Die Neuzugänge des KSC Fabio Kaufmann (KSC 37), Christian Eichner (KSC Trainer), Lazar Mirkovic (KSC 40) links unten Leon Jensen (KSC 6), Lucas Cueto (KSC 17)
Die Neuzugänge des KSC Fabio Kaufmann (KSC 37), Christian Eichner (KSC Trainer), Lazar Mirkovic (KSC 40) links unten Leon Jensen (KSC 6), Lucas Cueto (KSC 17)
Bild: Carmele/TMC-Fotografie.de
Neue Spieler, alte Stärken? Wie gut ist der KSC-Kader zur kommenden Saison aufgestellt, Herr Eichner?
Karlsruhe
28.06.2021 06:00
Nach der Saison ist bekanntlich vor der Saison: Der Karlsruher SC steckt daher aktuell schon wieder bis zum Hals in den Vorbereitungen auf die kommende Spielzeit (Beginn: 23. Juli). Wie der Kader sich personell verändern wird und was das über den blau-weißen Erfolg in der Saison 21/22 aussagen könnte - KSC-Trainer Christian Eichner hat darüber mit ka-news.de im Interview gesprochen.

Herr Eichner, worauf liegt in der Saison-Vorbereitung das Augenmerk? Was muss besser werden?

Das Augenmerk liegt auf der Entwicklung der Mannschaft. Und darauf, die Neuzugänge zu integrieren.

Der KSC hat bisher drei externe Neuzugänge. Was erwarten Sie von diesem Trio: Fabio Kaufmann, Lucas Cueto und Leon Jensen?

Reibung, Konkurrenzkampf. Den brauchen wir im Kader. Zudem brauchen wir etwas personelle Aufrüstung. Wir haben das stabile Gerüst behalten. Jetzt brauchen wir Jungs, die in die Mannschaft wollen. Zudem wollen wir in Sachen Neuzugänge noch nicht am Ende sein.

Erstmals seit vielen Jahren kein großer Umbruch beim KSC. Sie sagten es: Das personelle Gerüst bleibt – ist das eine gute Voraussetzung für eine gute Saison?

Wir haben keinen Spieler verloren, der über die komplette Saison gesehen Stammspieler war. Gegen Ende der Runde hatten wir durch den jungen Tim Breithaupt und den lange verletzten Sebastian Jung, die beide permanent spielten, gefühlt zwei Neuzugänge dabei. Jetzt ist fast jede Position mindestens doppelt besetzt. Daher erhoffe ich mir, dass wir kommende Saison wieder überraschen können.

Das könnte dazu führen, dass Spieler, die vergangene Saison stark spielten, auf die Bank rutschen. Könnte dieser Konkurrenzkampf nicht zu großer Unruhe führen?

Das würde in meinen Arbeitsbereich fallen. Dies zu moderieren, vernünftig zu argumentieren - das werden wir hinbekommen, darüber mache ich mir keine Sorgen.

Sind die Neuen stärker als die Abgänge – man denke an Benjamin Goller oder Kevin Wimmer?

Das wird sich zeigen. In der Entwicklung des Fußballs ist es ein Credo, auf den Außenbahnen schnelle Spieler zu haben, die haben wir geholt. Lukas Cueto und Fabian Kaufmann haben Tempo, haben ihr Können schon unter Beweis gestellt. Sie haben Geschwindigkeit, sind torgefährlich, können Treffer vorbereiten. Sie wollen bei uns den nächsten Schritt machen.

Christian Eichner (KSC Trainer)
Christian Eichner (KSC Trainer) Bild: Carmele/TMC-Fotografie.de

Dann konkret gefragt: Ist der Kader insgesamt besser als vergangene Saison?

Auch das wird sich zeigen. Ich halte nichts davon, Kader zu vergleichen. Wir haben verschiedene Spielertypen, können variieren, reagieren.

Zur Planung: Sie wollen noch einen Stürmer und einen Innenverteidiger - korrekt?

Das wäre die optimale Lösung.

Das heißt?

Babacar Guèye hat uns verlassen. Wir haben im Angriff jetzt nur Philipp Hofmann und Malik Batmaz. Da brauchen wir noch einen Ersatz für Babacar Guèye. Bei den Innenverteidigern sind wir entspannt. Wir wissen, dass wir da einige gute Jungs haben. Wir schauen, aber haben keinen Druck.

Wie soll die Größe des Kaders aussehen?

Ich habe keine Größe im Kopf, ich brauche für bestimmte Positionen bestimmte Spielertypen.

Wie ist der Stand der Dinge bei Torjäger Philipp Hofmann?

Ihm liegt ein Angebot zu Vertragsverlängerung vor.

Aber Hofmann hat wohl auf dieses Angebot des KSC bisher keine Reaktion gezeigt. Wie deuten Sie das?

Es gibt momentan kein Angebot eines anderen Clubs für ihn und unser Anliegen ist es, ihn langfristig an den KSC zu binden. Klar ist, dass wir eine Situation wie vergangene Saison vermeiden wollen…

Haben Sie keine Angst, dass er noch geht, oder dass es zumindest wieder denselben Ärger wie in der vergangenen Saison gibt?

Die Vorzeichen sind anders. Ich will so etwas nicht mehr, denn das hat uns vergangene Saison zu Anfang den einen oder anderen Punkt gekostet.

Sollte Hofmann noch gehen, hat dann Marvin Pourié eine Chance zu bleiben?

Dazu eine klare Aussage: Nein.

Wiederkehrer Marvin Pourie (KSC 9)
Wiederkehrer Marvin Pourie (KSC 9) Bild: Carmele/TMC-Fotografie.de

Aber: Pourié trainiert mit, er ist eine starke Persönlichkeit. Ist da nicht Ärger programmiert?

Nein, Marvin hat vergangene Saison bis zu seiner Leihe nach Kaiserslautern mittrainiert, da gab es auch keinen Ärger. Er kennt meine Ansicht, wir versuchen eine für alle akzeptable Lösung zu finden.

Lazar Mirkovic, ein junger Serbe, erhielt einen Profivertrag. Er stand nie im Profikader, absolvierte nur ein Spiel in der U19, ist zudem defensiver Mittelfeldspieler – auf dieser Position ist der KSC quantitativ und qualitativ top besetzt. Warum wollten Sie diesen Spieler?

Er kam zu einer Zeit und ausgestattet mit einer vertraglichen Konstellation, als ich noch gar nicht Trainer des KSC war, daher kann ich dazu nichts sagen, außer dass auch er die Möglichkeit hat sich im Training für mehr zu empfehlen.

Abschlussfrage: Haben Sie sich gefreut auf den Trainingsauftakt oder wären Ihnen noch ein paar Tage bei der Familie lieber gewesen?

Ich freue mich. Mir sind vier Wochen Pause immer zu lang, ich würde das gerne aufteilen. Das geht nicht - daher: Freude, dass es wieder losgeht.


KSC beim Auftakttraining

Die Mannschaft kommt ins Grenkestadion. Daniel Gordon (KSC 3) kommt ins Stadion und klatscht, dahinter Marvin Pourie (KSC 9) Neuzugang Fabio Kaufmann (KSC 37) Neuzugang Fabio Kaufmann (KSC 37)

Das wird gerade bei ka-news heiß diskutiert:
Es ist nicht mehr möglich, Kommentare zu diesem Artikel zu verfassen.
15 Kommentare