Alois Schwartz
Der Karlsruher Trainer Alois Schwartz.
Bild: Uli Deck/Archiv
"Wir sind zu lieb" - KSC-Trainer Schwartz fordert von Spielern mehr Kampfgeist
Karlsruhe
02.04.2019 14:49
Der KSC verlor die Partie beim SV Wehen Wiesbaden mit 0:2. Und dadurch auch noch Rang zwei in der Tabelle, den direkten Aufstiegsrang. Zuletzt holte der Karlsruher SC vier Punkte in vier Spielen. Diese Ausbeute war ein Rückschlag beim Marsch in Richtung Liga zwei. Über all das sprach Peter Putzing mit KSC-Cheftrainer Alois Schwartz.

Herr Schwartz, gegen Wehen Wiesbaden musste der KSC die zweite Auswärtsniederlage dieser Saison hinnehmen und verlor den direkten Aufstiegsrang. Wie lautet Ihre Analyse?

Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, haben gegen die beste Offensive der Liga nicht eine Chance zugelassen. Wir dagegen hatten zwei richtig gute Gelegenheiten. Zunächst durch Manuel Stiefler, der Ball muss da ganz einfach ins Tor. Aber das weiß er auch selbst. Macht Manuel das, sind wir in Führung, Wiesbaden muss dann kommen. So geraten wir nach einem abgewehrten Standard in Rückstand...

... war das Wiesbadener Tor zum 1:0 korrekt?

Da kann man sicher auch "hohes Bein" pfeifen. Aber: Wir sind zu lieb. Da muss man engagierter dagegenhalten. Wir müssen uns einfach mehr wehren. Diese Kleinigkeiten entscheiden Spiele. Wir mussten dann dem 0:1 hinterherlaufen. Direkt nach dem Gegentor hatten wir durch Marvin Pourié eine tolle Kopfballchance. Wenn man keine Tore macht, kann man nicht gewinnen. Auch Marc Lorenz hatte noch eine gute Möglichkeit.

Marc Lorenz beim Aufwärme (Archivbild). Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Warum ist das so? Warum wird nicht konsequenter agiert?

So etwas passiert - auch wenn es nicht passieren sollte. Im Normalfall ist auf David Pisot in solchen Situationen ja auch immer Verlass.

David Pisot beim Schusstraining auf das Tor. (Archivbild) Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Befürchten Sie, dass diese Niederlage Ihrer Mannschaft einen Knacks gibt?

Nein, letztendlich war es kein Spiel, in dem wir keine Chance hatten oder in dem wir durchweg schlecht gespielt hätten. Es war eine blöde Niederlage, die wir uns selbst zuschreiben müssen, weil wir die falschen Entscheidungen trafen. Wenn man gewinnen will, muss man ganz einfach die Möglichkeiten, die man hat, nutzen.

Wie gegen Rostock war auch in Wiesbaden nach der Halbzeit ein Bruch im Spiel des KSC...

Der Bruch kam, als wir in Rückstand gerieten, zuvor waren wir besser im Spiel. Im Moment tun wir uns schwer im Ausnutzen der Chancen.

In den letzten drei, vier Spielen hat es punktemäßig nicht so hingehauen wie es eigentlich sollte...

Man muss nichts schönreden. Wir haben es in den letzten Spielen punktemäßig, aber auch in der Art und Weise wie wir aufgetreten sind, nicht so hingebracht, wie wir uns das vorstellten, wie wir das können - wie wir das im Training erarbeiten. Weil das nicht geklappt hat - hat es mit den Punkten nicht geklappt. Wir haben immer wieder zu viele Chancen liegen lassen und wir werden dafür bestraft.

Jetzt muss gegen Unterhaching gewonnen werden, ohne Wenn und Aber...

Das ist bei jedem Spiel so. Jedes Spiel ist in dieser Liga eng.

Aber: Es liegt doch in dieser Partie ein besonderer Druck auf der Mannschaft...

Wir stehen bei den Punkten gleichauf mit Wehen, sind nur vier Tore schlechter. Es gibt noch 21 Punkte zu holen, drei davon gegen Haching und die müssen wir ganz einfach einfahren. Wir müssen wieder einmal drei Punkte im Wildpark behalten.

Haching hat eine spielstarke Mannschaft, die übrigens auch gegen Halle hätte gewinnen müssen. Haching hat in der Offensive starke Spieler mit Sascha Bigalke, Stefan Schimmer - auf die müssen wir schon achten. Und uns wird Daniel Gordon fehlen, er ist nach der fünften gelben Karte gesperrt.

Am Ball Daniel Gordon im Angriff auf das Tor (Archiv). Bild: Tim Carmele|TMC-Fotografie

An wen denken Sie als Gordon Ersatz?

Ein Kandidat ist Christoph Kobald, der könnte in die Innenverteidigung rücken.

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