Dorotheé Springmann
Dorotheé Augustin wollte beim KSC die erste Präsidentin werden. Geklappt hat das nicht. Jetzt ist Sie in anderer Funktion für den KSC tätig.
Bild: Springmann
Keine KSC-Präsidentin - trotzdem ganz nah am Klub: Dorothee Augustin im Interview
Karlsruhe
10.10.2020 06:00
Vor wenigen Wochen wollte Dorothee Springmann, nach ihrer Heirat heißt sie inzwischen Augustin, die erste Präsidentin des KSC werden. Sie erreichte ein respektables Wahlergebnis, schaffte es aber nicht auf den Chefsessel beim Wildparkclub. Inzwischen steht Frau Augustin in der Frauenfußballabteilung des KSC in der Verantwortung. In welcher Funktion? Auch darüber sprach Peter Putzing mit ihr.

Frau Augustin, am kommenden Mittwoch ist Mitgliederversammlung des KSC. Sind Sie enttäuscht, dass Sie da nicht als Präsidentin fungieren?

Direkt nach der Wahl war ich schon enttäuscht, aber nur kurz. Dann hat sich auch eine Erleichterung breit gemacht. Der Stress ließ nach, das war dann ganz gut so. Nun bin ich bereit, mit frischem Wind an neue Aufgaben heranzutreten, um etwas zu bewirken!

Was sagen Sie zur Arbeit des aktuellen Präsidiums?

Schwieriges Thema. Die aktuelle Situation ist für das Präsidium nicht gerade leicht. Die finanzielle Situation ebenso wenig. Die sportlichen Misserfolge der aktuellen Profimannschaft müssen wir nicht thematisieren. Das Präsidium hat noch viel Arbeit vor sich.

Haben Sie weiterhin einen Job in einem Gremium, zum Beispiel den Aufsichtsrat, im Visier, um im Club Einfluss nehmen zu können?

Es gibt im Moment Gespräche in diese Richtung, die sind allerdings noch nicht beendet, zudem wird darüber noch im Beirat gesprochen. Daher kann ich nichts Genaueres sagen.

Sie sind jetzt aktiv bei der KSC Frauenfußballabteilung. Was genau ist Ihr Aufgabenbereich?

Ich bin dort für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. An Spieltagen unterstütze ich natürlich auch die Mannschaft, sowie die Betreuer und das Trainerteam. Ansonsten koordiniere ich Pressetermine und kümmere mich um Termine außerhalb der Spieltage. Solch eine Leistung wie sie von den Mädels erbracht wird, muss in der Öffentlichkeit einfach besser wahrgenommen werden und Anklang finden.

Wie kamen Sie zu diesem Job?

Abteilungsleiter Helmut Behr hat mich kontaktiert. Er habe während des Medienhypes, der um mich während der Kandidatur umgeben hat, gemeint, ich hätte mich medial von allen Kandidaten am besten verkauft. Und er meinte, ob es nicht möglich wäre, diesen Hype für die Frauenabteilung des KSC positiv zu nutzen. Ich musste nicht lange überlegen, es war mir schnell klar, dass mir das Spaß machen würde. Ich habe mich mit den Fußballerinnen und dem Staff schnell wohlgefühlt. Es sind wirklich tolle Charaktere, die alles für Ihren Sport geben.

Die Frauenmannschaft des KSC.
Die Frauenmannschaft des KSC. Bild: Dorothee Augustin

Sind Sie auch für die Sponsorengewinnung und deren Betreuung zuständig?

Ja, ich versuche neue Sponsoren zu gewinnen. Das Frauenteam hat Erfolg, ist in der Regionalliga, ist im DFB-Pokal eine Runde weiter. Bisher eine klasse Leistung der jungen Mannschaft. Das heißt aber auch: Die Auswärtsspiele sind nicht mehr um die Ecke. Das sind alles immense Kosten die jemand zu tragen hat. Vieles, sehr vieles wird von den Eltern geleistet. Es muss gelingen, dass die Mädels und deren Eltern nicht mehr alles aus der eigenen Tasche bezahlen müssen. Wir versuchen ein professionelles Umfeld und Infrastruktur zu schaffen, damit sich die Spielerinnen voll und ganz auf den Sport konzentrieren können. So sind Höchstleistungen möglich.

Sind Sie bei den Spielen dabei, auswärts und im Wildpark?

Ich bin immer dabei. Es macht mir Spaß, das ist das Wichtigste. Und die Wertschätzung der Beteiligten ist unbezahlbar. Die Leidenschaft, mit der hier agiert wird, steckt einfach an. Leider spielen wir aktuell nicht im Wildpark, sondern verrichten unsere Heimspiele bei der SG Siemens.

Augustin bei der Vorstellung zur KSC-Präsidentschaft im Autokino.
Augustin bei der Vorstellung zur KSC-Präsidentschaft im Autokino. Bild: Hammer Photographie

Was wollen Sie in und mit der Frauenabteilung bewirken? Ihre Ziele sind?

Wir sind in die Regionalliga Süd aufgestiegen, die entspricht der 3. Liga bei den Männern. Aktuell sind wir da Tabellenführer. Wir können in die Qualifikation zum Aufstieg in die 2. Bundesliga kommen. Mit dem aktuellen Kader ist das absolut machbar. Wir haben junge Talente und auch Spielerinnen, die schon höherklassig gespielt haben. Zudem haben wir ein tolles Trainer- und Betreuerteam. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga ist natürlich ein Ziel und ist absolut machbar. Die Strukturen werden gerade erarbeitet.

Haben Sie den KSC-Präsidentenjob endgültig abgehakt?

Vielleicht mache ich mir darüber in einigen Jahren nochmals Gedanken. Aktuell ist es kein Thema. Die Zusammenarbeit mit dem jetzigen Präsidium ist sehr gut. Im Moment gibt es keinen Grund, dass ich in vorderster Front stehe. Meine volle Aufmerksamkeit ist nun bei der Damenmannschaft – hier gibt es viel zu bewirken! Wir blicken in eine tolle Zukunft.

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