Polizei
Bild: Thomas Riedel
Tod in JVA Bruchsal: Ursache bleibt unklar, weitere Untersuchungen angeordnet
Karlsruhe
10.08.2019 09:18
Polizei und Staatsanwaltschaft haben auch über eine Woche nach dem Tod eines 28-jährigen Festgenommenen in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bruchsal keine weiteren Informationen zur Todesursache. Eine durchgeführte Obduktion des am 1. August Verstorbenen brachte keine neuen Erkenntnisse. Weitere Untersuchungen sind angesetzt,

"Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass der Verstorbene über einen längeren Zeitraum hinweg massiv Widerstand gegen seine Festnahme in Form von Stoßen, Treten, Spucken und versuchtem Beißen geleistet hat", heißt es in einer gemeinsamen Pressemeldung von Polizei und Staatsanwaltschaft. 

Weitere Untersuchungen angesetzt

"Um dem zu begegnen hätten die eingesetzten Beamten unmittelbaren Zwang angewandt. Hierzu sind Beamte des Polizeivollzugsdienstes nach Maßgabe der Paragraphen 50 fortfolgende des Polizeigesetzes Baden-Württemberg grundsätzlich befugt."

Ob die Beamten in diesem Fall ihre Befugnisse und rechtlichen Grenzen überschritten haben, wird derzeit ermittelt. Laut Pressemeldung hätten sich bislang keine konkreten Anhaltspunkte dafür ergeben, dass das Handeln der Beamten für den Tod des 28-Jährigen verantwortlich seien.

28-Jähriger war in ärztlicher Behandlung

Im Fall wird weiter ermittelt: Da eine Obduktion die Todesursache nicht klären konnte, werden weitere umfangreiche und zeitaufwändige rechtsmedizinische Untersuchungen durchgeführt. Weiterhin wird untersucht, ob eine Vorerkrankung des 28-Jährigen zum seinem Tod geführt haben könnte: Er befand sich am 20. Juli in ärztlicher Behandlung und hat das Krankenhaus laut Meldung von Polizei und Staatsanwaltschaft auf eigene Verantwortung verlassen.

Der Verstorbene sollte zur Vollstreckung einer aus einem rechtskräftigen Strafbefehl des Amtsgerichts Dortmund resultierenden Ersatzfreiheitsstrafe wegen Diebstahls zur Justizvollzugsanstalt Bruchsal verbracht werden, von wo aus der Transport in das Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg geplant war.