Marvin Wanitzek
Marvin Wanitzek
Bild: Caro Reisenauer
Mittelfeldmann Marvin Wanitzek: "Nichts Schöneres, als für den KSC zu spielen"
Karlsruhe
14.09.2017 07:00
Marvin Wanitzek ist der Region sehr verbunden. Das sieht man auch an seinen bisherigen Vereinen: Hoffenheim, Walldorf, Stuttgart und jetzt der Karlsruher SC. Über die Grenzen des "Ländles" hat es den 24-Jährigen bisher nicht getrieben. Und mit dem KSC hat er derzeit auch einen Verein, dem er sich verbunden fühlt.

Herr Wanitzek, Sie galten als "Lieblingsspieler" von Ex-Trainer Marc-Patrick Meister. Der wollte Sie unbedingt verpflichten, der KSC soll sogar Ablöse bezahlt haben, um Sie vom VfB Stuttgart in den Wildpark zu holen. Inzwischen wurde Meister entlassen. War das für Sie besonders schlimm für Sie?

Als die Anfrage vom KSC kam, war es mit ein Grund, mich dafür zu entscheiden, dass Marc-Patrick Meister Trainer war. Aber: ich brauchte damals nicht groß nachzudenken – denn der KSC ist mein Verein. Er liegt vor meiner Haustüre. Ich bin in Bruchsal geboren und aufgewachsen und wohne noch dort. Es war schön, dass ich Meister von der Badischen Auswahl, wo er mein Trainer war und auch von meinem Heimatverein Ubstadt kannte – aber es war grundsätzlich eine Entscheidung für den KSC, für meine Heimat. Es gibt für mich nichts Schöneres, als in der Heimat, für den KSC zu spielen.

Unter Meister agierten Sie als zweiter Sechser. Zuletzt unter Neu-Trainer Alois Schwartz in einem Dreiermittelfeld. Eigentlich wurden Sie als "Zehner" angekündigt. Was sind Sie denn nun?

Es ist eine meiner Stärken, dass ich im Mittelfeld alle Positionen besetzen kann. Ich habe oft hinter den Spitzen gespielt, aber auch als defensiver Mittelfeldspieler. Auch wenn ich nicht der reine Zerstörer bin.

Was ist Ihre Lieblingsposition?

Ich spiele sehr gerne auf der "Zehn." Aber die Hauptsache ist für mich: Dabei sein!

Sie gelten als technisch beschlagen. Kritiker sagen, Ihnen würde noch die Power, die Körperlichkeit fehlen. Sehen Sie das auch so?

Ich habe mir schon viel an Robustheit erarbeitet. Früher war das mehr ein Nachteil. In Hoffenheim hat es für mich in der Jugend nicht geklappt. weil ich den Verantwortlichen nicht robust genug gewesen bin. Aber ich habe mich da weiterentwickelt und arbeite auf diesem Gebiet weiter. Ich gehe keinem Zweikampf aus dem Weg, versuche aber auch immer, Duelle technisch zu lösen und zu gewinnen. Ich kann aber auch Zweikämpfe gewinnen.

Eines fehlt Ihnen noch: Ein Tor!

Auf jeden Fall. Eigentlich habe ich einen guten Abschluss. Aber wir haben insgesamt wenig Tore geschossen. Ich will unbedingt bald treffen, will meine Qualitäten vor dem Tor und meine Kreativität einbringen. Vor der Saison hatte ich mir das Ziel gesetzt zweistellig zu treffen. Es wird schwer – aber ist noch immer möglich. Ich werde alles geben.

Sie sprechen es an: Der KSC kassierte zu viele Gegentore. In Chemnitz stand am Ende erstmals die Null. Das war sicher wichtig.

Der neue Trainer hat uns sehr gut eingestellt. Er hat uns genau gesagt, was wir besser machen können. Wir haben es geschafft, die Null zu halten. Das ist gut für das Selbstvertrauen. Jetzt müssen wir noch mehr Chancen erarbeiten und die dann vor allem in Tore ummünzen.

Jetzt kommt das Team aus Lotte in den Wildpark. Ihr Ziel für diese Partie sind sicher drei Punkte, oder?

Der Dreier ist unser Ziel. Wir haben zwei Spiele in Folge nicht verloren, zwar nur Remis gespielt – aber nicht verloren. Darauf aufbauen, sich verbessern - die drei Punkte holen.

Kennen Sie das Team von Lotte?

Nein, als Lotte in die dritte Liga aufstieg, bin ich in die Regionalliga abgestiegen.

Nach diesem schwachen Saisonstart, reden Sie da noch vom Aufstieg?

Wir sind uns unserer Situation bewusst. Jetzt heißt es: Erst einmal nicht auf die Tabelle schauen, von Spiel zu Spiel denken und Punkte holen. Ich sehe gute Chancen, dass wir Punkte einfahren. Dann schauen wir Ende November, Anfang Dezember wieder mal auf die Tabelle.

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