Daniel Gordon (KSC 3) am Ball.
Daniel Gordon (KSC 3) am Ball.
Bild: Carmele/TMC-Fotografie
"Das Vertrauen nicht enttäuschen": Geht KSC-Veteran Daniel Gordon in seine letzte Profi-Saison?
Karlsruhe
20.06.2021 06:00
Daniel Gordon gehört schon fast zum Inventar im Wildpark. Er ist mit 36 Jahren der Methusalem im KSC-Kader. Der Abwehrspieler geht in seine neunte Saison im Trikot der Fächerstädter. Mit dem Dauerbrenner, der als Abwehrspieler aufgrund seiner Kopfballstärke immer wieder Treffer für die Blau-Weißen erzielt, sprach Peter Putzing.

Vor einem Jahr war die Situation völlig anders, da war Daniel Gordon vereins- und damit vertragslos. Sprich: Arbeitslos. Jetzt gab es einen Vertrag. Das heißt: entspannte Sicherheit.

Ich ging jetzt beruhigter in die Pause. Es hat mich gefreut, dass der Verein mir die Möglichkeit einer weiteren Zusammenarbeit gab.

Daniel Gordon (KSC 3) am Ball.
Daniel Gordon (KSC 3) am Ball. Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Wie gehen Sie in die kommende Saison? Mit dem Gefühl wie immer – oder denken Sie daran, dass es vielleicht die letzte Spielrunde als Aktiver sein könnte?

Ich hatte ja schon fast in diesem Sommer mit dem Karriereende gerechnet. Im Fußball ist nichts so wirklich planbar. Es war eine tolle Saison, von der Mannschaft und auch von mir. Wenn ich gebraucht wurde, dann war ich da… 

.. auch als Torjäger…?

Auch als Torjäger. Gegen Paderborn und den HSV hat es ja geklappt. Ich habe insgesamt meine Rolle gefunden.

Was heißt: Meine Rolle gefunden?

Natürlich will ich immer spielen und das wird mich antreiben, nach vorne puschen. Aber ich kann auch mit der Situation umgehen, auf der Bank zu sitzen. Ich versuche zu helfen wo ich kann. Das Trainerteam entscheidet und weiß, dass ich ihr Vertrauen nicht enttäusche.

Was rechnen Sie sich aus? Backup oder gar Stammplatz?

Es geht weiter und es wird nicht leichter für mich. Die Jungs werden spritziger und schneller… Aber: Ich werde mich quälen, dass ich auf dem Platz gut aussehe.

Daniel Gordon (KSC 3) schießt den Ball im Duell gegen Benjamin Goller (KSC39)
Daniel Gordon (KSC 3) schießt den Ball im Duell gegen Benjamin Goller (KSC39) Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Gibt es persönliche Ziele oder denken Sie von Tag zu Tag, von Spiel zu Spiel?

Ich setze mich nicht groß unter Druck. Ich will der Mannschaft helfen, will ein Eckpfeiler sein, aber in welcher Rolle, das wird sich zeigen. Ich werde kämpfen. Auch um diesen so wichtigen Konkurrenzkampf zu beleben. Das wird der Mannschaft, den Innenverteidigern gut tun. „Eiche“ wird entscheiden. Wenn ich eine gute Vorbereitung abliefere ist vieles möglich. Aber davor zu sagen: Ich muss in die erste Elf - davon bin ich weit entfernt. Es geht mehr darum, zu helfen, die Mannschaft zu entwickeln. Und: Da zu sein, wenn ich gebraucht werde.

Mit Robin Bormuth, Christoph Kobald und Gordon stehen nur drei gelernte Innenverteidiger unter Vertrag. Reicht das?

Das ist eine Entscheidung des Vereins. Aber ich glaube, da wird personell noch etwas gemacht.

Trainer Christian Eichner beordert den Kader zwei Tage vor dem offiziellen Trainingsauftakt in den Wildpark. In Ordnung oder ärgerlich?

Wenn ich die Qualität der zweiten Liga anschaue, dann tun wir sehr gut daran, frühzeitig zu arbeiten. Wir müssen an allen Ecken und Kanten feilen, denn das wird ein schweres Jahr.

Christian Eichner (KSC Trainer) kommt ins Stadion
Christian Eichner (KSC Trainer) kommt ins Stadion Bild: Carmele/TMC-Fotografie

In der Vorbereitungszeit wird an den konditionellen Grundlagen gearbeitet. Da kommt wohl keine Freude auf…

Das ist wie jedes Jahr. Wir haben in den Urlaub einen Laufplan mitbekommen, laufen seit vergangenem Montag täglich individuell. Die Vorbereitungszeit heißt: Viel, viel quälen, sich vielmals überwinden…

Würden Sie nicht lieber mit Ihrer Frau und den beiden Kindern im Schlosspark Eis essen als sich zu quälen?

Es gibt sicher schöne Dinge als diese Zeit. Aber: Ich habe es dennoch gerne. Weil ich fit sein will. Es macht auch Spaß, an den Grundlagen zu arbeiten, weil man weiß: So wird man körperlich belastbarer.

Apropos arbeiten: Arbeiten Sie daran, die Zeit nach der aktiven Karriere vorzubereiten?

Ja. Ich will unbedingt vorbereitet sein für den Fall, dass es vorbei ist. Bislang gab es aufgrund der Pandemie keine Möglichkeit Trainerscheine zu machen. Jetzt geht es wieder los und das habe ich vor. Ich habe schon ein Online-Coaching Seminar gemacht, habe mich da fortgebildet. Ich bilde mich weiter fort, ich will nichts dem Zufall überlassen.

Wissen Sie, die wievielte Saison im KSC Trikot bevorsteht? 

Die neunte Saison

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