Die Karlsruher Marvin Wanitzek, Marco Thiede und Philipp Hofmann bejubeln die 1:0 Führung durch ein Düsseldorfer Eigentor.
Die Karlsruher Marvin Wanitzek, Marco Thiede und Philipp Hofmann bejubeln die 1:0-Führung durch ein Düsseldorfer Eigentor.
Bild: Roland Weihrauch/dpa
Analyse zum Spiel: Später Fortuna-Schock versetzt dem KSC die erste Niederlage nach der Quarantäne
Düsseldorf/Karlsruhe
04.05.2021 12:17
Knock-out in der Nachspielzeit: Lange Zeit sah es für den Karlsruher SC bei Fortuna Düsseldorf nach einer Punkteteilung aus. Erst in der 95. Minute schockten die Rheinländer die badischen Gäste doch noch ganz spät. Die Eichner-Elf erwies sich in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt wie schon beim HSV als unangenehmer Gegner für die Fortuna. Die dürfen sich durch den Last-Minute-Sieg nun wieder Hoffnungen auf den Bundesliga-Aufstieg machen.

Nach seiner Verletzungspause konnte Christian Eichner wieder auf seinen Top-Stürmer Philipp Hofmann und den Ex-Fortunen Philip Heise (Gelbsperre) setzen. Routinier Daniel Gordon, am vergangenen Donnerstag noch Matchwinner beim HSV, kehrte zunächst auf die Bank zurück. Der KSC spielte in einem 4-2-3-1-System gegen eine Fortuna, bei der mit dem Ex-Karlsruher Hennings und Karaman die beiden besten Torschützen zunächst draußen waren.

Alexander Groiß (KSC 20) am Ball im Angriff gegen Kevin Danso (Düsseldorf 4)
Alexander Groiß (KSC 20) am Ball im Angriff gegen Kevin Danso (Düsseldorf 4) im Hinspiel im Dezember 2020. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Schon nach knapp zehn Minuten führte der KSC, obwohl bis dato noch kein Torschuss zu Buche stand. Der Grund: Fortunas Danso hatte eine scharfe Hereingabe von Thiede ins eigene Tor befördert. Den direkten Ausgleich hatten die Gastgeber trotz einiger Möglichkeiten verpasst. Der KSC hatte nun mehr vom Spiel und machte den Düsseldorfern das Durchkommen nicht leicht.

Fortuna lange ohne offensive Mittel gegen KSC-Defensive

Erst eine Unachtsamkeit von Heise brachte Düsseldorf wieder ins Rennen, als er nach einem abgeblockten Schuss gegen Fortunas Klaus zu spät kam und Schiedsrichter Alt auf Strafstoß entschied. Kownacki stellte schließlich nach etwas mehr als einer halben Stunde den Ausgleich her.

Der Düsseldorfer Torschütze zum 1:1 Dawid Kownacki (l) jubelt, rechts Karlsruhes Christoph Kobald.
Der Düsseldorfer Torschütze zum 1:1 Dawid Kownacki (l.) jubelt, rechts Karlsruhes Christoph Kobald. Bild: Roland Weihrauch/dpa

Der KSC ließ sich durch den Ausgleichstreffer nicht weiter beeindrucken, brachte aber auch nichts Zählbares mehr bis zum Pausenpfiff. Bis zur Einwechslung ihrer beiden Top-Stürmer nach gut einer Stunde hatte die Fortuna zwar die Feldüberlegenheit, allerdings fehlte weiterhin die notwendige Durchschlagskraft. Dann wurden die Gastgeber immer stärker und kamen dem Führungstreffer näher.

Per Elfmeter: Wanitzeks schnelle Antwort 

Fortuna-Coach Uwe Rösler wechselte weiter offensiv, was sich nach 73 Minuten auszahlen sollte. Karaman, Hennings und schließlich Borello veredelten zur zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Düsseldorfer Führung.

Doch die Karlsruher Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Als Gondorf in den Strafraum auf Hofmann flanken wollte, ging der Stoßstürmer plötzlich zu Boden. Erneut entschied das Schiedsrichter-Gespann auf Strafstoß – diesmal für die Badener.

Die Karlsruher Marvin Wanitzek, Marco Thiede und Philipp Hofmann bejubeln die 1:0 Führung durch ein Düsseldorfer Eigentor.
Die Karlsruher Marvin Wanitzek, Marco Thiede und Philipp Hofmann bejubeln die 1:0-Führung durch ein Düsseldorfer Eigentor. Bild: Roland Weihrauch/dpa

Marvin Wanitzek übernahm vom Punkt die Verantwortung und verwandelte zehn Minuten vor dem Ende souverän zum 2:2. Das vierte Unentschieden nach der Quarantäne-Pause für den KSC schien sich anzubahnen.

Knock-out in letzter Sekunde

Düsseldorf rannte in der Schlussphase energisch an. Gersbeck behielt in der 85. Minute im Eins gegen Eins-Duell gegen Hennings die Nerven, der zudem wegrutschte. Es lief schon die fünfte Minute der Nachspielzeit, da passierte es doch noch: Eine Hereingabe der Fortuna prallte vom Aluminium vor die Füße von Appelkamp, der den Ball zum Last-Minute-Sieg über die Linie drückte.

Shinta Appelkamp (l) brachte Düsseldorf beim Sieg gegen Osnabrück in Führung.
Düsseldorfs Shinta Appelkamp (l.) im Spiel gegen Osnabrück. Bild: Marius Becker/dpa

Trotz der Niederlage gab es nach dem Spiel aber auch einigermaßen fröhliche Gesichter beim KSC, etwa bei Marius Gersbeck oder Sportdirektor Oliver Kreuzer - wohl auch, weil der KSC eine starke Leistung über die gesamte Spielzeit zeigte und die Mannschaft nach der Quarantäne-Pause gute Auftritte hinlegte.

Schon am Wochenende könnte der KSC der Fortuna beim Projekt Wiederaufstieg "behilflich" sein, wenn die Badener in Franken gegen Greuther Fürth antreten.

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