Der Karlsruher Trainer Christian Eichner.
Der Karlsruher Trainer Christian Eichner.
Bild: Uli Deck/dpa
Wie der KSC dem VfB beim Derby gefährlich werden kann - Cheftrainer Christian Eichner im Interview
Karlsruhe
11.06.2020 15:00
Das Derby KSC gegen den VfB Stuttgart birgt immer Brisanz. Diesmal vielleicht sogar noch etwas mehr. Denn: Beide Teams sind geradezu dazu verdammt, zu gewinnen. Der VfB, um den Aufstieg in die erste Bundesliga zu schaffen, der KSC um den Abstieg in Liga drei zu verhindern. KSC-Trainer Christian Eichner im Interview.

Herr Eichner,
der KSC schlittert in Richtung Liga drei. Was muss sich ändern?

Wir müssen in der Box, im letzten Drittel in der gegnerischen Hälfte, besser Fußball spielen. Wir treffen zu oft falsche Entscheidungen, dann kommt der Ball technisch nicht sauber zum Mitspieler.

"Besser Fußball spielen" - kann das dieser Kader?

'Besser Fußball spielen' heißt auch: Wenn ich zwei gegen null auf den Torwart zulaufe, dass ich dann den besser postierten Mitspieler sehe. Auch, dass man den Ball mit dem richtigen Tempo spielt. Das betrifft sowohl das Individuelle als auch das Mannschaftliche.

Das heißt: Sie sprechen diesem Kader die Zweitligatauglichkeit nicht ab?

Wir waren in jedem Spiel, seit ich Cheftrainer bin, konkurrenzfähig. Damit ist der Kader auch zweitligatauglich. Aber um das final zu belegen, müssen wir in der zweiten Liga bleiben.

Der Druck bei diesem Derby ist enorm hoch, ein Problem? 

Es beginnt die entscheidende Phase, das steigert grundsätzlich Anspannung und Druck. Aber das ist völlig normal. Der VfB hat den gleichen Druck, auf einem anderen Niveau. Damit halte ich mich aber nicht auf.

Wie kann der KSC das Spiel gegen Stuttgart gewinnen?

Es gibt Möglichkeiten, wie man dem VfB gefährlich werden kann. Das haben die Ergebnisse unserer Mitaufsteiger gegen sie gezeigt. Wir müssen einen perfekten Tag haben. Dann heißt es: An die defensive Stabilität anknüpfen, die die Mannschaft, seit Zlatan und ich übernommen haben, gezeigt hat. Wir haben wenig Gegentreffer bekommen. Aber leider auch wenig Tore geschossen. Da liegt der Hase im Pfeffer. Das müssen wir verbessern, da müssen wir effektiver werden.

Beim VfB sieht man es als Vorteil, dass dieses Derby ein Geisterspiel ist. Folglich ein Nachteil für den KSC?

Da gebe ich den Stuttgartern recht. Aber ich mache mir darüber keine großen Gedanken, ich kann es nicht ändern. Doch klar ist: Unsere Fans würden uns gegen einen qualitativ besseren Gegner schon helfen.

In Aue ließ Nachwuchsmann Dominik Kother sein Können aufblitzen - ist er eine Option für die Startelf?

Absolut. Wir denken auch in diese Richtung.

Haben Sie sich schon über die Taktik Gedanken gemacht?

Uns wird es nicht helfen, alle Busse vor unser Tor zu stellen, sprich: nur hinten drin zu stehen. Damit wir das Spiel gewinnen, müssen wir mindestens ein Tor erzielen.

Wo hat der VfB Schwächen?

Wenig, sie haben Probleme bei der Verwertung der Torchancen. In der Defensive bieten sie hin und wieder etwas an. Aber Sie haben in jedem Mannschaftsteil Spieler, die eine Etage weiter nach oben gehören.

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