Marcel Mehlem
Marcel Mehlem
Bild: Caro Reisenauer
KSC-Spieler Marcel Mehlem: "Es fehlt uns momentan die letzte Konsequenz"
Karlsruhe
27.09.2017 07:05
Eigentlich war Marcel Mehlem als Ergänzungsspieler beim Karlsruher SC eingeplant. Doch Neu-Trainer Alois Schwartz honorierte die tollen Trainingsleistungen des 22-Jährigen und gab ihm Chancen in der Startelf. Die nutzte der zentrale defensive Mittelfeldspieler und erarbeitete sich durch Einsatz und große Dynamik einen Stammplatz. Beim 2:0 gegen Erfurt war er bester Akteur. Mit dem Eigengewächs sprach Peter Putzing.

Herr Mehlem, wo können Sie sich und wo das KSC-Team verbessern?

Ich kann mich auf allen Gebieten verbessern. Ich und das Team – wir sollen uns im Abschluss verbessern. Da denke ich zum Beispiel an die Partie in Großaspach. Es wird nicht immer komplett zu verhindern sein, dass du mal ein Gegentor hinnehmen musst, gerade auswärts. Aber wenn wir dort unsere guten Gelegenheiten nutzen, dann gehen wir als Sieger vom Feld. Hinten stehen wir gut, vorne erarbeiten wir uns Chancen, aber dann fehlt uns momentan noch die letzte Konsequenz.

Auch Ihnen fehlt noch ein Torerfolg...

Ich hatte bisher zwei Chancen, eine vergab ich, einmal landete mein Schuss am Pfosten. Ich habe mir ganz fest vorgenommen, dass auch ich da künftig konsequenter vor dem Tor bin – am besten schon in Meppen, so sich die Gelegenheit ergibt.

Gegen Erfurt ist das Team als Tabellenletzter aufgelaufen. Hat Sie das belastet, irgendwie beeinflusst?

Ich schaue im Moment nicht so oft auf die Tabelle, habe das erst kurz vor dem Spiel realisiert. Das war eine komische Situation, als Tabellenletzter in der 3. Liga in eine Partie zu gehen. Aber sobald der Anpfiff erfolgt war - war das vergessen. Mir war zudem klar, dass wir bei einem Sieg weit in der Tabelle nach oben rücken. In der 3. Liga ist alles eng.

Sie sagen alles sei eng. Lautet Ihr Saisonziel noch immer Aufstieg?

Ein eindeutiges: Ja! Ich will aufsteigen und da bin ich nicht allein. Wir sind auf einem guten Weg, es wird stetig besser. Aber wir müssen vor allem von Spiel zu Spiel denken. Wenn wir jetzt den ersten Auswärtsdreier holen, sind wir auf einem sehr guten Weg.

Das heißt, Sie erwarten in der Partie in Meppen einen Sieg?

Es ist klar, dass in Meppen der nächste Sieg unser Ziel ist.

Gegen Erfurt zeigten Sie Ihre beste Leistung im KSC-Trikot...

Ich war zufrieden mit meiner Leistung, zufrieden mit dem Sieg gegen Erfurt, den wir uns erarbeitet haben. Der steht über allem. Kämpferisch war das eine Topleistung, von uns allen. Dieser Sieg gibt uns Sicherheit. Das gibt uns einen Ruck nach vorne.

Sie wurden gegen Erfurt ausgewechselt. War das okay für Sie?

Der Schiri hat mir nach einem Foul von mir signalisiert, dass ich, weil ich bereits verwarnt war, vorsichtig sein soll, Gelb-Rot würde sonst drohen. Das habe ich dem Trainer gesagt. Ich wollte auch raus, das Risiko war zu groß.

Auffällig ist, wie gut Sie mit Marvin Wanitzek im zentralen Mittelfeld harmonieren.

Es war mir klar, dass ich einen Spieler wie Marvin brauche. Einen, der den Ball auch mal hinten abholt, der das Spiel von einer Seite auf die andere verlagern kann. Wir ergänzen uns gut. Er macht das spielerische nach vorne, ich bin der Abräumer, ich halte ihm den Rücken frei. Das hat die letzten Spiele gut geklappt, so kann es weitergehen. Das Verständnis wird immer besser.

Ihr Bruder Marvin wechselte nach Darmstadt? Lästert der wegen des schlechten Starts?

Überhaupt nicht. Da wir oft zeitgleich spielen, können wir die Partie des anderen nicht vor Ort verfolgen, Daher bleiben solche spaßigen, kleinen verbalen Raufereien aus. Zudem wünschen wir uns gegenseitig immer alles, alles Gute.

Kai Bülow und Andreas Hofmann waren anfangs im defensiven Mittelfeld gesetzt. Jetzt sind beide verletzt. Bangen Sie um Ihren Platz, wenn die beiden wieder fit sind?

Ich arbeite weiter, was wird – weiß ich nicht. Das weiß nur der Trainer, das ist seine Sache. Ich werde in jedem Spiel und in jedem Training alles raushauen, um drin zu bleiben!

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