Rebecca Saunders
Rebecca Saunders
Bild: Astrid Ackermann
Rebecca Saunders kuratiert das neunte ZeitGenuss-Festival in Karlsruhe
Kultur in Karlsruhe | Hochschule für Musik Karlsruhe
18.10.2021 10:00
PARTNER DER WOCHE: Vom 21. bis zum 24. Oktober 2021 findet das neunte ZeitGenuss-Festival für Musik unserer Zeit an der Hochschule für Musik Karlsruhe und weiteren Spielorten in Karlsruhe statt.

Das neunte ZeitGenuss-Festival für Musik unserer Zeit, das vom 21. bis zum 24. Oktober 2021 an der Hochschule für Musik Karlsruhe und weiteren Spielorten in Karlsruhe stattfindet, wird von Rebecca Saunders kuratiert. Sie begibt sich in Karlsruhe auf vertrautes Terrain, denn die in Berlin lebende britische Komponistin studierte zwar zuerst bei Nigel Osborne in Edinburgh, dann aber bei Wolfgang Rihm an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Rihms Chiffre-Zyklus hatte sie so fasziniert, dass sie sich 1991 entschied, bei ihm ihr Studium fortzusetzen, obwohl sie zum Zeitpunkt der Entscheidung kein Deutsch sprach. Rihms Chiffre IV für Bassklarinette, Violoncello und Klavier war für sie also im wahrsten Sinne wegweisend und erscheint im Programm ebenso wie andere prägende Werke etwa von Georges Aperghis, Iannis Xenakis oder Galina Ustwolskaya. Aber auch inspirierende Filme von Derek Jarman, ein Theaterstück von Samuel Beckett, Performances von Marina Abramović und Rebecca Saunders´ und Martin Rein-Canos Installation Myriad für 2.464 Spieldosen werden zu erleben sein. Myriad wird durch die interaktive Zusammenarbeit der Besucher angetrieben, die die mechanischen Musikinstrumente mit 54 urheberrechtsfreien Melodien in Betrieb setzen dürfen und so ein einzigartiges Klangbild komponieren. Rebecca Saunders stellt zudem eine junge Komponistin in den Fokus: Sara Glojnarić, die sie mit ihren kraftvollen und politisch akzentuierten Werken überzeugt hat. So werden von Sara Glojnarić Werke für Stimme und Schlagzeug und für Schlagzeug solo interpretiert und zwei Videos gezeigt. Zudem stellen Kompositionsstudierende der Klasse Wolfgang Rihm und Markus Hechtle und des Studiengangs Musikinformatik der Hochschule für Musik Karlsruhe neue Werke vor. Die Hochschule für Musik Karlsruhe und die Stadt Karlsruhe tragen das Festival gemeinsam. Zu den Interpreten zählen das Ensemble Modern und Sarah Maria Sun, das Trio Accanto, die Schlagzeuger Isao Nakamura und Leonie Klein, das Aleph Gitarrenquartett, der Kammerchor der Christuskirche und das Karlsruher Ensemble TEMA, das sich von Anfang an bei ZeitGenuss engagiert.

Rebecca Saunders wurde 1967 in London geboren. Sie wuchs in einer Musikerfamilie auf. Die Eltern waren beide Pianisten; in ihrem Elternhaus standen vier Klaviere, von denen eines nur für die Kinder gedacht war. Der Vater war vor allem als Korrepetitor tätig und improvisierte abends gerne Jazz am Klavier. Sie hat sich dennoch für die Violine als ihr Hauptinstrument entschieden, vor allem, weil sie gerne Kammermusik und im Orchester spielt. Auch als Komponistin widmet sie sich schwerpunktmäßig der Kammermusik und schreibt Soli und Werke für kleinere und größere Instrumentalgruppen. Sie komponiert jedoch auch groß angelegte räumliche Collagen, bei denen mehrere Stücke oder „Module“ gleichzeitig in einem Saal gespielt werden, außerdem Werke für Sinfonieorchester. Sie arbeitet gerne mit Interpreten zusammen. Wie das abläuft, hängt von der Größe der Besetzung ab: „Ein Solist braucht natürlich viel Freiraum. Eine Partitur ist eigentlich eine Abstraktion des Werkes; damit kommuniziere ich mit dem Musiker oder der Musikerin. Die Interpretin macht es zu ihrem Eigenen“. Rebecca Saunders ist eine gefragte Kompositionsdozentin und unterrichtet regelmäßig bei den Darmstädter Ferienkursen sowie an der Impuls Akademie in Graz. Sie war Professorin für Komposition an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, ist Mitglied der Berliner Akademie der Künste und der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden. Sie arbeitet nicht nur mit den renommiertesten Ensembles für Neue Musik zusammen, sondern auch mit Choreographen wie Sasha Waltz. Rebecca Saunders erhielt 2019 den Internationalen Ernst von Siemens Musikpreis für ein kompositorisches Werk, „das durch seine produktive Widersprüchlichkeit, die Vielfalt klangfarblicher Nuancen und eine unverwechselbare Klangsprache `sichtbare´ und bedeutende Spuren in der Musikgeschichte der Gegenwart hinterlässt“.

 

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