Dominik Stroh-Engel
Bild: Arne Dedert/Archiv
Neuer Torjäger Stroh-Engel: "Der KSC gehört in die 2. Liga!"
Karlsruhe
17.06.2017 12:00
Er ist bisher der Königstransfer des Karlsruher SC: Dominik Stroh-Engel. Der Stürmer soll mit seinen Toren dafür sorgen, dass die Badener nach dem Abstieg sofort in die 2. Bundesliga zurückkehren.

Der 197-Zentimeter-Hüne Stroh-Engel schoss Darmstadt 98 in der Saison 2013/2014 fast im Alleingang in die 2. Liga - mit dem Torrekord von 27 Treffern in 34 Einsätzen. Dort gelangen ihm zuvor in einer Spielrunde neun Treffer und vier Torvorbereitungen. Zuletzt wurde es etwas ruhiger um den Spieler. Vergangene Saison brachte er es nur auf vier Kurzeinsätze über insgesamt 42 Minuten. Nun geht Stroh-Engel für den KSC auf Torjagd.

Herr Stroh-Engel, Sie wurden als der große Hoffnungsträger, als Torgarant verpflichtet. Alle erwarten, dass Sie den KSC - quasi im Alleingang – zurück in die 2. Liga zwei schießen. Ist das für Sie Druck oder Freude?

Ich weiß, was ich kann und ich kenne die 3. Liga in- und auswendig. Natürlich ist das etwas Druck, auch weil ich den Torrekord dieser Liga halte. Aber ich bin mir auch ziemlich sicher, dass dieser Rekord so schnell nicht geknackt wird – wohl auch nicht von mir. Es kann keiner erwarten, dass ich 28 Tore schieße. Nichtsdestotrotz werde ich alles versuchen, werde der guten Truppe, die wir haben, helfen. Und wenn alles normal läuft, werden wir vorne in Sachen Aufstieg mit dabei sein.

Sie sind ein erfolgreicher Torjäger, Sie hatten sicher andere Anfragen. Warum fiel die Entscheidung für den KSC?

Es gab Anfragen. Welche, das ist unwichtig. Ich mag den KSC schon lange, das ist ein Traditionsverein. Zudem kommt mein Stiefvater aus dieser Region. Der KSC hat Potenzial. Ich habe den KSC immer verfolgt und fand es sehr schade, dass sie damals nicht gegen den HSV gewonnen haben und aufgestiegen sind. Man sieht leider auch, wie schnell sich eine Entwicklung umkehren kann, denn jetzt ist der KSC in der 3. Liga.

Jetzt versuche ich alles, dass der KSC dahin zurückkehrt, wo er hingehört: in die zweite Liga. Zudem hat es in den Gesprächen mit Sportdirektor Oliver Kreuzer und Trainer Marc-Patrick Meister super gepasst. Danach war es nicht schwer für mich, zum KSC zu gehen. Ich erfuhr Wertschätzung und bin zuversichtlich, dort Stammkraft zu werden. Ich habe keine Lust mehr auf die Bank. Ich will spielen, will Gas geben und zeigen was ich kann. Ich bin ja auch keine 18 Jahre mehr alt. Zudem ist das Rhein-Main-Gebiet, in dem ich groß wurde, nicht all zu weit entfernt.

Werden Sie dort wohnen bleiben?

Nein, ich verlege natürlich meinen Lebensmittelpunkt nach Karlsruhe. Das Badnerland wird meine Wahlheimat. Diese Fahrerei wäre mit zu stressig. Ich will mich auf den Fußball konzentrieren und nicht durch andere Dinge ablenken lassen, durch andere Dinge an Kraft und Konzentration verlieren.

Ihr Ex-Trainer in Darmstadt war Dirk Schuster. Der spielte für den KSC, lebt seit Jahrzehnten in Karlsruhe. Haben Sie sich bei ihm erkundigt?

Sicher, bei ihm und seinem Kotrainer Sascha Frank. Beide haben mir zugeraten, sagten es wäre eine gute Entscheidung zum KSC zu gehen. Bei Dirk hat man gemerkt, dass der KSC für ihn eine Herzenssache ist, dass er sehr gerne möchte, dass der KSC sofort wieder aufsteigt.

Was macht Sie zuversichtlich, dass es mit dem Wiederaufstieg klappt?

Wir haben einen guten Kader, das wird sich bestätigen, daher werden wir uns durchsetzen.

Im Umfeld des KSC glauben viele, dass der Abstieg hätte vermieden werden können, wenn Dominic Stroh-Engel schon im vergangenen Winter zum KSC gelockt worden wäre. Gab es Kontakte?

Auch im vergangenen Winter gab es einige Zweitligisten, die mich gerne gehabt hätten. Der KSC war nicht darunter. Aber ich hatte auch nicht vor, den SV Darmstadt zu diesem Zeitpunkt zu verlassen. Ich wollte es in Darmstadt durchziehen, wollte nochmals Bundesliga spielen. Daher lohnt es sich nicht, hypothetisch zu diskutieren.

Sie halten den Torrekord. Den zu knacken ist fast unmöglich. Was sind denn nun Ihre Tor-Ziele?

In dem Rekordjahr lief es einfach perfekt, da habe ich alles getroffen – warum, das wusste ich manchmal selbst nicht. Egal, die Kugel landete immer wieder im Netz. Mein Ziel ist, dass wir schnell eine Mannschaft werden, dass wir schnell eine Einheit werden. Da ich ein Teamplayer bin, ist es mir egal, wer die Tore schießt. Hauptsache wir schießen viele und haben Erfolg. Davon profitieren alle, nicht nur einzelne. Klar, wird der Torschütze immer mehr im Mittelpunkt stehen, als zum Beispiel ein Innenverteidiger, auch wenn der objektiv eine stärkere Leistung ablieferte. Wenn ich 15 Tore mache wird darüber mehr geredet als über Abwehrspieler. Aber: für mich ist das egal. Ich will aufsteigen. Dafür stelle ich alles andere hinten an.

Sie haben zuletzt ganz wenig gespielt, haben daher kaum Spielpraxis. Wird sich das auswirken? Positiv, weil Sie sich ausruhen konnten? Negativ, weil Ihnen der Rhythmus fehlt?

Im Prinzip habe ich vergangene Saison gar nicht gespielt. Das Gute daran: Ich bin absolut top motiviert, wieder zu spielen. Dass ich allen, auch den Darmstädtern, zeigen kann, was ich drauf habe. Und, dass die etwas falsch gemacht haben. Mir ist aber auch klar, dass ich schon ein paar Spiele brauche, um wieder in den Rhythmus, wieder in eine gute Form zu kommen. Aber das ist normal, nichts Weltbewegendes. Mit meiner Erfahrung werde ich schnell und gut wieder reinfinden.

Die Fragen stellte Peter Putzing.

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