Bewegung bei Stadionneubau
Karlsruhe
01.08.2008 17:30
Ob die Tage des Wildparkstadions gezählt sind, entscheidet das Planungsbüro Albert Speer & Partner (Foto: ka-news)
Mit der Untersuchung der beiden Standortalternativen "Gleisbauhof" und "Untere Hub" für ein neues Fußballstadion hat die Stadt Karlsruhe, wie diese in einem Sonderpressedienst vom Freitag mitteilt, das renommierte Planungsbüro Albert Speer & Partner (AS&P) aus Frankfurt beauftragt. Die entsprechende Vereinbarung wurde am heutigen Freitag unterzeichnet.

"Durch die zentrale Rolle, die den Fachleuten von Albert Speer & Partner bei der Realisierung der Münchner Allianz Arena übertragen worden war, gehört das Büro zu den ersten Adressen, wenn es um Stadionprojekte geht", begründet Oberbürgermeister Heinz Fenrich die Entscheidung. "Albert Speer & Partner vereinigt Fachkompetenz, Leistungsfähigkeit und einen außergewöhnlichen Erfahrungshintergrund. Mit der Wahl dieses Büros können wir gewährleisten, dass die vom Gemeinderat geforderte belastbare Entscheidungsgrundlage rechtzeitig vor dem Termin im Oktober vorliegt".

"Stadt wird ihre Hausaufgaben erledigen"

Das Gremium will spätestens am 21. Oktober die endgültige Linie festlegen, damit ein Baubeginn im Sommer 2010 möglich ist. "Die Stadt Karlsruhe wird ihre Hausaufgaben erledigen", unterstreicht OB Fenrich. Das Stadtoberhaupt fordert auch die anderen Beteiligten im Entscheidungsprozess auf, zügig die notwendigen Voraussetzungen für das abschließende Votum des Gemeinderats zu schaffen. "Wir sind mit dem KSC weiterhin in Gesprächen und hoffen, die Verhandlungen im Sinne der Gemeinderatsbeschlüsse abschließen zu können", so Fenrich. Die Planungen und Beschlüsse von Land und Universität sollten jetzt auch rechtzeitig vorliegen können, mahnt das Stadtoberhaupt.

Das Büro AS&P hatte auch in München zunächst eine städtebauliche Studie als Entscheidungsgrundlage für die endgültige Standortwahl der Allianz Arena erarbeitet, nachdem dort die Grundsatzentscheidung gegen den Ausbau des bestehenden Olympiastadions gefallen war. Die unterschiedlichen Standortoptionen wurden dabei sowohl auf ihre räumlichen Voraussetzungen als auch auf die planungsrechtliche Durchsetzbarkeit des notwendigen, komplexen Realisierungsverfahrens hin untersucht.

Büro schon bei Planungen zur Fußball-WM beteiligt

Nach der Standortentscheidung führte AS&P das gesamte europaweite Ausschreibungsverfahren durch und begleitete das Projekt als Schnittstellen- und Terminkoordinator bis zur Fertigstellung. Im Auftrag des Organisationskomitees der FIFA Fußballweltmeisterschaft 2006 war AS&P schließlich auch verantwortlich für Planung, Koordination und Controlling der temporär notwendigen Baumaßnahmen für Akkreditierungs- und Ticketingzentren, Medien- und Hospitalitynutzungen bis hin zu Funktionsflächen für Spielbetrieb und Eröffnungsfeierlichkeiten. Zurzeit erarbeitet AS&P Planungen für Stadien in Fürth, Saarbrücken und Wiesbaden.

Der Gründer des renommierten Büros "AS&P", Albert Speer junior, der vor kurzem erst 70 Jahre alt wurde und früher in Kaiserslautern eine Professur für Raumplanung inne hatte, ist übrigens der älteste Sohn von "Hitlers Architekt" Albert Speer senior. Albert Speer junior, der sich - nicht nur was Stadtplanung und Architektur angeht, von seinem Vater vollständig lossagte - betreibt in Frankfurt bereits seit 1964 sein eigenes Architekturbüro. Er gilt als einer der renommiertesten Städteplaner in Deutschland überhaupt. Seine Arbeiten gelten in vielen Feldern als wegweisend und partizipativen Entscheidungswegen in modernen Demokratien zugewandt.

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