Alois Schwartz
Der Karlsruher Trainer Alois Schwartz.
Bild: Uli Deck/Archivbild
Mit drei Niederlagen in die Länderspielpause: An diesen Stellschrauben muss Chef-Trainer Alois Schwartz beim KSC nun drehen
Karlsruhe
09.09.2019 08:21
Die Rückkehr des Karlsruher SC in die zweite Liga ist nach zwei Siegen in zwei Spielen zuletzt ins Stocken geraten: Drei Niederlagen in Folge kassierten die Badener gegen die drei Nordklubs Holstein Kiel, Hamburger SV und VfL Osnabrück. Die Länderspielpause, in der die deutschen Profi-Ligen pausieren, hätte für die Blau-Weißen wohl zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Ausreichend Zeit für den Aufsteiger, um an einigen Stellschrauben zu drehen, damit es bald wieder erfolgreicher läuft.

Ob vor oder nach den Spielen: Im Rahmen der Spieltags-Pressekonferenzen wurde Alois Schwartz nicht müde zu betonen, wie ausgeglichen die zweite Liga ist und mahnte zugleich vor leichtsinnigen Fehlern. Wie recht der erfahrene Karlsruher Fußball-Lehrer damit behalten sollte, haben die letzten drei Liga-Auftritte gezeigt - 3:9 Tore in den drei Spielen zeigen, wo bei den Karlsruhern der Schuh drückt.

Zunächst aber das Positive: Mit sechs Punkten liegt man solide im Mittelfeld, hatte einen guten Start und auch die Neuzugänge - allen voran Lukas Fröde und Philipp Hofmann - konnten super integriert werden. Auch der kämpferische Einsatz stimmte in allen Spielen. Doch wie Schwartz richtig erkannte: Um in Deutschlands zweithöchster Spielklasse erfolgreich zu sein, reicht das allein aber nicht aus.

Karlsruher SC - Hamburger SV, 25.08.2019, Herren, Saison 2019/2020, 2.Liga, Fußball,  Heimspiel, Wildparkstadion, Karlsruhe, Germany, GER
Torjubel durch Philipp Hofmann (KSC 33) Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Den Reset-Knopf drücken

Was ist also noch zu tun in der pflichtspielfreien Zeit? Drei Niederlagen, insbesondere wie sie der KSC zuletzt kassierte, tun weh - vor allem mental. Das Trainerteam muss nach dem ersten Saisonabschnitt also den mentalen Reset-Button bei seinen Jungs finden. Die Fehler der vergangenen Spiele verdrängen und zugleich versuchen zu verbessern. Der 7:1-Kantersieg im Testspiel gegen Verbandsligist SV Mörsch in der vergangenen Woche dürfte dazu beitragen, wieder etwas mehr Selbstbewusstsein bei den Wildpark-Kickern zu entfachen.

Bessere Chancen-Verwertung

Eine weitere Schraube, woran die Badener drehen müssen, zeigt nochmals ein Blick auf das Torverhältnis der vergangenen drei Spiele: Nur drei Treffer konnten die Blau-Weißen erzielen. Dabei gab es ausreichend Gelegenheiten: Sieben Torschüsse in Osnabrück, neun in Kiel und sogar 13 Torabschlüsse gegen den HSV standen in der Karlsruher Arbeitsbilanz.

Ausreichend Möglichkeiten also, um Tore zu erzielen. Doch die Statistik zeigt auch, dass beim KSC mehr Schüsse das Tor verfehlten, als dass sie den gegnerischen Torhüter in Verlegenheit bringen konnten. 17 Mal am Tor vorbei, nur zwölf auf das gegnerische Gehäuse.

Marvin Pourié (KSC 9) rettet den Ball vor dem Aus. Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Ein Sinnbild dafür ist Marvin Pourié. Der Torschützenkönig der vergangenen Drittliga-Saison durchlebt gerade eine Torflaute. Erst einen Saisontreffer ist ihm bislang gelungen, Chancen gab es ausreichend. Eine zentrale Aufgabe der noch verbliebenen Pause muss es sein, den Torjäger wieder in die Spur zu bekommen.

Konsequentere Manndeckung

Was vorne schleppend läuft, wird hinten eiskalt quittiert. Neun mal schlug es bei den drei Niederlagen im Kasten von Benjamin Uphoff ein. Beim so genannten "Spiel gegen den Ball" muss sich der KSC deutlich verbessern. Zu oft hatten die Gegner bei den Gegentoren zu viel Raum.

Sinnbildlich stehen dafür das 0:2 von Sonny Kittel, das 2:4 durch Jairo im Spiel gegen den HSV aber auch das erste Tor durch VfL-Angreifer Marcos Alverez in Osnabrück. Es zeigt, wie sträflich es ist, wenn die Angreifer im Karlsruher Strafraum viel Platz haben.

Jubel
Der HSV jubelt nach dem 2:0 durch Sonny Kittel. Bild: Uli Deck

Künftig muss es also noch besser gelingen, eng an den Gegenspielern zu sein und Spielern mit großer Qualität möglichst wenig Raum zu bieten. Nur so kann man defensiv an Stabilität gewinnen. Dabei sind nicht nur die Verteidiger gefordert, auch die robuste Physis des Stürmer-Duos Pourié und Hofmann kann helfen, um das Aufbauspiel des Gegners früh zu unterbinden und einfache Gegentreffer zu verhindern.

Schwartz und das Wiedersehen mit der Vergangenheit

Am kommenden Freitag geht es im Liga-Alltag unter Flutlicht im Lokalderby gegen den SV Sandhausen weiter. Für Karlsruhes Trainer ein Wiedersehen mit der alten Liebe. In der Kurpfalz schaffte Schwartz seinen Durchbruch als Cheftrainer, in dem er den Klub aus der Heidelberger Vorstadt als Zweitligist etablierte.

Eine Woche später geht es nach Nürnberg. Dort treffen die Badener nicht nur auf einen ambitionierten Bundesliga-Absteiger, sondern auch auf einen tabellarischen Nachbarn. Aktuell belegt der Klub rang neun vor dem KSC. Zudem stößt Alois Schwartz auf ein weiteres Kapitel seiner beruflichen Vergangenheit: Zwischen Juni 2016 und März 2017 war er Trainer im Frankenland.

Bestimmt wird der Chef-Coach seine Erfahrungen mit den beiden Klubs auch nutzen wollen, um mit dem KSC wieder auf die Siegerstraße zu finden. Doch Fakt ist: Am Ende zählen im Fußball Ergebnisse - und die sollten die Blau-Weißen demnächst einfahren, damit die Fans auch weiterhin die Zweitliga-Rückkehr genießen können.

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