Mit dem Auto in den Urlaub
Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollte sich vorher über die Verkehrsregelungen im Ausland informieren.
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"Autofahrer-Paradies" Deutschland: Achtung Urlauber, im Ausland sind die Strafen für Verstöße deutlich teurer
Karlsruhe
10.08.2019 07:04
Sommer, Sonne, Ferienzeit - und da gibt es kaum etwas Schöneres, als Urlaub zu machen. Mittlerweile fahren viele gerne in den Urlaub, auch mit dem eigenen Auto. Im Ausland sind Strafen für zu schnelles Fahren, Alkohol oder Telefonieren deutlich teurer - und reichen sogar bis zur Haftstrafe!

Wer mit dem Auto im Ausland unterwegs ist, sollte allerdings die Verkehrsvorschriften des jeweiligen Landes gut kennen. Denn Deutschland ist im Vergleich zu seinen Nachbarländern was das Strafmaß auf den Straßen angeht ein wahres "Autofahrer-Paradies" – Verkehrsverstöße werden im Ausland deutlich schärfer geahndet.

Wo sind die Bußgelder am höchsten?

Urlauber werden oft mit hohen Bußgeldern bestraft, wenn sie sich nicht an die Verkehrsregeln des jeweiligen Landes halten. In einigen Fällen drohen laut ADAC sogar Haftstrafen. Für Autofahrer, die betrunken am Steuer sitzen, zu schnell fahren oder am Steuer telefonieren, wird es demnach besonders teuer. In einer Presseinformation hat der ADAC einen Überblick über die wichtigsten Bußgelder in europäischen Reiseländern gegeben.

Die höchsten Bußgelder bezahlen Verkehrssünder in Norwegen, Schweden, den Niederlanden, in der Schweiz und in Italien. Wer etwa das Tempolimit um 20 km/h überschreitet, muss in Norwegen mindestens 375 Euro bezahlen, in Schweden 250 Euro und in Italien 170 Euro. Das Verwarnungsgeld in Deutschland für einen vergleichbaren Verstoß fällt mit 35 Euro eher gering aus.

Im Ausland muss man tief in die Tasche greifen, wenn man sich nicht an die Verkehrsregeln hält. Bild: Julia Wessinger

Die Promillegrenzen

Besonders streng wird das Fahren unter Alkoholeinfluss geahndet, vor allem in Italien: Bei 1,5 Promille im Blut kann die Polizei das Fahrzeug enteignen, wenn Fahrer und Halter identisch sind. Außerdem kann es dann zu einer Zwangsversteigerung des Fahrzeugs kommen. In Dänemark besteht eine ähnliche Regelung ab 2,0 Promille. In Spanien droht dem Fahrer ab 1,2 Promille eine Freiheitsstrafe, in Schweden sogar schon bei 1,0 Promille und dazu noch ein 24-monatiges Fahrverbot.

Wer Alkohol am Steuer trinkt, den erwartet in vielen Ländern nicht nur eine Geldstrafe. Bild: pixabay.com@Pexels

Telefonieren und Falschparken

Wer ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, bezahlt in den Niederlanden 140 Euro Bußgeld, in Italien 160 und in Dänemark 200 Euro. 

Auch Falschparken wird in mehreren Ländern mit relativ hohen Bußgeldern bestraft. In Spanien wird dies mit 200 Euro besonders kostspielig. In den Niederlanden kostet es mindestens 90 Euro und in Norwegen 80 Euro. In Deutschland geht es bei 10 Euro los.

Wer sich auf sein Handy konzentriert statt auf den Verkehr, riskiert nicht nur sein eigenes Leben. Bild: petto123@pixabay.com

Verstöße werden verfolgt

Ab einem Betrag von 70 Euro werden unbezahlte Strafen aus dem EU-Ausland hierzulande vollstreckt. Ausnahme ist Österreich: Hier beginnt die Grenze bereits bei 25 Euro. Für Verkehrsverstöße im Ausland gibt es laut ADAC keine Punkte in Flensburg. Ein von einer ausländischen Behörde ausgesprochenes Fahrverbot habe in Deutschland keine Auswirkung. Bei fehlerhaften Bußgeldbescheiden rät der ADAC, juristischen Beistand zu suchen und gegebenenfalls unverzüglich Einspruch einzulegen.

Wer Bußgelder sofort bezahlt, kann erhebliche Rabatte erhalten. Das sei vor allem in Spanien, Italien und Frankreich der Fall. 

Rettungsgasse bilden

Ebenfalls ist es wichtig, die Vorschriften zur Bildung einer Rettungsgasse zu kennen. Oft verstreicht wertvolle Zeit, bis Rettungskräfte nach Unfällen zum Einsatzort kommen. Laut ADAC wissen viele nicht, wie sie sich bei der Bildung einer Rettungsgasse zu verhalten haben und noch weniger bekannt dürften die Regelungen im Ausland sein.

In Deutschland muss bereits bei stockendem Verkehr eine Rettungsgasse gebildet werden, damit Rettungskräfte bei Unfällen schnell zum Einsatzort kommen. Bild: ErS

In Deutschland muss bereits bei stockendem Verkehr eine Rettungsgasse gebildet werden. Auf Autobahnen und Straßen mit mehreren Fahrstreifen je Richtung weichen die Fahrzeuge auf der linken Spur nach links aus. Fahrzeuge auf den übrigen Fahrstreifen orientieren sich nach rechts.

  • Österreich: Die Pflicht, eine Rettungsgasse zu bilden, besteht auf Autobahnen und Schnellstraßen mit mindestens zwei Fahrspuren je Richtung. Auf zwei- oder mehrspurigen Fahrbahnen müssen sich alle Verkehrsteilnehmer bereits bei stockendem Verkehr auf der linken Spur so weit links wie möglich einordnen. Alle Fahrzeuge auf den anderen Spuren orientieren sich so weit wie möglich nach rechts. Also analog zur deutschen Rettungsgasse.
  • Slowenien: Bei Stau muss für Rettungsfahrzeuge eine Fahrspur frei bleiben. Dabei gelten die gleichen Vorschriften wie in Österreich.
  • Schweiz: Die Bildung einer Rettungsgasse wird hier dringend empfohlen. Auf Autobahnen mit zwei Fahrstreifen sollte für Einsatzfahrzeuge eine Rettungsgasse in der Mitte der zwei Fahrstreifen frei bleiben. Bei drei- oder mehrspurigen Fahrbahnen sollte die Gasse zwischen dem linken und dem zweiten Fahrstreifen von links gebildet werden – analog zur deutschen Rettungsgasse.
  • Frankreich und Spanien: Eine vergleichbare Regelung wie in Deutschland gibt es nicht, allerdings muss Einsatzfahrzeugen eine Möglichkeit der Vorbeifahrt gegeben werden.
  • Tschechien: Auf Straßen mit zwei Fahrspuren verläuft die Rettungsgasse in der Mitte. Anders als in anderen Ländern muss bei mehrspurigen Richtungsfahrbahnen eine Gasse zwischen der mittleren und der rechten Fahrspur freibleiben.
  • Italien und Niederlande: Hier gibt es keine speziellen Vorschriften.
Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
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