Fabian Schleusener (KSC 24)
Fabian Schleusener (KSC 24)
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Der verlorene Sohn des KSC: "Dass ich wieder da bin, hat viel mit Christian Eichner zu tun", sagt Fabian Schleusener
Karlsruhe
18.07.2021 15:00
Fabian Schleusener hat beim KSC, für den er schon einmal äußerst erfolgreich stürmte, ein großes Ziel: Der Stürmer, der aus Nürnberg in den Wildpark zurückkehrte, will zu alter Torgefährlichkeit zurückkehren. Bei den Franken war die verloren gegangen: Zwei Tore in 49 Spielen. Zum Vergleich beim KSC: 44 Einsätze - 21 Treffer. Da will der beidfüßig starke, vielseitig einsetzbare und abgezockte Schleusener wieder hin.

Herr Schleusener, beim KSC und in Sandhausen trafen Sie am Fließband. In Nürnberg hatten Sie ein wenig Ladehemmungen. In 49 Einsätzen zwei Tore. Warum glauben Sie, dass es beim KSC wieder besser wird?

Ich habe mich bewusst für den KSC entschieden, eben weil es hier mit dem Tore schießen schon mal gut geklappt hatte. Zudem hatte ich gute Gespräche. Ich spüre hier eine Wertschätzung, ein Vertrauen. Wenn das für einen Spieler so ist, dann kann man besser performen.

Sie sprechen von Wertschätzung. Trainer Christian Eichner hat die für Sie, er hatte immer - auch im vergangenen Winter - Kontakt zu Ihnen, wollte Sie schon damals. War das mit ausschlaggebend für die Rückkehr in den Wildpark?

Er war sehr ausschlaggebend. Es ist richtig, wir hatten im vergangenen Winter, aber auch zuvor immer mal wieder Kontakt. Das war nicht nur auf meine Person, meinen möglichen Wechsel bezogen, sondern wir haben auch über allgemeine Dinge geredet.

Fabian Schleusener (KSC 24)  stürmt zum Ball gegen Yannick Thermann (Freiberg 24)
Fabian Schleusener (KSC 24) stürmt zum Ball gegen Yannick Thermann (Freiberg 24) Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Christian Eichner tut der Mannschaft, ja dem ganzen KSC, gut. Ich habe den KSC während meiner Abwesenheit immer verfolgt und die positive Entwicklung gesehen. Ich habe gesehen - hier ist man auf einem richtig guten Weg. Fußballerisch und der ganze Club. Davon möchte ich ein Teil werden.

Als Sie von Sandhausen nach Nürnberg wechselten, hatte auch der KSC Interesse an Ihrer Rückkehr. War es richtig, dem KSC abzusagen und zum Club zu gehen?

Diese Frage habe ich mir tatsächlich auch schon gestellt. Aber, wenn ein Club wie der 1. FC Nürnberg mit dieser Strahlkraft und Tradition nicht nur Interesse an mir bekundet, sondern mir auch das Vertrauen gegeben hat, mich nach der schweren Verletzung Schienbeinbruch zu verpflichten, da habe ich damals eine positive Möglichkeit gesehen und wollte es unbedingt machen. Und: Ich bereue es nicht.

Auch wenn nicht alles gelungen ist - ich habe ein wichtiges Tor in der Relegation gemacht, das werde ich nie vergessen. Ich habe in Nürnberg fast 50 Spiele gemacht, es ist also nicht alles schlecht gewesen. Es gab gute Spiele, ich habe viel gelernt und habe mich fußballerisch weiterentwickelt. Aber klar: Offensivspieler werden an Toren gemessen und da sind mir in dieser Zeit nicht so viele gelungen.

Haben Sie sich beim KSC schon akklimatisiert, Sie kennen ja noch einige Spieler?

Absolut. Die Jungs hier sind sehr umgänglich, ich habe nicht ansatzweise das Gefühl, als wäre ich hier ein Fremdkörper. Ich fühle mich sehr wohl, bin absolut integriert.

Fabian Schleusener (KSC 24) beim Aufwärmen vor dem Testspiel.
Fabian Schleusener (KSC 24) beim Aufwärmen vor dem Testspiel. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Das erfolgreiche Spiel des KSC basiert auf großer Laufintensität. Haben Sie das verinnerlicht? Und: Ist das gut für Sie oder ein Problem?

Laufintensität ist ein Teil meines Spiels. Ich bin ein Spieler, der viele Wege geht, der für die Mannschaft arbeitet, Löcher reißt und in die Tiefe geht. Ich habe kein Problem damit, gegen den Ball zu arbeiten.

Sie sind als "Backup" für Hofmann eingeplant. Ist das Ihnen gegenüber respektlos - oder in Ordnung?

Respektlos? Ich wusste, worauf ich mich einlasse, wusste, dass es einen harten Konkurrenzkampf gibt und das ist völlig in Ordnung. Mein Vorteil ist, dass ich variabel einsetzbar bin.

Philipp Hofmann und Fabian Schleusener genießen die Abkühlung nach der Einheit.
Philipp Hofmann und Fabian Schleusener genießen die Abkühlung nach der Einheit. Bild: Mia

In Sandhausen habe ich im 4-3-3 die linke offensive Außenbahn besetzt und war da sehr erfolgreich. In den Testspielen hier war zu sehen, dass ich zusammen mit Philipp Hofmann spielen kann. Daher bin ich optimistisch für die kommende Saison.

Was ist nur Ihr Ziel: Mit "Hoffi", neben ihm? Oder Hofmann zu verdrängen?

Hoffi ist für das Karlsruher Spiel enorm wichtig. Das sehe ich zu hundert Prozent so, und nochmals: Ich kann neben ihm spielen.

Wären Sie bereit, die Last als einziger Stürmer zu übernehmen, sollte Hofmann den KSC noch verlassen?

Ich denke über so etwas nicht nach, weil ich davon ausgehe, dass Hoffi bleibt.

Der KSC war Sechster in der Tabelle - man will bestimmt besser werden. Was trauen Sie dem Team zu? Was ist Ihr Ziel mit der Mannschaft - und was Ihr persönliches in Sachen Tore?

Ich setze mir persönlich keine solchen Ziele. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie in einer starken zweiten Liga bestehen kann. Alle reden von der attraktivsten, der stärksten zweiten Liga aller Zeiten. Die attraktivste - das sehe ich auch so. Aber die stärkste?

Fabian Schleusener (KSC 24) bei seiner ersten Aktion vor dem Freiberger Tor.
Fabian Schleusener (KSC 24) bei seiner ersten Aktion vor dem Freiberger Tor. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Das muss man abwarten, die Teams mit großem Namen müssen erst einmal beweisen, ob sie zweite Liga können. Wir haben bewiesen, dass wir das können. Für uns heißt es: weitermachen, versuchen, gut in die Saison zu starten. Denn: Mit dem Auftaktspiel in Rostock, beim Aufsteiger, da erwartet uns ein Kracher.

Sie werden Papa, zudem bald 30 Jahre alt. Könnte es sein, dass Sie in Karlsruhe sesshaft werden?

(lacht) Ich habe für zwei Jahre unterschrieben. Bis dahin bin ich auf jeden Fall sesshaft. Aber ich habe im Fußball gelernt, dass da nicht alles planbar ist. Ich habe mir einiges vorgenommen, will hier einiges zeigen.

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