KSC-Geschäftsführer Michael Becker.
KSC-Geschäftsführer Michael Becker.
Bild: Carsten Kitter
Der KSC stellt seine Jahreszahlen vor: Wie gut hat das neue Präsidium seine Arbeit gemacht?
Karlsruhe
03.10.2021 06:00
Seit über einem Jahr ist Holger Siegmund-Schultze Präsident des Karlsruher SC - des Karlsruher SC, der sich zur gleichen Zeit nur mit knapper Not vor einer Insolvenz retten konnte, von Corona und internen Umbrüchen geplagt - keine leichte Herausforderung für sein neues Präsidium. Hat es den Verein in diesem ersten Jahr wieder in (finanziell) sichereres Fahrwasser lenken können? Die Zahlen des Jahresabschlusses sprechen hier eine eindeutige Sprache.

Corona hat viele Unternehmen finanziell gebeutelt, der Karlsruher SC ist da keine Ausnahme. Zwar haben die neuen Corona-Regeln den Verein im vergangenen Geschäftsjahr knapp 5,2 Millionen gekostet, im Endeffekt sei der KSC durch die "konsequente Einhaltung der finanz- und Investitionsstrategie" aber "relativ gut" durch die Krise gekommen. Das erklärt Geschäftsführer Michael Becker bei der Pressekonferenz am Donnerstag.

Jahrespressegespräch zum Karlsruher Sport-Club Mühlburg Phönix GmbH & Co. KGaA Bild: Verena Müller-Witt

"Andere Fußballvereine hat es schlimmer getroffen"

5,8 Millionen Euro Schulden sollen bis zum 30. Juni für die Saison 2020/2021 angesammelt worden sein, die Verbindlichkeiten summierten sich von 10,669 auf 12,914 Millionen Euro. "Insgesamt können wir trotzdem zufrieden sein. Die Verluste sind natürlich stark durch Sondereffekte wie Stadionbau und Corona-Verluste geprägt. Wenn man aber in die Unternehmerschaft schaut, dann gibt es viele, die es weitaus schlimmer getroffen hat - auch andere Fußballvereine", so Becker.

Grund für diese "relative Zufriedenheit" seien unter anderem Verbesserungen bei den operativen Geschäften. Hier liege "kein negatives Ergebnis" mehr vor, heißt es seitens des KSC. Dennoch seien Hilfsmittel nötig gewesen, damit der Verein die Corona-Krise bewerkstelligen könne. Hier schlugen vor allem die teuren Testungen, zirka 20.000 Euro, und die Ausfälle bei den Ticketverkäufen zu Protokoll.

Der KSC darf sich auf die Rückkehr seiner Fans in den neuen Wildpark freuen.
Auch der KSC muss Einbußen wegen Corona hinnehmen Bild: Thomas Riedel

So musste Fremdkapital in Form eines Kredits der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) von drei Millionen Euro aufgenommen werden. Hier soll der Verein vier Jahre Zeit erhalten, um den Betrag zurückzuzahlen.

Aus diesem Grund rechne der Geschäftsführer damit, dass das Corona-Defizit erst wieder in zirka fünf Jahren ausgeglichen sei. Aber: Für diese und für die nächste Saison, soll der Verein bereits finanziell abgesichert sein. "Uns ist es gelungen, uns bis zur Fertigstellung des Stadions komplett abzusichern", führt Becker weiter aus, betont aber, dass es hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung noch keine genauen Prognosen gebe.

Trotz Umsatzverlust - Becker lobt Zusammenarbeit mit Schultze

Einen Gewinn habe der KSC durch die Aktienverkäufe erzielen können: Mit diesen 800.000 Euro konnte der Verein damit sein Eigenkapital aufstocken. Diese wurden wiederum in den Stadionbau investiert. Des Weiteren konnte beim Personal fast eine Million Euro eingespart werden, so Becker.

Insgesamt fiel der Umsatz aber von 22,5 Millionen Euro - trotz Corona-Krise - auf "nur" zirka 19 Millionen Euro - auch ein Verdienst des neuen KSC-Präsidenten Holger-Sigmund Schultze?

Auf Nachfrage der Redaktion antwortet Becker bescheiden: "Ich glaube, das ist weniger meine Aufgabe, das zu bewerten. Generell ist die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und Beirat sehr gut. Ich glaube, das hat man in den vergangenen Wochen auch gut gesehen."

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