Holger Siegmund-Schultze bei der Mitgliederversammlung am 22. Mai 2020.
Holger Siegmund-Schultze bei der Mitgliederversammlung am 15. Mai 2020.
Bild: ps/Screenshot
Herr Siegmund-Schultze, was sind Ihre Visionen für den KSC?
Karlsruhe
10.06.2020 15:00
Holger Siegmund-Schultze kandidiert als Präsident des Karlsruher SC und möchte damit die Nachfolge von Ingo Wellenreuther antreten. Lesen Sie im zweiten Teil des ka-news.de-Interviews über die Ziele von Siegmund-Schultze für den badischen Zweitligisten, seinen potentiellen Vize-Präsidenten und sein Verhältnis zum "Bündnis KSC". Mit Siegmund-Schultze sprach Peter Putzing.

Im Moment spricht ihr Vize-Präsident Kollege Günter Pilarsky. Er hält sich wohl nicht an die Spielregeln, dass nur der Präsident spricht. Er verkündet über die Medien, dass der in der Kritik stehende Oliver Kreuzer Sportdirektor bleibt, dass Christian Eichner Cheftrainer bleibt. Eichner hat übrigens auch eine Woche nach dieser Aussage noch kein Vertragsangebot vorliegen. Werden da Nägel mit Köpfen gemacht, ohne abzuwarten wer Präsident wird? Hat man Sie übergangen?

Günter Pilarsky und ich bilden ja beide als Vizepräsidenten das Präsidium des Vereins und daher kann er sich selbstverständlich öffentlich äußern, abgesehen davon, dass ich höchsten Respekt vor seiner Meinung habe. Im Beirat wurde entschieden, dass die weitere Planung davon abhängt, in welcher Spielklasse wir in der nächsten Saison spielen. Wir waren vor vier Wochen kurz vor der Insolvenz, das dürfen wir nicht ignorieren.

Als Ingo Wellenreuther erstmals zum Präsidenten gewählt wurde, stellte er Visionen vor. Eine war, den KSC innerhalb von fünf Jahren in die erste Bundesliga bringen zu wollen. Werden Sie etwas Ähnliches erklären?

Auf sportliche Ziele bezogen bestimmt nicht...

... sondern auf welche Ziele? Finanziell? Außendarstellung?

Ich nenne ein Beispiel: Wenn der KSC insgesamt auf dem Niveau ist, das den Rahmenbedingungen entspricht - der Raum Karlsruhe ist wirtschaftlich eine der stärksten Regionen die es gibt - dann haben wir etwas Wichtiges erreicht. Dann hätten wir zum Beispiel einen deutlich höheren Umsatz. Das wäre dann die Voraussetzung für sportlichen Erfolg. Ich finde es klüger, die Rahmenbedingungen zu nutzen - nochmals: Die sind in Karlsruhe exzellent - und darauf alles aufbauen.

Die Rahmenbedingungen sind besser als wir selbst es im Moment sind. Daher müssen wir nach innen schauen. Wenn wir so gut werden wie die Bedingungen in Karlsruhe, dann werden wir auch wieder sportlich erfolgreicher sein. Wenn wir mit einem klaren Profil erkennbar wären, dann würden die Menschen sich wieder mehr mit dem KSC identifizieren. Dann würden die Menschen auch wieder mehr zum KSC kommen. Aber: das muss glaubwürdig sein. Dafür muss man tun, was man sagt.

Der KSC war zuletzt bundesweit meist in den Schlagzeilen, wenn es um Prozesse ging. Würden Sie diese Linie fortführen? Wie sehen Sie den Prozess mit Vermarkter Lagardère?

Lagardère heißen jetzt wieder "Sportfive". Es gibt mit dem Vermarkter Gespräche, wir sind daran interessiert, ein Ergebnis ohne eine Gerichtsentscheidung zu erreichen. Ob es gelingt, weiß ich nicht.

Wer soll Ihr Vize-Präsident werden, wenn Sie gewählt sind?

So einfach davon ausgehen, dass ich gewählt werde - das geht ganz und gar nicht. Ich werde darum kämpfen müssen und das werde ich auch…

Wie ist Ihr Verhältnis zu den Mitgliedern des "Bündnis KSC?"

Gut, ich kenne nicht alle Mitglieder, aber einige, weil sie lange Sponsoren des KSC sind. Ich habe großen Respekt vor dem, was diese Gruppe für den KSC geleistet hat. In der damaligen Situation KSC-Aktien zu kaufen, war mutig. Diesen Mut werden wir auch in Zukunft brauchen, wenn wir den Verein weiter verändern wollen, um die Rahmenbedingungen für Erfolg zu schaffen.

Waren Sie selbst aktiver Fußballer?

Rund 30 Jahre, als offensiver Mittelfeldspieler. Im Alter von sechs Jahren habe ich bei der DJK Durlach begonnen und später ein Jahr beim VfR Bürstadt in der Regionalliga gespielt. Allerdings kann man die damalige Hessenliga nicht mit der aktuellen Regionalliga vergleichen.

Lesen Sie ihm ersten Teil des ka-news.de-Interviews über seine Motivation, notwendige Veränderungen beim KSC und warum ein Präsident kein Rampenlicht benötigt: www.ka-news.de/2537140

Holger Siegmund-Schultze ist im April 1967 geboren, Architekt und Unternehmer in der Immobilienbranche mit dem Fachgebiet: Immobilienprojektentwicklung. Siegmund-Schultze, bisher Vize-Präsident des KSC, kandidiert beim badischen Zweitligisten für das Amt des Präsidenten, als Nachfolger des zurückgetretenen Ingo Wellenreuther. 
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