Tiefe Enttäuschung nach der 0:5-Pleite des KSC gegen St. Pauli. (Archivbild)
Bild: Axel Heimken (dpa)
Wenn der KSC auf St. Pauli trifft: Warum die Partie ein Wiedersehen mit alten Bekannten ist und wer die meisten Tore gegen den Kiez erzielt hat
Karlsruhe
01.11.2019 14:09
Der KSC macht einen Ausflug auf die Reeperbahn - also fast zumindest, liegt das Millerntor nicht weit vom Kiez in St. Pauli. Wenn am Samstag die Karlsruher zu Gast im hohen Norden sind (Anpfiff 13 Uhr), dann wird es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Denn gefühlt arbeitet mittlerweile der halbe Wildpark für St. Pauli.

Für einen wird die Partie beim FC St. Pauli etwas ganz, ganz Besonderes: Kyoung-Rok Choi. Der 24 Jahre alte Südkoreaner war 2012 von Seongnam FC, einem Universitätsclub, zum FC St. Pauli gewechselt. Doch beim Kiez-Club schaffte er es nicht zum Stammspieler, wechselte auch aus diesem Grund zum KSC.

Inzwischen ist Choi, der in St. Pauli auch unter Ex-KSC- Coach Markus Kauczinski trainierte und der in Hamburg noch etliche Freunde und Bekannte hat, im Badischen vom Bankdrücker zum Stammspieler aufgestiegen.

Kyoung-Rok Choi am Ball stürmt gegen Hannovers Cedric Teuchert. (Archivbild) Bild: Tim Carmele/TMC-Fotografie

Während beim KSC in der Liga nach sechs Spielen in Serie ohne Niederlage die Tendenz nach oben zeigt, ging's beim Kiez-Klub zuletzt abwärts. Es gab zwei 0:1-Niederlagen. Auch im Pokal: Gegensätzliche Ergebnisse und Erfahrungen. Der KSC erreichte das Achtelfinale, sicherte sich knapp 700.000 Euro. Die Hanseaten verloren das Heimspiel gegen Frankfurt - kassierten nichts, bleiben in einer Abwärtsspirale. Auch daher wurde Pauli- Trainer Jos Luhukay zuletzt etwas lauter als gewohnt.

Mehr Zuschauer heißt nicht mehr Erfolg

Der Niederländer Luhukay ist beim FC St. Pauli als Cheftrainer der Nachfolger von Markus Kauczinski. "Kaucze", lange Jahre beim KSC angestellt, war 47 Spiele als Cheftrainer für die Kiez-Kicker verantwortlich, wurde trotz des Punkteschnitts von 1,43 Zähler pro Partie entlassen. Beim Remis des KSC gegen Hannover war er übrigens im Wildpark, hat wohl vor Ort seinem alten Team die Daumen gedrückt.

Markus Kauczinski war bis 2016 Trainer beim KSC, von 2017 bis 2019 bei St. Pauli. Bild: fu-sportfotografie

Einer im Pauli-Kader sticht hervor: Mittelfeldmann Mats Möller Daehli. Der 24 Jahre alte Norweger ist bis dato - laut Fachmagazin "Kicker" - der beste Spieler in Liga zwei. Von den Blau-Weißen werden zwei Spieler in den "Top Ten" geführt. Abwehrchef Daniel Gordon belegt Rang sechs, Torjäger Philipp Hofmann Position zehn.

Auf einem Gebiet sind die Norddeutschen dem Wildparkclub außerdem weit überlegen - beim Zuschauerschnitt. Während bei St. Pauli im Schnitt 29.455 Fans pro Heimspiel ins Stadion pilgern, sind es beim KSC viel weniger: 13.540 Fans.

Viele mit "Fächerstadt-Erfahrung"

Im Norden setzt man wohl auf ehemalige KSC-Profis, so steht gefühlt der halbe Wildpark in St. Pauli auf dem Rasen. Zum Beispiel Defensivspezialist Niklas Hoffmann. Der inzwischen 22 Jahre alte gebürtige Landauer wurde die KSC-Jugend ausgebildet, ehe er über den SC Freiburg beim FC St. Pauli landete. Mittlerweile hat er sich im Profikader etabliert. Kam der 194-Zentimeter-Hüne in der vergangenen Saison noch in der Regionalliga zum Einsatz, schaffte es in der laufenden Spielrunde auf drei Startelfeinsätze in der zweiten Bundesliga, wurde zudem dreimal eingewechselt. Spielzeit: 320 Minuten.

Niklas Hoffmann Bild: Caro Reisenauer

Auch Dimitrios Diamantakos trug schon das KSC-Trikot. Der "Diamant", der fünf Länderspiele für Griechenland absolvierte, wurde seinerzeit von Argirios Giannikis, dem Ex-Assistenten von Markus Kauczinski, in den Wildpark gelockt. Beim KSC traf er in 54 Spielen 14 Mal ins gegnerische Netz, bereitete neun Tore vor. Seit 2018 spielt er für St. Pauli, in dieser Saison erzielte er bereits vier Treffer, war an zwei Vorlagen beteiligt.

(Archivbild) Bild: fu-sportfotografie

Auch abseits des Spielfelds setzt man in St. Pauli auf Karlsruher Expertise: Im Management der Paulianer arbeitet Carsten Rothenbach. "Rothe" ist Assistent des Sportdirektors. Geboren wurde er in Heidelberg, ist mittlerweile 39 Jahre alt. Von 1997 bis 2006 war er beim KSC aktiv. Der 1,85 Meter große, ehemalige Abwehrspieler bestritt für die Badener 101 Spiele in der zweiten Bundesliga, in denen er fünf Tore erzielte. Teamkollege einst: KSC-Assistenzcoach Christian Eichner.

KSC in St. Pauli stark

An das letzte Duell in Hamburg erinnert sich beim KSC keiner gern. Am 27. Februar 2017 kassierten die Badener eine empfindliche 0:5-Schlappe. Die Gesamtbilanz: Von 32 Spielen gewann der KSC neun, elf Begegnungen endeten remis. Da hat in diesem Vergleich St. Pauli die Nase vorn.

Die letzte Partie endete mit einem 5:0 für St. Pauli. Bild: Axel Heimken (dpa)

Aber: Der KSC konnte immerhin fünf Auswärtserfolge feiern. Zuletzt am 18. Dezember 2015. Da schaffte der KSC ein 2:1 am Millerntor. Torschützen: Manuel Torres und Diamantakos. Bester Torschütze im KSC-Trikot gegen Pauli: Sean Dundee. Das "Tor-Krokodil" erzielte bei drei Auftritten vier Treffer.

Sean Dundee (Archivbild) Bild: dpa

 


KSC gegen St. Pauli



KSC vs. FC St. Pauli

18.09.2016, xfux, Fussball 2.Bundesliga, Karlsruher SC - FC St.Pauli, emspor emonline, v.l. Aziz Bouhaddouz (FC St. Pauli), Franck Kom (Karlsruher SC KSC) Dimitrios Diamantakos im Zweikampf mit Daniel Buballa (FC St. Pauli) 18.09.2016, xfux, Fussball 2.Bundesliga, Karlsruher SC - FC St.Pauli, emspor emonline, v.l. Aziz Bouhaddouz (FC St. Pauli), Enrico Valentini (Karlsruher SC KSC) 18.09.2016, xfux, Fussball 2.Bundesliga, Karlsruher SC - FC St.Pauli, emspor emonline, v.l. Trainer Tomas Oral (Karlsruher SC KSC) gibt Anweisungen, gestikuliert, mit den Armen gestikulieren gives instructions, gesticulate, gesticolando.

 

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