Handy am Steuer
(Symbolbild)
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Ablenkung Handy am Steuer: 200 Meter Blindflug sind große Gefahr
Karlsruhe
14.04.2018 19:00
8.249 Fahrer mit dem Handy in der Hand - das ist die Zahl, die die Polizei Karlsruhe im Jahr 2017 auf frischer Tat ertappt hat. Doch diese Ablenkung wird immer noch stark unterschätzt. Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Karlsruhe zeigt mit einer Studie, wie gefährlich der Blindflug am Steuer ist.

Nur mal kurz schreiben, dass man gleich zuhause ist - bei einer Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde werden dabei rund 200 Meter auf der Straße zurückgelegt. Quasi blind, ohne den Blick auf die Umgebung gerichtet zu haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der DHBW Karlsruhe. Wie groß ist das Unfallrisiko? Wie groß die Ablenkung? 

Im Eye Tracking-Labor haben Forscher daher eine empirische Untersuchung gewagt. 24 Teilnehmer zwischen 18 und 26 Jahren (je 12 Frauen und Männer) sollten während einer simulierten Autofahrt eine Nachricht mit dem Text "Bin gleich da." schreiben. Das Ergebnis ist mehr als erschreckend. Mit dem Griff zum Handy waren die Probanden laut Pressebericht der DHBW im Schnitt 14,6 Sekunden abgelenkt um die Textnachricht zu verschicken. Frauen lösten die gestellte Aufgabe etwa zwei Sekunden schneller als die männliche Vergleichsgruppe. Doch in diesen knapp 15 Sekunden legten sie in der simulierten Autofahrt etwa 200 Meter Wegstrecke zurück. Ohne die Umwelt wahrzunehmen und die Situation nur durch flüchtige und oft auch unkoordinierte Blicke zu erfassen. 

Mit dem Eye Tracking konnten die Forscher der DHBW aufzeigen, wo die Blicke der Probanden hingehen, wenn sie dann mal vom Handy aufgeblickt haben. Bild: Duale Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe

Nach der Studie: Teilnehmer verzichten auf Telefonieren

"Wahnsinn, das ist ja fast wie Blindflug", sagte eine Teilnehmerin nach der Studie überrascht. Bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern beträgt der Anhalteweg, also die Reaktionszeit und der Bremsweg, 25 Meter - bei guten Straßenverhältnissen. In einer realen Gefahrensituation kann dieser Weg schon zu lang sein. 

Von den 24 Teilnehmern verzichtet nach der Studie fast die Hälfte auf das Telefonieren am Steuer. Jedoch lesen 92 Prozent der jungen Probanden ankommende Textnachrichten. Dagegen stehen 87 Prozent, die mit dem Schreiben einer Nachricht beim Fahren ein noch größeres Risiko der Ablenkung eingehen. 

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