Bild: Thomas Riedel
Jetzt ermittelt der DFB gegen den KSC: Hat die Pyroshow beim Stadion-Abschied ein Nachspiel?
Karlsruhe
07.11.2018 16:21
Am vergangenen Samstag wurden rings um das Spielfeld unzählige Bengalo-Fackeln gezündet - der emotionale Höhepunkt der Abschiedsfeier für das Wildparkstadion. Nun berichtet "liga3-online", dass der DFB Ermittlungen gegen den Karlsruher SC eingeleitet haben soll.

45 Minuten nach Spielende, gerade als Sabine Wittwer den Teil der Hymne "Für immer KSC" sang, indem es um das "Feuer" geht, das in den Fans brennt, entzündeten die Supporters Karlsruhe rings um das Spielfeld Bengalos. Ein geplanter Teil der Abschiedsveranstaltung für das Wildparkstadion. Das Bild des "brennenden" Stadions ging Tage danach um die Welt - und machte nun offenbar auch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf das Spektakel aufmerksam.

Noch der laufende Spieltag oder eine neue Veranstaltung?

Laut liga3-online.de (externer Link) habe der Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren gegen den KSC eingeleitet. Der Grund: Das Abbrennen von Pyrotechnik während des Spiels ist laut den Statuten des Verbands untersagt. Doch der Karlsruher Verein widerspricht: Es habe sich bei der Verabschiedung um eine Zweitveranstaltung gehandelt, die im Anschluss an den Spieltag stattgefunden hat. Dies habe man dem DFB und der Stadt Karlsruhe auch entsprechend mitgeteilt.


Abschiedsspiel Wildparkstation


Nach dem Spiel hat Stadionsprecher Martin Wacker über die Lautsprecher durchgegeben, dass der Spieltag mit der Pressekonferenz beendet sei, und sich eine Veranstaltung der Supporters Karlsruhe anschließe. Damit sei die Veranstaltung eigentlich nicht in den Zuständigkeitsbereich des DFB gefallen. Diesen Rahmen will der DFB nun offenbar prüfen.

Wird nun eine Strafe fällig?

Das Nachrichtenportal "liga3-online.de berichtet weiter, dass es bereits 2014 einen ähnlichen Fall gegeben habe: Damals hat sich Erfurt von seinem Stadion mit einer Pyroshow verabschiedet. Damals verhängte der DFB eine Strafe in Höhe von 15.000 Euro. Auch die Erfurter seien davon ausgegangen, dass es sich bei der Aktion um eine eigene Veranstaltung handle. Die Begründung: Bei Bundesspielen sei der Einsatz von Pyrotechnik untersagt.

Wenn diese Regel auch beim KSC angewendet wird, könnte es teuer werden. Legt man den zu Saisonbeginn eingeführten Strafenkatalog zugrunde, würden pro Fackel 350 Euro Strafe fällig - bei 180 eingesetzten Fackeln würde das also in der Summe 63.000 Euro ergeben.

Aktualisierung, 16.49 Uhr:

Nun äußert sich auch der KSC in einer Stellungnahme: "Im Laufe des heutigen Tages wurde der Karlsruher SC vom DFB um eine Stellungnahme zum Meisterschaftsspiel zwischen dem KSC und dem FC Würzburger Kickers gebeten. Hierzu informiert der KSC: Die Veranstaltung des Meisterschaftsspiels des KSC gegen die Würzburger Kickers am vergangenen Samstag wurde nach der Pressekonferenz mit einer Durchsage des Stadionsprechers formal und ordnungsgemäß beendet.

Danach fand im Wildparkstadion eine neue Veranstaltung "Abschied Wildparkstadion" statt. Diese Veranstaltung war eine separate Veranstaltung. Veranstalter war der Verein "Supporters Karlsruhe 1986 e.V.". Zu dieser wurde zwischen den "Supporters Karlsruhe 1986 e.V." und den Behörden Branddirektion, Polizei, Bauordnungsamt, Ordnungs- und Bürgeramt sowie dem städtischen Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark behördliches Einvernehmen hergestellt und alle erforderlichen Genehmigungen erteilt."

Aktualisierung, 8. November:

Nun melden sich auch die Supporters Karlsruhe, die Veranstalter der Abschiedsshow zu Wort: "Es war uns als Supporters Karlsruhe 1986 e.V., offizieller und vereinsunabhängiger Fandachverband des Karlsruher SC, daher eine besonderes Ansinnen, gemeinsam mit der Fanszene des KSC dem Abschied vom Wildpark einen besonderen Rahmen zu geben und allen KSC-Fans hierzu eine kostenlose Abschiedsshow zu bieten! Diese angemeldete und letztlich durch die Stadt- und Ordnungsbehörden genehmigte Veranstaltung wurde offiziell nach Abschluss der DFB-Veranstaltung des Drittligaspieles "Karlsruher SC gegen die Würzburger Kickers" und unabhängig hiervon eröffnet.

Im Rahmen dieses würdigen Abschiedes von unserem Stadion kam es im Finale der Veranstaltung auch zum organisierten Abbrennen von Handfackeln im Stadioninnenraum. Auch hierfür lag uns die notwendige Genehmigung vor! Die Fackelträger waren im Vorfeld eingewiesen und die Standposition jedes einzelnen festgelegt. Eine entsprechend positiv ausgefallene Stellungnahme eines Pyrotechnikers lag außerdem im Zuge des Genehmigungsprozesses vor.

Da wir als Verein nicht dem DFB angeschlossen sind, weisen wir jegliche Einmischung und Ermittlung des Fußballverbandes bezüglich unserer Veranstaltung entschieden zurück! Wir sind überrascht, dass der Verband hier bewusst eine Konfrontation mit dem KSC sucht. Einzig allein wir als Veranstalter wären der richtige Adressat für Fragen des Verbandes, denen gegenüber wir wiederum aufgrund deren Nichtzuständigkeit nicht aussagepflichtig sind. Wir werden die weiteren Schritte des Verbandes beobachten und gegebenenfalls auch rechtlich über ordentliche Gerichte dagegen vorgehen! Unsere Veranstaltung. Unsere Spielregeln."

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