VfB Stuttgart - Karlsruher SC
Stuttgarts Mangala und Ascacibar feiern nach Spielende, Karlsruhes Pourie ist enttäuscht.
Bild: Christoph Schmidt/dpa
Derby-Analyse: Im Mittelfeld lange Zeit stabil, doch offensiv kam nichts vom KSC
Karlsruhe
25.11.2019 08:03
Im ersten Derby zwischen dem VfB Stuttgart und dem Karlsruher SC seit knapp zweieinhalb Jahren zogen die Badener den Kürzeren. Eine Mittelfeldraute sollte für die notwendige Stabilität beim KSC sorgen, doch das ging nur rund eine Stunde gut, ehe die favorisierten Stuttgarter effektiv wurden. Offensiv brachte der KSC kaum Gefährliches zustande.

Im brisanten Derby gegen Erzrivale VfB Stuttgart lag bereits vor der Partie, wie so oft, ordentlich Zündstoff in der Luft. Beschmierte Bahnen in der Fächerstadt durch Stuttgarter Chaoten und Sticheleien zwischen Alois Schwartz und VfB-Trainer Tim Walter warfen unter der Woche ihre Schatten auf das brisanteste Duell in Baden-Württemberg voraus.

VfB Stuttgart - Karlsruher SC
Stuttgarts Philipp Förster (3.v.l) wird nach seinem Tor zum 1:0 von Nicolas Gonzalez (l) und Mario Gomez (2.v.l) gefeiert. Bild: Tom Weller/dpa

Taktisch entschied sich Alois Schwartz im Vergleich zum Aue-Spiel für eine Rautenformation im Mittelfeld, hinter den Sturmspitzen Marvin Pourié und Philipp Hofmann. Personell rückte Kyoung-Rok Choi für Marc Lorenz in die Startelf.

KSC kann Riesenpatzer nicht nutzen

Den druckvoll agierenden Stuttgartern setzte der KSC viel Kompaktheit entgegen und ließ so wenig gefährliche Torraumszenen zu. Vor dem Stuttgarter Tor brachte die Schwartz-Truppe insgesamt nur wenig Zählbares zusammen. "Sie hatten zunächst keine guten Möglichkeiten. Wir konnten die Umschaltmomente nicht nutzen", so Schwarz nach dem Spiel.

KSC-Coach
Der Karlsruher Trainer Alois Schwartz fordert mehr Respekt ein. Bild: Uli Deck/dpa

Nach einer torlosen ersten Hälfte hatte der KSC quasi mit dem Anstoß zum zweiten Abschnitt seine beste Möglichkeit der gesamten Partie. "Wir hatten zu Beginn des zweiten Durchgangs eine Riesenmöglichkeit, die musst du einfach nutzen", trauerte Schwartz der Chance durch Manuel Stiefler hinterher.

Der Schuss gegen das Alu

Der Mittelfeldmann nutze einen Blackout von Stuttgarts Kapitän Marc-Oliver Kempf nicht. Der hatte ihm zuvor einen vermeintlich einfachen Querpass direkt in die Füße geschoben, sodass Stiefler alleine auf Torwart Gregor Kobel zugelaufen war, die Kugel allerdings an den Pfosten setzte und beim Nachschuss der Stuttgarter Schlussmann dann zur Stelle war. Marvin Wanitzek vergab kurz danach eine weitere Torchance, ehe der VfB wieder mehr und mehr an Spielkontrolle gewinnen und seine Überlegenheit diesmal auch in Zählbares ummünzen konnte.

David Pisot gegen Mario Gomez
David Pisot (l.) vom Karlsruher SC in Aktion gegen Mario Gomez vom VfB Stuttgart. Bild: Tom Weller/dpa

Nach einer Ecke fand ein Schuss von Stuttgarts Philipp Förster, unhaltbar abgefälscht von Fröde, den Weg ins Karlsruher Tor. Eine Viertelstunde später erhöhten die Schwaben auf 2:0, nachdem der ehemalige Nationalspieler Gonzalo Castro Mangala mustergültig bedient hatte. Der KSC konnte wenig dagegensetzen, kam kaum dazu Tormöglichkeiten zu kreieren.

 

Auch Edeljoker Anton Fink konnte die Offensive nicht beleben. In der Nachspielzeit schraubte Stuttgart das Ergebnis durch Al Ghaddioui schließlich auf 3:0, trotz Unterzahl, nachdem VfB-Kapitän Kempf nach grobem Foulspiel wenige Minuten zuvor den Platz verlassen musste. Nach sieben Punkteteilungen in Folge muss der KSC im insgesamt 50. Derby wieder eine Niederlage hinnehmen.

Lade TED
 
Ted wird geladen, bitte warten...
 

Alles rund ums Derby: 

Erste Niederlage nach sieben Unentschieden: KSC verliert im Derby beim VfB Stuttgart 0:3

Von wegen Gegner und Derby: Stuttgart ist fest in badischer Hand - fast ein Heimspiel für den KSC

Appell vor badisch-schwäbischem Derby: Ministerpräsident Kretschmann am Kickertisch

Vor Derby gegen den KSC: VfB-Trainer verspricht Sieg ohne Gegentor gegen Karlsruhe

KSC-Keeper Uphoff über das Derby gegen den VfB: "Wenn kein Tor fällt, dann kann die Stimmung der Heimfans schnell kippen - zu unseren Gunsten"

"Fanliebe" vor dem Fußball-Derby des KSC schadet der Allgemeinheit: "Kosten für die Reinigung der Bahn zahlt jeder Karlsruher mit"

Nach den Bahnen jetzt das Wahrzeichen vor dem Wildpark: Nackter Mann mit roter Farbe beschmiert

Es ist nicht mehr möglich, Kommentare zu diesem Artikel zu verfassen.
5 Kommentare