Hinweis

Ob das eigene Auto in die Liste der "Skandal-Autos" fällt, ist nach Angaben Hermanns im Großen und Ganzen einfach zu erkennen: "Man braucht dafür vor allem den Fahrzeugschein." So lassen im Feld 14.1 die Nummern Rückschlüsse auf die Euro Norm zu.

Wenn dort die Abgasnorm Euro 5 zu lesen ist, der Zeitraum des Kaufs und auch der Autohersteller sowie das Modell "stimmen", ist es sehr wahrscheinlich, dass das Auto eine "Schummel-Software" besitzt. Sie vermittelte in der Vergangenheit den Eindruck, dass die Abgasnorm eingehalten wurde. Tatsächlich lag der NOx-Ausstoß deutlich höher.

Aktuell sind das ausschließlich Fahrzeuge der Hersteller VW (zum Beispiel Golf oder Passat), Audi (A3, A4 oder auch A6), Seat, Skoda, Porsche oder auch von Daimler. Davon Betroffene müssen mit Problemen wie dem Wertverlust des Autos, deutschlandweiten Dieselfahrverboten oder dem vorzeitigen Verschleiß des Motors rechnen. Deshalb ist es in manchen Fällen auch möglich, Schadensersatz vom Autohersteller einzuklagen.

Wer wissen will, ob sein Diesel-Auto betroffen ist, kann sich jeden Mittwoch und Donnerstag ab 18 Uhr bei "Diesel-Infoabenden" in der Herrmann-Leichtlin-Straße 9 in Karlsruhe kostenlos von MOS beraten lassen.

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